1. NRW
  2. Städte
  3. Krefeld
  4. Sport

Krefeld: Piettas erfolgreiche Frustbewältigung

30. Deutschland Cup : Piettas erfolgreiche Frustbewältigung

Der Stürmer der Pinguine spielte beim Deutschland Cup stark auf. Präsident Reindl drückt dem DEL-Standort Krefeld die Daumen.

Spannende Spiele, eine tolle Stimmung und begeisterte Fans aus der ganzen Bundesrepublik prägten die 30. Auflage des Deutschland Cups, der zum zweiten Mal in Krefeld stattfand. Nach dem letzten Platz im Vorjahr belegte die mit vielen jungen Spielern gespickte deutsche Eishockey-Nationalmannschaft hinter der Schweiz Platz zwei und verpasste den Turniersieg nur ganz knapp (siehe auch Hauptsport Seite B5). „Das Turnier war wieder ein voller Erfolg. Auch mit den Zuschauerzahlen bin ich sehr zufrieden“, sagte Paul Keusch, Geschäftsführer des Arena-Betreibers Seidenweberhaus GmbH am frühen Sonntagabend. Auch die Verantwortlichen des DEB zeigten sich zufrieden. „Die Zusammenarbeit mit der Hallen-Managerin Inge Klaßen war hervorragend“, sagte Matthias Scholze vom Orga-Team des Verbandes. DEB-Präsident Franz Reindl sparte ebenfalls nicht mit Lob: „Es war hier in Krefeld wieder ein gutes Turnier für uns. Mit den Zuschauerzahlen sind wir zufrieden. Es ist überragend zu sehen, dass an einem Sonntag um 11 Uhr über 4.000 Leute zu einem Eishockeyspiel kommen.“

Achim Staudt vom KEV und Vize-Präsident des Eishockey-Verbandes NRW bedauerte, dass am Donnerstag weniger Zuschauer gekommen sind als im Vorjahr, obwohl es gerade im Westen so viele Vereine in der Nähe gibt. Das lag aber vielleicht am Wochenend-Ticket, das der DEB zum ersten Mal für dieses Turnier angeboten hat.

Auch wenn alle Mannschaften bei diesem Vierländer-Turnier vielen jungen Spielern die Chance gab, sich für die kommende Weltmeisterschaft zu empfehlen, konnte sich das Niveau nach den sechs Spielen insgesamt sehen lassen. Die Augen der Krefelder Fans richteten sich in erster Linie auf Daniel Pietta, der gemeinsam mit Felix Schütz die Oldies der DEB-Auswahl waren. Der 32-jährige Stürmer sprühte besonders in den beiden Duellen gegen Russland und der Schweiz nur so vor Spielfreude und gehörte nicht nur wegen seiner beiden Treffer zu den besten Akteuren seines Teams und dürfte bei Bundestrainer Toni Söderholm weiter auf der Kandidatenliste für die kommenden WM in der Schweiz stehen. Das Urgestein des Krefelder Eishockeys nutzte seine Länderspiele 107 bis 109 persönlich zu einer erfolgreichen Frustbewältigung. Schließlich hatte er vor fast zwei Jahren recht unglücklich das Olympia-Ticket sowie auch in diesem Jahr die Weltmeisterschafte verpasst. Dazu gesellte sich noch die Sorge um den DEL-Standort Krefeld, an dem er unbedingt seinen Zehnjahresvertrag erfüllen möchte. „Wir haben ein gute Teamleistung gezeigt. Es war heute das dritte Spiel in vier Tagen, das hat viel Energie gekostet. Wir hatten das Spiel trotzdem lange im Griff und haben am Ende unglücklich verloren. Wir hätten den Sieg verdient gehabt. Am Schluss haben wir noch alles probiert und den Torwart herausgenommen. Im vergangenen Jahr war es der vierte Platz, jetzt sind wir Zweiter. Ich glaube, das deutsche Eishockey kommt Stück für Stück voran“, sagte Pietta am Sonntag nach dem Turnierende.

Alle Eishockey-Fans, die zum ersten Mal beim Turnier in Krefeld waren, waren angetan von der Arena und das Angebot am Rande. „Wir sind alle Eishockey-Fans“ sangen die Anhänger in den Trikots ihrer Vereine am Samstagabend bei der Fan-Party in der Niederrheinhalle. „Geht es in Krefeld weiter?“ Diese Frage wurde den Fans im Trikot der Pinguine auch während der Spiele mit deutscher Beteiligung gestellt. Auch ehemalige Spieler der Schwarz-Gelben, wie zum Beispiel Torwart Patrick Klein oder Meister-Pinguin Günther Oswald erkundigten sich nach der aktuellen Lage. Auch der DEB-Präsident drückt den Pinguinen die Daumen, dass sie der DEL erhalten bleiben. „Ich hoffe, dass die Verantwortlichen die notwendige Unterstützung erhalten. Krefeld ist eine Eishockey-Stadt und ein super Standort“, sagte der Präsident.