Krefeld: Linus Michler träumt vom EM-Titel

Hockey U-21-EM : Linus Michler träumt vom EM-Titel

Der 21 Jahre alte Krefelder Linus Michler fährt am Donnerstag nach Valencia. Dort steigt die U-21-EM im Hockey. Ziel des CHTC Spielers ist der Titel mit der deutschen Nationalmannschaft.

„Wenn mir heute jemand Bronze anböte, würde ich nicht einschlagen“, sagt Linus Michler mit verschmitztem Grinsen. Der Bundesligaspieler des CHTC fährt mit einem ganz klaren Ziel am Donnerstag nach Valencia: Er will mit dem Titel als U-21-Europameister zurückkommen. „Einen dritten Platz habe ich ja schon vor drei Jahren errungen“, sagt er achselzuckend. Damals war das Team im Halbfinale knapp an Erzrivale Niederlande gescheitert. Auf diesen werden die DHB-Junioren auch in der kommenden Woche treffen. Die Vorrundengruppe bilden Deutschland, Niederlande, Österreich und Frankreich.

Die ersten beiden qualifizieren sich direkt für das Halbfinale. Klare Favoriten sind eben Deutschland, das unlängst ein acht-Nationen-Turnier mit einem fast identischen Teilnehmerfeld für sich entschied, und die Niederlande. „In der anderen Gruppe erwarte ich Gastgeber Spanien und Belgien ganz vorn“, sagt Michler. Das Hockey ist dem defensiven Mittelfeldspieler geradezu in die Wiege gelegt. Schon sein Vater Klaus war ein Fixpunkt des CHTC, feierte hier große Erfolge und wurde mit dem DHB Olympiasieger 1992 in Barcelona.

Für Sohn Linus ist er naturgemäß das große Vorbild. „Klar habe ich immer meinen Vater verfolgt und ihm nachgeeifert“, sagt er. Und wie dieser möchte er auch in der A-Nationalmannschaft spielen. „Dass das viele Reisen beinhaltet ist klar. Ein entspanntes Leben ist es nicht, aber ich möchte dieses Level erreichen“, sagt der junge Mann, der im Herbst ein Studium zum Wirtschaftsingenieur in Köln beginnen wird. Dann wird er mit Luis Beckmann eine Wohngemeinschaft eröffnen. Der Torwart gehört eigentlich ebenfalls zum U-21 Kader und ist Michlers Mannschaftskamerad beim CHTC. „Luis ist aber leider verletzt und wird nicht dabei sein“, sagt der junge „Sechser“. „Davon spricht man auch im Hockey, genau wie im Fußball“, erläutert er.

Eine Wohngemeinschaft zweier Krefelder zum Studium in Köln übrigens erinnert an zwei Spieler, die mit Krefeld und Deutschland große Erfolge feierten. „Wir machen es wie Oscar Deecke und Linus Butt. Der Vergleich drängt sich natürlich ein Stück weit auf. Mit ihren Erfolgen könnte ich sehr gut leben“, befindet Michler mit verschmitztem Lächeln. Abwerbeversuche der Konkurrenz aus Köln oder Mühlheim oder von noch weiter weg habe es übrigens nicht gegeben.

„Ich bin Krefelder und fühle mich hier wohl. Der CHTC ist mein Verein und ich bin ihm verbunden. Das wissen andere Teams und versuchen es gar nicht erst“, ist Michler überzeugt. Das dürfte auch als Europameister so bleiben.

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