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Krefeld: Sebastian Breuer ist Europameister der Mountenbiker

Ein emotionaler Erfolg : Sebastian Breuer ist Europameister der Mountainbiker

Der Krefelder erlebte im spanischen Vielha im Nordwesten Kataloniens einen emotionalen Wettkampf. Den Sieg widmete er seinem verstorbenen Freund. Kurz vor der EM wurde er aus dem Kader der Nationalmannschaft gestrichen.

Den 26. Juni 2021 wird der Krefelder Sebastian Breuer nicht vergessen: An diesem Tag wurde der 31-Jährige im spanischen Vielha Europameister im Mountainbike. Es war ein unglaublich emotionaler Erfolg – und das nicht nur aufgrund der sportlichen Leistung, sondern weil er einem kurz zuvor verstorbenen Freund das Versprechen gab, diesen Titel zu gewinnen. „Den Sieg widme ich ihm. Für mich war dies alleine emotionell unglaublich, dass ich dieses Rennen gewinnen konnte“, berichtet der Mountainbiker. Zudem war der Titelgewinn auch eine Genugtuung gegenüber dem Bund Deutscher Radfahrer, der den in Kassel geborenen Breuer kurz vor der Europameisterschaft aus dem Kader der Nationalmannschaft strich. 

Es war ein warmer Sommertag im spanischen Vielha, das sich im äußersten Nordwesten Kataloniens im Val d’Aran befindet. Montainbiker Sebastian Breuer befindet sich bei der Europameisterschaft im Herzen der spanischen Pyrenäen an der Grenze zu Frankreich. Vor ihm liegt eine Strecke von 213 Kilometern, auf der er einen Höhenunterschied von 6.500 Metern zu bewältigen hat. „Die besondere Schwierigkeit an der Strecke waren zum einen die steinigen Downhills und zum anderen das Durchqueren der Flüsse. Aber auch die Temperaturunterschiede zwischen Berg und Tal hatten es in sich“, berichtet Breuer. So waren es unten um die 28 Grad, auf den höchsten Punkten der Strecken nur noch 10 bis 15 Grad. Doch der Krefelder trotze allen Widrigkeiten und fuhr nach 10 Stunden und 38 Minuten unbeschadet ins Ziel und holte sich den EM-Titel. Bei der Strecke verbrannte der 31-Jährige unglaubliche 9000 Kalorien. 

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Als Auszeichnung für seinen Titelgewinn erhielt Breuer nicht nur eine Goldmedaille, sondern auch ein weißes Trikot mit drei goldenen Sternen drauf. Dieses darf er nun ein Jahr lang tragen. „Für mich war das einfach unglaublich, dass ich mir diesen Titel gesichert habe. Es war äußerst emotional für mich, auch wenn man noch Zeit benötigen wird, um zu realisieren, was man tatsächlich erreicht hat“, sagt der Krefelder Radsportfan. 

Eine gewisse Genugtuung ist der Europameistertitel für den 31-Jährigen, denn der Bund Deutscher Radfahrer entfernte Breuer aus der Nationalmannschaft und nominierte einen anderen Fahrer. „Ich habe nur eine Mail erhalten, dass ich nicht mehr dabei bin. Über den spanischen Veranstalter habe ich dann eine Wildcard erhalten, so dass ich letztlich starten konnte“, berichtet der Krefelder. 

Wer denkt, dass Sebastian Breuer für die Ausübung seines Lieblingssports nur ein Mountainbike und etwas Sportkleidung benötigt, liegt vollkommen daneben. „Ich bin froh und dankbar, dass ich gerade in Sachen Ausrüstung gute Partner gefunden habe, die mich unterstützen. Aber ich habe ein Team neben mir. So zum Beispiel einen Trainer und einen Physiotherapeuten, die ebenso wie die vielen Reisen oder auch Trainingslager finanziert werden müssen“, berichtet Breuer. Dankbar für den einen oder anderen Partner und Sponsor wäre der frischgebackene Europameister sicherlich, um noch einige Einnahmen zu generieren. 

Wichtig wäre Breuer vor allem auch, dass der gesamte Radsport wieder ein positiveres Image bekommen würde und vor allem auch Nachwuchs generiert wird. 

Sebastian Breuer liebt aber nicht nur den Radsport, sondern auch Kaffee. Ende 2018 stellte er das Projekt „Lena´s Coffee Brand“ auf die Beine. Er ist also auch Gründer eines kleinen Coffee Startups.