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Krefeld Ravens sauer über Spielabsage

American Football : Krefeld Ravens sauer über Spielabsage

Die Mönchengladbach Wolfpack sagten diese Woche die für den 12. September angesetzte Partie ab. Eine offizielle Begründung gibt es nicht. Die Verantwortlichen hoffen, dass es wenigstens noch zum Rückspiel kommt.

Zum zweiten Mal binnen zwei Monaten wird ein Spiel der Krefeld Ravens kurzfristig abgesagt. Nach den Neuss Legion, die im Sommer bei einem Testspiel so verfahren waren, sagten am Donnerstag die Mönchengladbach Wolfpack die für den 12. September angesetzte Partie ab. Eine offizielle Begründung gibt es nicht, inoffiziell aber heißt es aus Mönchengladbach, dass man zu wenige Spieler habe, da es zu viele Verletzte gebe. Aufgrund einer vor der Saison ausgegebenen Corona-Regel ist eine solche Absage möglich, ohne Repressionen fürchten zu müssen. Der Verband hatte die Regel erlassen, da sonst die Befürchtung bestand, nicht genug Teams für eine Saison zusammen zu bekommen.

Dennoch, im Lager der Ravens herrschte nach der Bekanntgabe Enttäuschung, Frust, aber auch ein Stück weit Wut vor.

Für Ravens-Mitgründer und Sportdirektor Dino Volpe ist ein schmaler Kader eine nur bedingt taugliche Erklärung. „Ich kann mich noch an Situationen aus meiner aktiven Zeit erinnern, in denen wir einen so schmale Kader hatten, dass wir Karteileichen aktiviert haben, um zum Spiel antreten zu können. Klar haben wir die Spiele dann hoch verloren. Aber wir haben unsere Haut teuer verkauft, unsere Ehre als Sportler verteidigt und hatten eben einfach ein Spiel in dem Sport, den wir lieben“, erzählt er.

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Besonders der hohe Aufwand, den die Krefelder bei ihren Spielen betreiben, sorgt für Enttäuschung, da dieser nun vergebens ist. „Wir haben für einen solchen Spieltag nicht nur viel organisatorischen Aufwand, sondern auch Kosten. Schon unser zweites Testspiel ist unter ähnlichen Bedingungen abgesagt worden. Auch da war es nur wenige Tage vor dem Spiel. Besonders bitter ist es aber für die Fans, die wir mittlerweile schon haben. Es gibt viele Zuschauer, die sich auf die Spiele freuen, die auch schon Tickets haben. Das ist sicher bei anderen Teams dieser Liga nicht unbedingt in dem Maße so. Aber ich denke, man sollte es bedenken, bevor man solch einen Schritt geht. Es geht dabei ja auch ein Stück weit um unseren Sport, den wir so gut wie möglich präsentieren wollen“, sagt der Ravens-Macher.

Ein kleines Gschmäckle bekommt die Absage überdies aufgrund der Tatsache, dass es bereits vor Wochen Gerüchte gab, die Wolfpack würden gegen die deutlich stärker eingeschätzten Krefelder nicht antreten. „Wir wollen niemandem etwas unterstellen, aber in der Summe fühlt es sich schon komisch an. Wir hoffen jetzt, dass wir zumindest ein Rückspiel bekommen. Wir wollen sportlich aufsteigen und unsere Punkte dafür auf dem Feld, nicht am grünen Tisch, holen“, sagt er deutlich.

Sein Bruder Aldo, ebenfalls Vorstand und Mitbegründer der Ravens und noch aktiver Spieler, der zunächst sehr emotional reagiert hatte, schlägt mit etwas Abstand versöhnlichere Töne an: „Ich bin ja Vater und möchte in bester Eltern-Tradition sagen: Wir sind nicht sauer – nur sehr enttäuscht“, sagt der Leistungsträger, der nach der laufenden Saison seine Karriere beenden möchte.

Auch im Team sorgte die Nachricht für Frust. Am besten fasst Niki Tenwinkel, Receiver und einer der Kapitäne im Team, der überdies in den ersten beiden Partien, jeweils gegen die Mühlheim Shamrocks, Touchdowns fing, wenn auch sein Endzonenbesuch im ersten Spiel durchaus strittig zurückgenommen wurde, die Stimmung zusammen: „Ich kann nicht verstehen, wie man so ein Spiel absagen kann. Egal, wie die Chancen sind, egal wie viele Ausfälle man hat. Es ist so lange nicht gespielt worden und ich habe so unfassbar Lust auf jedes einzelne Spiel. Es tut weh, dass wir nicht spielen und uns nach Neuss schon ein weiteres Spiel auf diese Art genommen wird“, sagt der Passempfänger.

Umso größer ist die Hoffnung der Verantwortlichen auf die kommende Saison. „Wir haben von der Ligenleitung die klare Zusage: Egal, wie viele Spiele gespielt werden, wenn wir am Saisonende oben stehen, dann steigen wir auch auf. In der vierten Liga ist ein riesiger Sprung in der Leistung, aber auch organisatorisch. Da werden wir mehr Spiele haben und richtig gefordert werden und Ausfälle wird es nicht geben“, blickt Dino Volpe voraus. Immerhin der Aufstieg ist mit der Absage näher gerückt, denn die Partie wird für die Ravens gewertet werden.

Und auch im Umfeld ist schon am Freitag schon wieder – ganz Ravens-typisch – die Zuversicht eingekehrt. „Wir machen es wie immer: Wenn uns Stolpersteine in den Weg geworfen werden, nutzen wir die als Sprungbrett, um noch weiter zu springen“, schwört Teammanagerin Conny Tenwinkel die Schwarz-Gelben ein. An Frust, Enttäuschung und den Fragen nach den Gründen aber ändert das wenig.