Krefeld: Olaf Merkel Stiftung für Leistungs-Tennis

Der Startschuss fällt im Frühjahr 2020 : Olaf Merkel Stiftung für Leistungs-Tennis

Gemeinsam mit Unternehmer Dirk Köster und Trainer Ashley McMillan will der Teamchef des Bundesligisten Blau-Weiß den talentiertesten Nachwuchs vom Niederrhein fördern. Friedhelm Funkel gehört dem Kuratorium an.

Bei den Deutschen Tennismeisterschaften der Jugend gab es in den vergangenen Jahren selten Sieger vom Niederrhein. Das soll sich in naher Zukunft ändern. Das hat sich die „Olaf Merkel Stiftung Leistungstennis e.V.“ auf die Fahne geschrieben, die am Dienstag auf einer Pressekonferenz vorgestellt wurde. An der Spitze des Vorstandes stehen Dirk Köster (57), Chef des Krefelder Finanz-Unternehmens Timberland Finance, Olaf Merkel (67), Teamchef des Bundesligisten Blau-Weiß, und Tennislehrer Ashley McMillan. Zum Kuratorium der Stiftung gehört auch Friedhelm Funkel, Trainer des Fußball-Bundesligisten Fortuna Düsseldorf.

Dirk Köster, mit seinem Unternehmen seit diesem Jahr Titelsponsor des Tennis-Bundesligisten Blau-Weiß, hatte die Idee zu dieser Stiftung:„Ich unterstützte schon seit zehn Jahren den Krefelder Tennissport. Zehn Prozent flossen immer in die Jugend. Jetzt wollen wir gezielt und direkt fördern. Ich weiß, wie man Stiftungen gründet und wie man Geld dafür einsammeln kann. Wir drei verstehen und ergänzen uns sehr gut.“

Olaf Merkel war von dieser Idee sofort angetan: „Ich wurde von Dirk Köster und Ashley Mc Millan angesprochen, die sich schon viele Jahre kennen, und mit ins Boot geholt. Das ist genau auch meine Idee, leistungsorientierte Jugendliche zu fördern und was zurück zu geben von meinen jahrelangen Erfahrungen auf dem Platz, auf der Tour und rund ums Tennis.“ Die Stiftung plant auch die Zusammenarbeit mit Schulen.

Ziel der als Verein eingetragenen Stiftung ist es, Jugendliche aus dem Großraum Krefeld und mittelfristig auch bundesweit und international zu fördern. Dazu zählen die Koordination des Trainings und die Organisation individueller Trainingsreisen. Auch der schulische Weg, ein Studium oder die Berufsausbildung soll begleitet sowie die Eltern beraten werden. „Egal, für was sich unsere Spieler entscheiden, Ziel ist, dass sie Erfolg haben, nicht nur auf dem Platz, sondern auch im Privatleben“, sagte Olaf Merkel.

Sitz der Stiftung ist zwar Krefeld, aber ihr Zuhause fand die Stiftung in Moers im Tennis-Park der Familie Gardemann. Dort stehen sechs Hallenplätze und eine Außenanlage zur Verfügung. „Die Bedingungen sind ideal“, sagte Merkel. Trainingsstart ist im kommenden Frühjahr. Chef-Trainer Ashley McMillan rechnet damit, dass im Laufe der Zeit bis zu 40 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 8 und 18 in dem Leistungszentrum drei Tage pro Woche drei bis vier Stunden in verschiedenen Bereichen trainieren. Er sieht am Niederrhein erheblichen Nachholbedarf: „Wir sind in Deutschland wirklich nicht gut vertreten und stehen im Vergleich zu anderen Verbänden schlecht da. Die Leistung stimmt nicht, das wollen wir verbessern. Es werden professionelle Trainer zur Verfügung stehen. Wir haben auch eine Kooperation mit zwei Tennis-Akademien in Belgien, wo wir Trainingswochen durchführen wollen.“ „Auch die guten Spieler, die etwas älter sind, sollen weiter gefördert werden“, erklärte Merkel, der ja im Vorjahr vom Deutschen Tennisbund für seine Verdienste um den Tennissport ausgezeichnet wurde.

Einen Konflikt mit dem Tennisverband-Niederrhein oder den Vereinen sieht Merkel nicht: „Der Kontakt mit dem Verband besteht bereits. Die Leute dort sind sehr interessiert und wollen mit uns zusammenarbeiten und die Strukturen gemeinsam verbessern. Unsere Stiftung ist ja kein Geheimnis mehr, da wird schon seit Wochen drüber gesprochen. Die Reaktionen sind sehr positiv. Die meisten Eltern sagen endlich, Gott sei Dank kommt mal so etwas.“ „Wir wollen eine Nische schließen“, sagte Dirk Köster dazu.

Stiftung bedeutet nicht unbedingt, dass die Jugendlichen uneingeschränkt finanziell unterstützt werden. „Die Basis der Trainings muss selber oder vom Club übernommen werden. Wir greifen ein, wenn man über Turnierreisen oder die Betreuung durch Trainer bei Auslandsreisen spricht“, erklärt Merkel. Allerdings sei es auch möglich, Talente finanziell zu unterstützen, deren Eltern nicht dazu in der Lage sind.

Zu jeder Stiftung gehört in der Regel ein Kuratorium, dem oft prominente Persönlichkeiten aus Sport, Politik oder Wirtschaft anschließen, zum Beispiel Friedhelm Funkel, der bereits seine Zusage gab. „Mit seiner langjährigen Erfahrung als Coach kann er den Jugendlichen viele gute Tipps geben“, sagte Merkel.

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