Krefeld Pinguine: Costello bricht den Roosters das Genick

Eishockey : Costello bricht den Roosters das Genick

Ausgerechnet der Ex-Iserlohner sorgte am Sonntagabend im Heimspiel gegen die Roosters für den vorentscheidenden Treffer zur 3:1-Führung der Pinguine. Die Zuschauer sahen im König-Palast ein packendes Match mit Boxeinlagen.

Die Pinguine bleiben der Derbysieger Nummer eins der Saison. Mit dem 4:1-Erfolg gegen die Iserlohn Roosters gelang den Schwarz-Gelben bereits der fünfte Sieg im fünften Duell gegen einen der Westrivalen Köln, Düsseldorf und Iserlohn. In einem packenden Match mit großem Unterhaltungswert, das durchaus Play-off-Charakter besaß, kamen die Zuschauer, darunter gut 400 Fans aus dem Sauerland, voll auf ihre Kosten. Mit einem starken Torwart Dimitri Pätzold im Rücken stemmten sich die Krefelder mit viel Kampf und Einsatzwillen gegen die geballte Offensivkraft der Gäste, standen gut in Unterzahl und nutzten selber ihre Überzahlsituationen sehr gut aus. Leider verloren die Hauptschiedsrichter teilweise die Kontrolle über das Match und trafen umstrittene Entscheidungen, wodurch auch ein wenig die Gemüter der Spieler erhitzt wurden. Negativer Höhepunkt war ein Ellenbogencheck des Iserlohners Camara gegen Linienrichter Kai Jürgens. „Der muss mit einer Strafe von 20 Spielen rechnen“, sagte Krefelds Sportdirektor Matthias Roos.

Im Vergleich zur Aufstellung vom Mannheim-Spiel musste Verteidiger Patrick Seifert, der gegen die Adler nur knapp sieben Minuten Eiszeit bekam, für Mathias Trettenes auf die Tribüne. Travis Ewanyk blieb zunächst als 13. Stürmer auf der Bank. Im Tor erhielt Dimitri Pätzold den Vorzug.

Die Pinguine legten los wie die Feuerwehr und waren nach drei Minuten bereits in Überzahl. Gerade als die Strafe ablief, traf Vinny Saponari mit einem Drehschuss ins Schwarze. Die Gäste steckten den Rückstand prima weg. Besonders wenn die beiden aktuellen DEL-Toptorjäger Camara und Matsumoto auf dem Eis waren, drohte Gefahr. So war es auch Camara, der bei einer Großchance am glänzend postierten Pätzold scheiterte (7.). Jubeln durften dann wieder die KEV-Fans, weil Martin Lefebvre in Überzahl mit einem fulminanten Distanzschuss traf. Doch die Roosters reklamierten sofort wegen zu hohen Stocks, und das zurecht. Denn Kirill Kabanovs Schlägerspitze war im Slot über Schulterhöhe. Die Roosters zeigten weiter, warum sie bisher nach Mannheim die meisten Treffer aller Klubs erzielten und glichen durch Friedrich aus (14.).

Das zweite Drittel war geprägt von Strafen gegen beide Teams. Bei einer doppelten Überzahl der Pinguine traf Chad Costello die Latte. Den Abpraller klärte Torwart Dahm (32.). Machtlos war er vier Minuten später. Kabanov tanzte durch die Abwehr. Sein Rückhandschlenzer prallte von Dahms Schulter ab. Bettauer schoss die Scheibe mit seinem 100. DEL-Scorerpunkt in die Maschen. Es ging turbulent weiter. Bei einem Gewühl vor dem Krefelder Tor streckte Philip Riefers Verteidiger Yeo mit einem Ellenbogencheck gegen das Gesicht nieder und wurde vorzeitig unter die Dusche geschickt. Er muss nachträglich mit einer Strafe rechnen. So mussten die Pinguine die letzten Sekunden des Schlussdrittels und den Auftakt der letzten 20 Minuten in Unterzahl überstehen. Das gelang mit viel Kampf und dank Torwart Pätzold, der zweimal in höchster Not rettete.

Die Gäste drängten weiter auf den Ausgleich. Die Pinguine lauerten jetzt auf Konter. Den ersten startete Greger Hanson, der aber vor dem Tor von Yeo abgedrängt wurde. Das reichte dem heißblütigen Verteidiger allerdings nicht. Er streckte den Schweden an der Mittellinie mit einem Faustschlag nieder. „Polizist“ Ewanyk knöpfte sich den „Boxer“ vor. Am Ende blieb eine zweiminütige Überzahl der Pinguine. Die nutzten sie zum 3:1 ausgerechnet durch den Ex-Iserlohner Costello. Dessen Schuss prallte vom Pfosten gegen die Kufe des Torwarts und von dort über die Linie. Damit brach er den Roosters das Genick. „Ich will unbedingt gegen Iserlohn gewinnen“, hatte der Topscorer noch am Freitag im Gespräch mit unserer Zeitung gesagt. 95 Sekunden vor dem Ende verließ Torwart Dahm bei einem Bully im Krefelder Drittel seinen Arbeitsplatz. Tim Miller gewann das wichtige Bully. Der Puck kam zu Garrett Noonan, der im Fallen mit einem wahren Kunstschuss ins leere Tor der Gäste traf. Aber damit nicht genug. Die Gemüter erhitzten sich. Ewanyk und Turnbull trafen sich zum Boxkampf, den der Krefelder für sich entschied und sich feiern ließ. „Oh wie ist das schön“, schallte es von der Nordtribüne.

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