Krefelder Rommelmann und Staelberg gewinnen Ruder-Weltcup in Rotterdam, Deutschland-Achter nur Silber

Ruder-Weltcup in Rotterdam : Zwei Weltcup-Siege für CRC-Ruderer

Jonathan Rommelmann und Michaela Staelberg haben beim Weltcup in Rotterdam in ihren Booten gewonnen. Für Laurits Follert ist im Deutschland-Achter die Siegesserie gerissen. Marc Leske fährt als Ersatzmann zur WM.

Es herrschten schwierige Wind-Bedingungen für die Ruderer beim Weltcuprennen auf der Willem Alexander-Baan in Rotterdam. Für Jonathan Rommelmann vom Crefelder Rudercliub erfüllte sich in diesem Windgetöse ein Traum – Weltcup-Führender, Gewinner des gelben Trikots, Tagessieger und Ehrenpreis der Stadt Rotterdam. Ebenfalls mit dem Tagessieg stand Michaela Staelberg jubelnd auf dem Siegerpodest. Eine Silberfahrt wurde es für Laurits Follert im Deutschland-Achter. Marc Leske konnte nicht punkten und wird bei der WM wohl die Ersatzposition auf der Backbord-Seite erfüllen.

Ein spektakuläres Rennen lieferten Jonathan Rommelmann und Partner Jason Osbourne (Main). Erst das Foto-Finish entschied. Lange Zeit sah alles nach einem Sieg der Iren aus, Osborne und Rommelmann lagen auf Bronzekurs. Doch auf den letzten 500 Metern holten die Deutschen noch einmal alles aus sich heraus. Mit einem unfassbaren Endspurt zogen sie auf den letzten Metern noch am Boot aus Irland vorbei – drei Hundertstel Vorsprung haben gereicht. „Ich kann es noch gar nicht glauben. Das war ein unfassbar schwieriges Wochenende für uns. Wir hatten absolut nicht damit gerechnet, heute noch einmal so ein Rennen abzufeuern“, sagte Rommelmann, und Osborne ergänzte: „Ich hatte gedacht, Irland ist weg. 300 Meter vor dem Ziel meinte Jonny, wir kommen ran, los jetzt. Und dann haben wir alles gegeben. Einfach Augen zu und durch.“ Für Rommelmann geht es nach vier Tagen Regeneration zu Hause ins Trainingslager zum Weißensee.

Der Frauen-Doppelvierer stand nach Bronze in Poznań diesmal ganz oben auf dem Podium. Daniela Schultze, die die verletzte Julia Lier ersetzt, Michaela Staelberg, Franziska Kampmann und Schlagfrau Frieda Hämmerling (RC Potsdam/Crefelder RC/RV Waltrop/RG Germania Kiel) hatten schon nach 1.000 Metern mehr als drei Sekunden Vorsprung auf die zweitplatzierten Polinnen, die sich auf der dritten Teilstrecke noch einmal näher heranschoben. Doch die Athletinnen von Bundestrainer Marcin Witkowski ließen sich nicht aus der Ruhe bringen und ruderten den Sieg mit über einer Bootslänge Vorsprung ins Ziel. „Wir bereiten uns jetzt am Weißensee/Österreich für die WM vor“, erzählte Staelberg, der jetzt auch nur vier Tage zur Regeneration bleiben, bevor es los geht.

Seit nun fast drei Jahren war der Deutschland-Achter ungeschlagen. „Es gibt viele Nationen, die unsere Siegesserie brechen möchten, aber wir tun alles, um dagegenzuhalten“, sagte Bundestrainer Uwe Bender noch vor dem Rennen. Doch das klappte nicht: Das DRV-Flaggschiff mit Johannes Weißenfeld (Herdecke), Laurits Follert, Jakob Schneider (Essen), Torben Johannesen (Hamburg), Christopher Reinhardt (Dorsten), Malte Jakschik (Rauxel), Richard Schmidt (Trier), Schlagmann Hannes Ocik (Schwerin) und Steuermann Martin Sauer (Berlin) lag rund 750 Metern in Führung. Dann zogen die Briten am deutschen Boot vorbei. Mit knapp einer Bootslänge hinter Großbritannien überquerten sie als Zweiter die Ziellinie – große Enttäuschung in den Gesichtern der Athleten.

Der zweite deutsche Zweier mit Marc Leske und Paul Schröter (Berlin) kam nicht über den fünften Platz hinaus. Für Leske bedeutet es jetzt die Ersatzposition für die WM in Linz im September.

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