Krefelder EV 81 baut weiter auf Ausbildung

Eishockey : KEV 81 baut weiter auf Ausbildung

Der Verein will an seinem deutschlandweit einzigartigen Projekt mit den Mannschaften der U20 und U23 festhalten.Sportvorstand Elmar Schmitz hofft, dass der Stammverein ein Teil der Krefeld Pinguine bleiben kann.

Die Verantwortlichen des KEV 81 sind derzeit mit der Planung für die Saison 2020/21 beschäftigt. Durch die ungeklärte Situation um die Krefeld Pinguine ist es für sie natürlich nicht einfach, die kommende Spielzeit ab dem Sommer zu planen. Für sie stellen sich die Fragen, geht es denn überhaupt weiter mit den Pinguinen in der DEL, und welche Personen werden dann das Sagen auf der anderen Seite der Westparkstraße haben?

„Gerne würden wir weiter mit Matthias Roos und seiner Mannschaft zusammenarbeiten“, sagt Sportvorstand Elmar Schmitz vom KEV 81. Ob das so kommen wird, bleibt abzuwarten. Nichtsdestotrotz führt er gemeinsam mit seinen Vorstandskollegen Gespräche mit Sponsoren und Spielern mit Blickrichtung auf die Saison 2020/21. Beim Sponsoring baut man weiter auf die jetzigen Unterstützer, möchte aber gerne den Kreis noch erweitern.

Guten Zulauf hatte der KEV in den vergangenen Monaten in der Laufschule und bei den Bambini. „Durch die gute Arbeit von unserem hauptamtlichen Trainer Dennis Weidenbach hatten wir da so viele Anmeldungen wie noch nie“, sagt Schmitz. Das ist für den Verein natürlich eine gute langfristige Perspektive. Kurzfristig gilt es, auf die in der Schülerbundesliga Gruppe Nord sehr erfolgreiche U17-Mannschaft von Trainer Reemt Pyka zu schauen. Aus dieser Mannschaft rekrutiert sich der Nachwuchs für die U20, die derzeit in der DNL 1 gegen den Abstieg kämpft. Da der Sprung aus dem Nachwuchs ins Seniorenhockey sehr groß ist, spielt der KEV seit dieser Saison mit der U23 in der Oberliga, um den jungen Spielern ein Sprungbrett und eine Perspektive im Seniorenbereich zu bieten. In Verbindung mit den Pinguinen und dem Kooperationspartner aus der DEL2 ist diese Konstelation im deutschen Eishockey einmalig. „Für unser Projekt erhalten wir deutschlandweit Anerkennung“, sagt Schmitz.

Der KEV setzt derzeit sechs Spieler, die noch in der U20 spielen könnten, in der Oberligamannschaft ein, um sie auf das Eishockey im Seniorenbereich vorzubereiten. Dadurch wiederum kommen in der U20 Spieler zum Einsatz, die ansonsten ohne Spielpraxis bleiben würden. „Die U20 und die U23 sehen wir als reine Ausbildungsmannschaften, wir wollen die Spieler entwickeln. Wir schauen nicht vorrangig auf Tabellen. Natürlich wollen wir mit der U20 die Klasse halten, und auch mit der U23 würden wir gerne ein paar Spiele mehr gewinnen. Im Vordergrund steht aber die Ausbildung. Wir wollen den Pinguinen Spieler liefern, das ist unser Ziel“, sagt Schmitz.

Gute Beispiele für die tolle Nachwuchsarbeit sind derzeit Philipp Kuhnekath und Mike Schmitz, die im DEL-Team reichlich Eiszeit erhalten. Ein weiteres Beispiel ist Maciek Rutkowski, der den Sprung in die U18 des DEB von Bundestrainer Steffen Ziesche geschafft hat. „Ohne eine U23 hätten wir Probleme, Spieler für unsere U20 zu bekommen. Derzeit sind wir aber in aussichtsreichen Gesprächen mit einem Spieler des Jahrgangs 2001 aus Mannheim und einem Spieler von 2003 aus Salzburg. Ohne U23 würden Spieler wie Ben Kosianski, Adam Kiedewicz, Edwin Schitz, Constantin Vogt und Patrick Demetz wahrscheinlich nicht mehr in Krefeld spielen“, sagt Schmitz und nimmt damit den Kritikern des Krefelder Konzeptes den Wind aus den Segeln.