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Krefeld: Travaglia sichert Blau-Weiß den Klassenverbleib

Tennis-Bundesliga : Travaglia sichert Blau-Weiß den Klassenverbleib

Der Italiener gewann im Heimspiel gegen Köln das Spitzeneinzel und sicherte den Krefeldern damit vorzeitig den notwendigen dritten Punkt. Publikumsliebling Paolo Lorenzi spielte zum letzten Mal für das Stadtwaldteam.

„Krefeld, Krefeld“, schallte es von den Tribünen, als Stefano Travaglia vor seinem zweiten Matchball zum Aufschlag bereit stand. Und nach einem kurzen Ballwechsel sorgte er um 15.04 Uhr mit einem Longlineball, der von der Außenlinie rutschte, für seinen Zweisatzsieg und damit gleichzeitig für den dritten Einzelpunkt. Der reichte dem HTC Blau-Weiß Krefeld am letzten Spieltag der Tennis-Bundesliga im „Endspiel“ gegen Rot-Weiß Köln zum Klassenverbleib. Am Ende hieß es 3:3. Die punktgleichen Kölner steigen sieben Jahre nach ihrem Aufstieg ab, weil sie nach neun Spieltagen nur ein Match weniger gewannen als die Krefelder, die nun  auch im kommenden Jahr wieder im Oberhaus des deutschen Tennis aufschlagen werden.

Anschließend kannte der Jubel bei den Anhängern des Stadtwaldteams unter den 500 Zuschauern auf der Anlage an der Hüttenallee keine Grenzen. Teamchef Hajo Ploenes kam auf den Centercourt und gratulierte Travaglia und den anderen Spielern. „Das Tennis wird immer verrückter“, sagte Ploenes mit der ein oder anderen Träne im Auge. Er wirkte mitgenommen und erleichtert zugleich. Gerade ihm war die Rettung nach dem Aufstellungsfehler gegen Neuss zu gönnen. 

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Vor dem ersten Ballwechsel des Tages knisterte es auf der Tennisanlage an der Hüttenallee nur so vor Spannung. Die Gäste waren mit dem bestmöglichen Aufgebot angereist und traten im Einzel mit den Kaderspielern von Position vier bis sieben an. „Zwei unserer Spitzenspieler sind bereits in Amerika, einer ist verletzt“, sagte Kölns Geschäftsführer Robert Haake. Aufgrund der Weltrangpositionen traten die Blau-Weißen als Favorit an. Das wurde zunächst von Beginn an deutlich. Denn Andrea Arnaboldi an Position vier und Federico Gaio an Position zwei gingen gleich weit in Führung. Doch Gaio verspielte im ersten Satz eine 5:1-Führung. Sein Gegner Dustin Brown präsentierte sich wie schon so oft zwischen Welt-und Kreisklasse, spielte plötzlich konstant stark und drehte das Match mit einer 6:5-Führung. Gaio rettete sich in den Tiebreak, wo er seine Stärken ausspielte und gewann. Der zweite Satz verlief bis zum 5:5 ausgeglichen, als Brown ein Break gelang und den Satz für sich entschied. Den Match-Tiebreak bestimmt dann aber der Italiener von Beginn an und setzte sich deutlich mit 10:3 durch. Arnaboli musste im zweiten Durchgang den Satzausgleich hinnehmen, behielt aber im Match-Tiebreak die Nerven, den er souverän für sich entschied. Damit war das rettende Ufer für die Krefelder schon mit einem großen Schritt (2:0-Führung) erreicht.

Unerwartet schwer tat sich an Position drei Andrea Collarini gegen seinen Landsmann Andrea Vavassori. Im ersten Satz kämpfte er sich nach 1:4-Rückstand zurück, unterlag aber im Tiebreak. Das setzte ihm wahrscheinlich mental mächtig zu. Denn anders ist das 0:6 im zweiten Satz kaum zu erklären. So blieb den Krefeldern noch die Chance, im Spitzeneinzel des Tages den einen notwendigen Punkt zum Klassenverbleib zu holen. Denn Stefano Travaglia, Nummer 98 der Weltrangliste, ging gegen den Belgier Kimmer Coppejans (ATP 211) als Favorit ins Match. Das bestätigte er im ersten Satz, als er mit einem Break 5:3 in Führung ging und den Durchgang auch gewann. Der zweite Satz entwickelte sich zu einem Krimi. Und wieder gelang dem Italiener beim Stande von 5:5 das vorentscheidende Break. Er musste dann zwar bei eigenen Aufschlag noch einen Breakball abwehren, zeigte sich aber nervenstark und sorgte für den vielumjubelten Sieg. Freudestrahlend schlug er mit der Hand auf das blau-weiße Vereinslogo und ließ sich feiern.

Im Doppel kamen dann auch noch die beiden Italiener Pellegrino und Paolo Lorenzi zu Einsatz. Letzterer kam so noch zu seinem Abschiedsspiel für Blau-Weiß. Denn der fast 40-Jährige wird seine Profikarriere nach den US-Open beenden. Mit einem Sieg konnte sich der Publikumsliebling nicht verabschieden. Auch das zweite Doppel ging verloren. Aber das tat der guten Stimmung beim abschließenden Umtrunk mit den Fans keinen Abbruch.