Krefeld: Wunder der HSG Krefeld blieb aus

2. Handball-Bundesliga : Wunder der HSG Krefeld blieb aus

Der Handball-Zweitligist unterlag im Heimspiel der SG BBM Bietigheim vor 1272 Zuschauern mit 19:26.

Das Wunder im Zweitligaspiel zwischen der HSG Krefeld in der SG BBM Bietigheim ist zwar ausgeblieben, doch nach dem 19:26 (8:17) kam von keinem geringeren als Weltmeister Michael Kraus, der in der eigenen Abwehr auch kräftig zupacken musste, ein großes Lob von Seiten der Gäste: „Ich muss ehrlich sagen, dass Krefeld bis zum Schluss gekämpft hat. Das zeigt, dass die Mannschaft Charakter hat. Wir wussten, dass denen irgendwann die Körner ausgehen. In der zweiten Halbzeit haben wir dann einen Gang zurückgeschaltet.“

Mit HSG-Geschäftsführer Andre Schicks gab es zumindest einen im Krefelder Lager, der an diesem Abend zufrieden sein durfte. Schon weit vor dem Spiel wurden die zahlreichen Schulsportmeister aus allen Sportarten geehrt, die es sich anschließend sich nicht nehmen ließen das Spiel der Eagles anzuschauen. So waren es insgesamt 1272 Zuschauer, die nicht nur für eine tolle Kulisse sorgten, sondern auch den kleinen Kader der HSG unterstützen. „Die Zuschauerzahl war heute zum ersten Mal vierstellig. Auch wenn wir aufgrund des kleinen Kader im Prinzip keine Chance hatten, so haben die Fans unsere Spieler bis Ende sehr gut unterstützt. So etwas wie heute hat gezeigt, dass wir in Krefeld durchaus Potenzial im Fanbereich haben. Ich hoffe, dass lässt sich zwei Wochen wiederholen, zog Schicks eine Bilanz in der Hoffnung, dass es im nächsten Heimspiel eine ähnliche Kulisse gibt.

Den ersten großen Applaus gab es vor dem Anpfiff, denn die HSG freute sich über den Besuch von Weltklasse-Ringerin Aline Focken und übergab ihr ein Trikot samt Fanschal mit der Nummer eins. „Wir haben das heutige Spiel zum Anlass genommen, um Aline die Ehre zu kommen zu lassen, die sie bei der Nominierung zur NRW-Sportlerwahl des Jahres nicht bekommen hat“, teilte HSG-Chef Thomas Wirtz mit und wünschte ihr viel Erfolg bei den olympischen Spielen im kommenden Jahr in Tokio. „Ich freue mich riesig auf das Spiel und über die Einladung und werde euch kräftig anfeuern.

Doch sie als auch der Rest des Publikums sah eine Heimmannschaft, die von Beginn an in Rückstand lag. Den Gastgeber gelang es aber in den ersten 20 Minuten gut ins Spiel zu kommen und auf Distanz zum Gegener zu bleiben. Doch dann kam der von Kraus erwartete Einbruch, während die Gäste durchgehend wechselten. Dass Jonas Vonnahme erst ab der 40. Minute ins Spiel kam, wunderte dann doch etwas. „Das war heute so eingeplant, dass ich als Entlastung komme. Das hat ja heute super super funktioniert. Eigentlich bin ich ja ein Halbrechter“, sagte Vonnahme, der ansonsten nur in der Abwehr zu finden ist. Einen kleinen aber schwachen Trost gab es dennoch: Krefeld gewann die zweite Halbzeit immerhin mit 11:9.