Krefeld: Isabel Steinke führt im Kreis 6 die Riege der Schiedsrichterinnen an

Fußball : Isabel Steinke führt im Kreis 6 die Riege der Schiedsrichterinnen an

Die 25-jährige Studentin aus Krefeld, die für den SV St. Tönis pfeift, leitet Spiele der Herren-Oberliga und steht in der Frauen-Bundesliga an der Linie.

Isabel Steinke ist derzeit das Aushängeschild der Schiedsrichtervereinigung des Fußballkreises Kempen-Krefeld. Die 25-Jährige pfeift seit dem Sommer 2018 bei den Herren Spiele bis zur Oberliga. In der 2.Frauen-Bundesliga pfeift sie bereits seit 2016, seit 2015 ist sie Deutschlandweit als Schiedsrichterassistentin in der ersten Frauen-Bundesliga unterwegs.

Isabel ist in Krefeld geboren, wohnt derzeit wegen ihres Medizinstudiums in Köln. Sie ist seit September 2010 Schiedsrichterin und hat vorher bei ihrem Heimatverein SV St. Tönis Fußball gespielt. Seit 2012 jagt sie nicht mehr dem runden Leder hinterher, sondern hat sich seitdem ganz der Schiedsrichterei verschrieben, wo sie in den vergangen Jahren einen steilen Aufstieg geschafft hat und nun zum DFB-Schiedsrichter-Pool gehört.

Eine Freundin und Tim Pelzer (Teutonia St. Tönis) haben sie motiviert die Schiedsrichterlaufbahn einzuschlagen: „Meine ganze Familie hat ja mit Fußball zu tun und die Spielleitungen von Tim fand ich cool, das war für mich eine neue Welt“, sagt Steinke über den Start ihrer Kariere. Ihr erstes Spiel leitete sie im Herbst 2010 bei den C-Junioren in Kempen. Beste Erinnerungen hat sie an ihren Einsatz als Assistentin beim Frauen-Bundesligaspiel zwischen dem VfL Wolfsburg und Bayern München im März 2017. „Das Spiel wurde im Fernsehen übertragen, da ich vorher noch nie bei einem TV-Spiel im Einsatz war, war das etwas ganz besonderes für mich“, sagte Steinke.

Den 12. August 2018 hat sie auch immer präsent: „Das Spiel zwischen dem 1. FC Kleve und dem VfB Hilden war meine erste Begegnung in der Oberliga. Ein Spiel ohne besondere Vorkommnisse. Ich hatte mit Jan Bongartz (Teutonia St. Tönis) und Jaroslaw Sobisz (Viktoria Krefeld) zwei tolle Assistenten an der Linie. In der vergangenen Saison wurde sie noch acht weitere Male in der Oberliga eingesetzt. Hinzu kommen neben den Spielen in der 2. Frauen-Bundesliga Einsätze in den höheren Nachwuchsligen bei Mädchen und Jungen sowie die Einsätze als Assistentin in der ersten Frauen-Bundesliga. „Ich bin in der Saison fast immer Samstag und Sonntag unterwegs. Entweder habe ich zwei Spielleitungen oder bin zu einem Spiel eingeteilt, wo die Anreise wegen der großen Entfernung schon am Vortag erforderlich ist“, sagte Steinke im RP-Gespräch Da bleibt kaum Zeit für weitere Hobbys und für ihren Freund Christian, der übrigens nichts mit Fußball am Hut hat, wie Steinke berichtete. Beide haben im Herbst einen Wanderurlaub in Transsilvanien geplant. Dann muss auch mal das intensive Training zurückstehen. Fünf Einheiten absolviert Steinke ansonsten wöchentlich. Sie ist regelrecht fasziniert von ihrer Schiedsrichtertätigkeit: „Das ist ein neutraler Posten, es geht um die Sache. Man muss ein Spiel lenken, die Kommunikation ist sehr wichtig. Du musst den Überblick behalten, neben dem Regelwerk ist vieles Kopfsache, es hängt meistens von dir ab, ob es eskaliert.“

 Für die nächste Zeit peilt sie den Sprung als Schiedsrichterin in die Frauen-Bundesliga an. Das traut ihr auch der hiesige Kreisschiedsrichterobmann Andreas Kotira (SV St.Tönis), den sie zusammen mit Werner Gatz (Fortuna Dilkrath) als ihren größten Förderer bezeichnet, zu. „Isabel hat einen hervorragenden Intellekt und frühzeitig ihre Leidenschaft für die Schiedsrichterei entdeckt. Sie hat ihren Weg konsequent verfolgt und immer beharrlich an ihrer Karriere gearbeitet. Vieles hat sie auch mit Leichtigkeit geschafft. Trotz Studium hat sie es hinbekommen, fast an jedem Wochenende zwei Spiele zu leiten“, sagte Kotira über die Vorzeigefrau der Schiedsrichtervereinigung Kempen-Krefeld.

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