Krefeld: Fehlversuche kosten Frisch den Titel

Leichtathletik : Fehlversuche kosten Frisch den Titel

Hammerwerferin Nele Frisch warf zwar am weitesten, ihre Würfe waren aber ungültig.

(RP) Es sollte der bislang größte Tag in der noch jungen Karriere der 15-jährigen Nele Frisch vom SC Bayer Uerdingen werden, doch am ende kam alles anders. Die Hammerwerferin war angetreten, um bei den Deutschen U16 Meisterschaften in Bremen eine Goldmedaille zu holen. Diese lag da wie auf dem Präsentierteller und musste nur noch abgeholt werden. Zu groß war im Vorfeld die Überlegenheit vor der schüchternen Konkurrenz gewesen, als dass da wirklich etwas schief gehen konnte.

Der erste Versuch flog weit, doch verfehlte er den Sektor auf der linken Seite und war damit ungültig. Für Frisch war es kein Beinbruch, es blieben ja noch zwei Versuche, um sicher unter die besten Acht zu kommen und weitere drei Versuche zu bekommen. Doch Trainer Helmut Penert schwante schon Böses. Denn die Würfe nach zu weit links waren schon in der Vergangenheit die Schwachstelle seines Schützlings. Dieser ließ sich nichts anmerken, blieb äußerlich locker, trat zum zweiten Versuch an und - warf wieder links aus dem Sektor. Nun nahm der Druck zu und guter Rat war teuer. Das Duo Penert/Frisch entschied sich für einen Sicherheitsversuch aus nur zwei Drehungen. Der 3 kg Hammer flog dann auch zur Erleichterung aller mitgereister Sympathisanten besser geradeaus. Doch die Freude darüber wich schnell aus den Gesichtern, als sie feststellen mussten, dass Nele Frisch dabei mit dem Fuß aus dem Ring getreten war und damit als große Favoritin gescheitert war. Ironie des Schicksals war, dass selbst dieser Sicherheitsversuch wie auch die beiden ersten Versuche noch für den Deutschen Meistertitel gereicht hätte.

So gewann dann Jada Julien aus Dresden völlig unverhofft mit „nur“ 55,89 Metern. Frisch hatte in dieser Saison bereits mehrfach über die 60 Meter Marke geworfen. Was blieb war die Gewissheit, immer noch mit Abstand die jahresbeste Deutsche 15-Jährige zu sein und die Notwendigkeit, weiter hart an der Technik zu arbeiten, um es im nächsten Jahr bei der U18 DM besser zu machen.

Mehr von RP ONLINE