Krefeld: Reiner Hohn stellt Strafantrag gegen Ex-Spieler des SC Viktoria

Amateur-Fußball : Reiner Hohn stellt Strafantrag gegen Ex-Spieler des SC Viktoria

Der Sportgerichts-Vorsitzende des Kreises Kempen-Krefeld wurde dazu vom Fußball-Verband aufgefordert. Bedrohung und Beleidigung nehmen zu.

(JH) Reiner Hohn, der Vorsitzende des Sportgerichtes des Fußballkreises Kempen-Krefeld, hat inzwischen Strafantrag bei der Polizei wegen Bedrohung und Beleidigung gestellt. Der ehemalige Spieler des SC Viktoria Krefeld Helder Mendes wurde am 17. Oktober vom Kreissportgericht aufgrund der Vorkommnisse bei einem Spiel in der Kreisliga B zwischen Viktoria und Spielsport Krefeld für ein Jahr gesperrt. Danach beleidigte und bedrohte der Ex-Spieler per Facebook den Vorsitzenden aufs Übelste (RP berichtete).

Der Fußballverband-Niederrhein forderte Hohn auf, Strafantrag zu stellen. Eine Kopie wurde dem Präsidenten des Fußballverbandes Peter Frymuth zugeleitet. Dieser Vorfall steht bei der Präsidiumssitzung des Fußballverbandes mit den Kreisvorständen am 25. November in Duisburg auf der Tagesordnung. Möglicherweise wird dieser Vorgang aber schon am 20. November in Nettetal ein Thema sein, wenn sich der Fußballverband mit dem Kreisvorstand des Kreises Kempen-Krefeld zu einem Dialog in Nettetal trifft. Auch hierzu wird Peter Frymuth erwartet.

Nicht nur dieser schlimme Vorfall beschäftigt derzeit das Kreissportgericht. Hohn ist regelrecht entsetzt über die Anzahl der Verfahren, um die er sich mit seinen Mitstreitern kümmern muss. „Seit dem Saisonstart im August haben wir schon über 30 Verfahren abgeschlossen. Sieben haben wir derzeit noch in der Bearbeitung. Vom vergangenen Spielwochenende kommen auch schon wieder zwei Verfahren auf uns zu. So was wie in diesem Jahr habe ich noch nie erlebt“, sagte Hohn am Montag im Gespräch mit der RP. „Es geht in den meisten Fällen um Bedrohung und Beleidigung gegenüber Gegenspieler und Schiedsrichter“, fügte er an. Er sieht in diesen Dingen aber auch ein Problem unser heutigen Gesellschaft: „Ich vermisse da den Respekt gegenüber Schiedsrichter und Gegenspieler.“ Nicht gerade förderlich für den Amateurfußball sind natürlich auch Vorfälle wie am vergangenen Sonntag beim Spiel zwischen dem SC Freiburg und Eintracht Frankfurt in der Bundesliga, wo ein Frankfurter Spieler den Freiburger Trainer umrennt. „Im Amateurbereich würde so ein Spieler für mindestens ein Jahr gesperrt. Im Profifußball wird der Spieler aber wahrscheinlich mit vier Wochen und einer saftigen Geldstrafe davon kommen, weil man keine langen Berufsverbote aussprechen kann. Das verstehen dann aber die Spieler in den Kreisligen nicht“, sagt Hohn. Um die Dinge auf Kreisebene in den Griff zu bekommen und um eine abschreckende Wirkung zu erzielen, denken die Verantwortlichen des Kreissportgerichtes und der Kommunen über Betretungsverbote für Sportanlagen für auffällig gewordene sogenannte „Sportler“ nach. Dazu sagte Hohn: „Ich wünsche mir, dass alle Urteile, die wir aussprechen, öffentlich kommuniziert werden, denn von der Verbreitung über die Medien verspreche ich mir eine Abschreckung.“