Krefeld: „Ich sehe eine Entwicklung bei uns.“

Keine Panik beim Aufsteiger : „Ich sehe eine Entwicklung bei uns.“

Der A-Jugend-Trainer des Vereins bleibt trotz vieler klarer Niederlagen positiv.

Die Adler Königshof sind in der A-Jugend-Bundesliga noch ohne Punkt. Trotzdem sieht Trainer Ulf Andersson das Projekt als Erfolg. Sven Schalljo sprach mit dem Schweden.

Herr Andersson, auch am Wochenende gab es wieder eine klare Niederlage. Wie beurteilen Sie die Situation?

Ulf Andersson Es war wieder deutlich, aber wir glauben weiter an uns. Flensburg ist für mich das beste Team unserer ohnehin sehr starken Staffel, die in meinen Augen die beste der Vier ist. Aber die Jungs arbeiten weiter hart und sind jeden Tag im Training voll motiviert. Das freut mich natürlich sehr. Ich sehe auch eine Entwicklung, als Mannschaft wie individuell.

Sind Sie denn vom Niveau der Liga überrascht?

Andersson Schon ein bisschen, wenn ich ehrlich bin. Ich hatte gedacht, wir wären näher dran. Aber so können wir auch viel lernen.

Problematisch ist vor allem die Abwehr. Was fehlt hier?

Anderson Ich wusste von Anfang an, es geht nur über eine gute Defensive. Dass uns das nicht gelingt ist schade. Aber viele Gegentore resultieren auch aus offensiven Fehlern und schnellen Gegentoren. Wir müssen einfach insgesamt kompakter werden und die Fehler minimieren.

In der Jugend geht es vor allem um individuelle Entwicklung. Welcher Spieler hat den größten Sprung gemacht?

Andersson Es gibt einige, die sich sehr verbessert haben. Aber ich würde hier Till Lutzer nennen, der im linken Rückraum spielt. Er hat zum Beispiel seine Technik beim Sprungwurf komplett umgestellt. Das ist sehr schwer, aber er ist heute im Training schon um 100 Prozent besser. Das muss er jetzt nur noch im Spiel umsetzen. Aber auch hier ist immer mehr zu sehen, dass er das tut. Andere Jungs machen andere Prozesse durch. So haben Til Klause und Paul Dreyer zum Beispiel schon höherklassig gespielt, da ist die Entwicklung natürlich weniger deutlich, aber deshalb nicht weniger wichtig.

Auffällig ist, dass Sie zu Hause oft enge spiele haben, auswärts aber immer mit mehr als zehn Toren Differenz verlieren. Sind die langen Anreisen der Grund oder wo sehen Sie den?

Andersson Nein, ich denke, das ist Zufall. Wir hatten auswärts schlicht richtig starke Gegner. Ich denke, das wird sich relativieren, wenn wir uns dem Saisonende nähern.

Sie messen sich mit vielen großen Namen wie THW Kiel, SG Flensburg-Handewitt oder TuSEM Essen. Merkt man die Unterschiede?

Andersson Ja, diese Teams haben zum Beispiel viel weniger Probleme, Schule und Sport unter einen Hut zu bringen, denn sie haben eigene Akademien. Wir hatten in den Sommerferien nie das ganze Team, so etwas gibt es dort nicht. Das fehlt bei uns natürlich. Auch gehen starke, talentierte Spieler selbst bei gleichen Voraussetzungen natürlich lieber zu solch klangvollen Namen. Wir müssen eine andere Niesche finden. Aber ich möchte klar sagen: Ich habe große Hochachtung für die Arbeit in diesen Vereinen.

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