Krefeld: Kampfsportabend in der Yayla-Arena mit Stefan Leko und Alpay Yamann

Kampfsportabend in der Yayla-Arena : Albay Yaman unterliegt nach großem Kampf

Der große Kampfabend in der Yayla-Arena endete enttäuschend: Das Comeback von Stefan Leko dauert nicht eine Runde, der Kampf des Kempeners Ali Rami fiel aus – und die Zuschauerzahl war bescheiden.

Es gibt Veranstaltungen, bei denen man hinterher fragt, ob sich der Besuch gelohnt hat. Im Falle des großen Kampfsportabends in der Yayla-Arena mit vier Box-, sechs K1- und zwei MMA-Kämpfen am Samstag lautet die ehrliche Antwort: Es kommt wirklich auf die Fan-Vorliebe an. Enttäuscht gewesen sein dürften die Fans des Kempener Boxers Rami Ali: Dessen Kampf war nämlich mangels Gegner komplett ins Wasser gefallen, so dass „der boxende Friseur“ gar nicht erst in den Ring stieg.

Zumindest zu sehen war K1-Kämpfer Stefan Leko. Der 45-Jährige, vor allem in Fernost eine Legende in dieser Art des Kampfsports, sollte gegen Karl Stahl sein Comeback feiern. Das allerdings verlief unerwartet kurz für den Krefelder, der in seiner Kampfbilanz von 114 Kämpfen zuvor nur 29 Niederlagen aufzuweisen hat: in der ersten Runde nämlich. Leko, der einst sogar bei einem Computerspiel ein auswählbarer Charakter war, präsentierte sich als Schatten seiner selbst. Bereits nach gut einer halben Minute musste er eine Rechte nehmen und ging zu Boden. Und als gut eine Minute später erneut eine Rechte ihren Weg ins Ziel fand, da kam schon das Handtuch aus Lekos Ecke geflogen: Technischer Knock-out bereits in der ersten Runde – das dürften sich die meisten der ohnehin nicht einmal 1000 Zuschauer anders erhofft haben.

Die sportliche Entschädigung aber bot der wohl beste Kampf des Abends zwischen dem Krefelder Alpay Yaman und Alexander „The Great“ Rigas. Die beiden Boxer, die bislang in ihren jeweils neun Kämpfen noch ohne Niederlage waren, jeweils fünfmal vorzeitig durch K.o. gewonnen hatten und für die es um den vakanten Continental-Titel im Halbschwergesicht des Verbandes IBO ging, boten sich ein bis zur letzten Sekunde spannendes, temporeiches Gefecht mit der Faust auf technisch äußerst hohem Niveau. Über die gesamten neun Runden beharkten sich die beiden mit wechselseitigen Vorteilen. Rigas ließ dabei oft die Deckung unten, während Yamann auf Doppeldeckung setzte - was sich auszahlte, denn eine Vielzahl der Schläge des 30-jährigen Rigas landeten eben in der Deckung. Am Ende mussten somit die Punkte entscheiden: 97:93, 95:95, 97:93 lautete die enge Wertung der Ringrichter - zu Gunsten von Alexander Rigas und zum Leidwesen des enttäuschten Alpay Yamann.

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