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Krefeld Pinguine vor dem Saisonstart

Eishockey : „Jeder will Teil der neuen Pinguine sein“

Wenn morgen im KöPa die 25. DEL-Saison der Krefelder mit dem Heimspiel gegen Bremerhaven beginnt, sollen die Zuschauer ein neues Gesicht ihrer Mannschaft sehen. Wer nicht zum Aufgebot gehören wird, entscheidet sich heute.

Geht es nach Brandon Reid, dann müssen sich die Fans der Krefeld Pinguine morgen Abend beim Heimauftakt gegen die Pinguins aus Bremerhaven um die Einstellung ihrer Mannschaft keine Sorgen machen. Der neue Trainer dekorierte nach der Renovierung der Kabine im König-Palast die Wände mit Sprüchen, die den Kanadier schon als gefährlichen Torjäger auf dem Eis auszeichneten. Er war stets ein Profi mit viel Herz und Leidenschaft, egal welches Trikot er trug. Das lebt er nun als Coach seinen Spielern vor. Denn nur mit Herz und Leidenschaft kann für ihn die Reise der Pinguine in der Deutschen Eishockey-Liga wieder nach oben gehen. Dazu impft Reid seinem Team seit dem ersten Trainingstag ein neues System ein, das nur mit einem gesunden Teamgeist zu 100 Prozent umgesetzt werden kann. „Wenn sich jeder der fünf Spieler auf dem Eis an seine Rolle hält, können wir jede Mannschaft schlagen“, sagte gestern Co-Trainer Pierre Beaulieu, der bei der Abschlusspressekonferenz vor dem Start seinen Chef vertrat, der zu diesem Zeitpunkt seine Schwiegermutter, mit der man es sich ja nicht verscherzen sollte, vom Flughafen abholen musste.

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Reid und Beaulieu sprechen anders als in der Vorsaison das Duo Adduono/Bazany eine Sprache. „Wir wollen unsere Spiele spielen, egal was der Gegner vor hat. Das ist die Botschaft, die wir hier vom ersten Tag an die Spieler senden. Dazu gehört Intensität und Leidenschaft. Dazu muss jeder jedem vertrauen“, sagte Beaulieu. Er erwartet, dass die Mannschaft defensiv sehr solide auftritt und mehr Schüsse zum Tor bringt, als zuletzt gegen Düsseldorf: „Daran haben wir diese Woche gearbeitet.“ Von Nervosität und Druck will Beaulieu trotz der holprigen Vorbereitung nichts wissen: „Jeder ist gespannt auf die neue Saison. Alle sind frisch, kennen ihre Rolle und wissen, was wir von ihnen erwarten. Jeder will am Freitag beim Start ein Teil der neuen Pinguine sein.“ Auf Einzelkünstler bauen die Trainer nicht. Was für sie zählt, ist das Team. Daher schickte Reid in den Testspielen auch konsequent vier Sturmreihen aufs Eis.

Wer morgen auf der Tribüne sitzen muss, steht noch nicht fest. Es wird innerhalb des Teams und im Umfeld viel diskutiert und spekuliert, wer dem Anforderungsprofi der Trainer bisher nicht gerecht werden konnte. Diego Hofland, der in der Vorsaison angesichts des großen Verletzungspechs seine Rolle als Notnagel besser erfüllte als erwartet, dürfte erneut als Ersatz gelten. Durch das Sieb fällt eventuell Greger Hanson, dem ein ähnliches Schicksal drohen könnte wie einst Hunter Bishop. Bei den vielen Fans steht dauerhaft Mathias Trettenes auf der Abschlussliste. Allerdings genießt der Norweger im Team ein DEL-taugliches Ansehen. Dass Kirill Kabanov oder Vinny Saponari ohne Lizenz Zeit bekommen, sich an das Team und die Liga zu gewöhnen, ist nicht zu erwarten. Beide verfügen über ausreichend individuelle Klasse. Doch wer weiß, Reid macht vor klangvollen Namen keinen Halt. Für ihn zählt nur die Leistung im Kollektiv.

Gestern im Training war nicht genau zu erkennen, wie die Sturmreihen morgen auflaufen werden. Vermutlich bietet Reid die sechs Verteidiger Lefebvre, Bruggisser, Noonan, Bettauer, Trivellato und Keussen sowie 13 Stürmer auf. Einer davon dürfte wegen der U23-Regel Philipp Kuhnekath sein. Ansonsten blieben nur 12 Stürmer übrig. Falls sich ein Verteidiger verletzt, könnte Philip Riefers in die Abwehr rücken und Kuhnekath dessen Platz im Angriff einnehmen. Mit einer Neuverpflichtung ist bis morgen nicht mehr zu rechnen. Aufsichtsratschef Wolfgang Schulz sagte gestern, dass man kein Interesse an Verteidiger Gabe Guenzel habe. Das sei nur ein Gerücht gewesen. Man wolle jetzt erst Mal warten, bis die Camps der NHL-Klubs schließen.