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Krefelder EV: Lockdown trifft den Eishockey-Sport hart

Eishockey : Lockdown trifft den Eishockey-Sport hart

Durch die Verlängerung droht der Saison in den untere Senioren-Ligen und im Nachwuchsbereich der Abbruch. Der Vorsitzende des KEV 81 Achim Staudt hofft, dass die Eishallen in diesem Jahr länger geöffnet bleiben.

Der Eishockeysport ist vom neuerlichen Lockdown besonders hart betroffen, weil es sich um eine Sportart handelt, die fast ausschließlich in den Wintermonaten stattfindet. Während im Profibereich, wenn auch ohne Zuschauer, zumindest gespielt wird, bleiben in den Amateurklassen und beim Nachwuchs Schläger und Schlittschuhe seit dem 1. November 2020 im Schrank. Das treibt dem 1. Vorsitzenden des KEV 81 Achim Staudt Sorgenfalten auf die Stirn. Staudt ist auch Präsident des Eishockeyverbandes Nordrhein-Westfalen und Mitglied im Nachwuchsausschuss des Deutschen Eishockeybundes. Folglich hat er nicht nur den KEV im Blick, sondern auch das Geschehen unterhalb der drittklassigen Oberliga und vor allem auch den Spielbetrieb des gesamten Eishockeynachwuchses von den Bambinis bis zur Deutschen Nachwuchsliga (DNL).

„Der Spielbetrieb ist im Landesverband bei den Senioren genau wie im Nachwuchs auf Bundesebene bis auf weiteres ausgesetzt. Zu einem Saisonabbruch haben wir uns nicht entschieden. Wir hoffen darauf, im Februar oder März noch mal in den Trainings- und Spielbetrieb einsteigen zu können“, sagt Staudt. Der Funktionär wünscht sich, dass die Eishallen auch länger geöffnet bleiben: „Üblicherweise tauen die Hallenbetreiber Ende März oder im April das Eis ab. Ich wünsche mir, dass in diesem Jahr die Hallen bis Ende Mai oder vielleicht sogar noch im Juni geöffnet bleiben. Dann könnte zumindest noch trainiert werden und es können nach der Saison noch Freundschaftsspiele stattfinden.“ Generell macht er sich auch Sorgen um den Erhalt der Eishallen: „Einige Betreiber werden sich fragen, lohnt es sich überhaupt noch aufzumachen nach einem langen Lockdown?“, befürchtet Staudt. In der Moerser Halle ist das Eis bereits abgetaut worden. Im Grefrather Eisstadion wurde nur das Indoor-Eis aufbereitet, die Außenfläche und das 400-Meter-Oval nicht. Die Eisschnelllauf-Athleten aus den Bundes- und Landeskader halten sich auf dem Eis der Halle fit.

Staudt steht dem Eishockey-Landesverband mit 36 Vereinen mit etwa 4.000 Mitgliedern vor. Auch für seinen jungen Verband, der im Jahr 2015 gegründet wurde und deren Präsident er seit August 2020 ist, sieht er Probleme: „Weil nicht gespielt wird, bekommen wir keine Verbandsabgaben und haben deshalb Schwierigkeiten unseren Verpflichtungen nachzukommen.“ Sehr schwierig ist es für die Vereine derzeit eine Aquise für die Sportart Eishockey zu betreiben: „Gerade hier bei uns in Krefeld haben wir durch die Kids-Days, durch ein Kindergartenprogramm und durch die Laufschule viele Kinder für den Eishockeysport gewinnen können. Diese Veranstaltungen sind aber derzeit nicht möglich. Ich fürchte, dass uns dadurch ganze Jahrgänge fehlen, was sich bei den Senioren in gut zehn Jahren bemerkbar machen kann“.

Der KEV versucht derzeit mit digitalem Training den Kontakt zu seinen etwa 250 Nachwuchsspielern aufrecht zu erhalten. „Die Bewegung auf dem Eis fehlt natürlich und wir müssen schauen, dass uns keine Mitglieder zum E-Sport abwandern. Ich bin da aber guter Dinge, dass wir das mit unseren Trainern verhindern können. Wegen der in Deutschland einmaligen Situation in Krefeld mit den Pinguinen in der DEL, der U23 in der Oberliga und der U20 in der DNL haben wir beim KEV noch acht Spieler aus der DNL im Trainings- und Spielbetrieb der Oberligamannschaft“, sagt Staudt. Die U23 sieht er auf einem sehr guten Weg: „Das Team hat sich gegenüber der Vorsaison gut entwickelt. Mit Adrian Grygiel haben wir genau den richtigen Leader gefunden, der durch seine Einstellung und Fitness den jungen Spielern ein großes Vorbild ist und selber auf dem Eis einen guten Job macht.“