Krefeld: Die HSG steht in Minden vor schwerer Aufgabe

Dritte Liga : Marathonmann Roosna

Der Rechtsaußen bestreitet drei Spiele in vier Tagen. Die HSG reist Samstag nach Minden. Das Spiel ist herausfordernd, auch weil in der Halle die Atmosphäre fehlt. Für die Eagles beginnen mit dem Spiel die Wochen der Wahrheit.

Die HSG Krefeld eilte in den vergangenen Wochen von Sieg zu Sieg. Entsprechend groß ist das Selbstvertrauen der Eagles im Moment. Doch die Erfolge wurden durch die Bank gegen Teams aus der unteren Tabellenhälfte errungen. Der wirkliche Test für die Mannschaft steht nun bevor. Am Samstag geht die Fahrt zum TSV GWD Minden II und das Spiel wird in mehrfacher Hinsicht ein Test für die Mannschaft von Ronny Rogawska. Einerseits gehört Minden zu den Topteams der Liga, warf nur fünf Tore weniger als Leichlingen und ist damit offensiv die Nummer zwei in der Liga. Außerdem hat die erste Mannschaft, die in der Bundesliga spielt, Pause aufgrund von Länderspielen. Damit ist mit dem Einsatz vieler Talente aus dem Erstligakader zu rechnen.

Und dann ist da noch die Halle. Minden mag in der Bundesliga seine Zuschauer haben, das Interesse an der zweiten Mannschaft hält sich aber in sehr engen Grenzen. „Dort sind meist nichtmal die Freundinnen der Spieler“, sagte der letzjährige HSG-Trainer Dusko Bilanovic seinerzeit. Und auch der aktuelle Übungsleiter stimmt in den Tenor ein. „Die Spiele sind anders. Normal wird man entweder von 500 Menschen nach vorn getrieben oder ausgepfiffen. Aus beidem lässt sich Energie ziehen. Dort müssen wir uns selbst anfeuern“, sagt er.

Besonders schwer könnte diese Art der Selbstmotivation für Karl Roosna werden. Der Außen der Krefelder ist für die Nationalmannschaft seines Heimatlandes Estland nominiert worden. Da Minden eine Verlegung der Partie abgelehnt hatte, wird der Linkshänder von Donnerstag bis Sonntag dreimal spielen. Zunächst in Sittard für Estland gegen die Niederlande um Ex-HSG-Spieler Dario Polman, dann am Samstag für die Eagles in Minden und schließlich am Sonntag in Tallin gegen Slowenien. Entsprechend schwierig dürfte es für den jungen Torjäger werden, die nötige Energie auf das Feld zu bringen.

Ihm wäre eine Verlegung der Partie sicher zupass gekommen, doch Minden lehnte ab. „Aus ihrer Sicht kann ich das verstehen. Jetzt können sie mit einigen Bundesligaspielern antreten. An anderen Terminen wäre das nicht so leicht möglich. Für uns ist vor allem wichtig, dass wir eine Lösung gefunden haben, dass Karl dabei sein kann“, sagt Rogawska. Trotzdem dürfte Roosna in Minden die ein oder andere Pause mehr bekommen. Das könnte die Chance für Philipp Liesebach sein, der nach langer Verletzung zurück kommt. „Aber er ist noch nicht so weit, lange zu spielen. Da fehlt ihm noch etwas“, sagt der Trainer.

Als weitere Alternative stand unlängst mehrfach Gerrit Kuhfuß parat. Für ihn als Rechtshänder ist die Position nicht optimal, da er einen schlechten Wurfwinkel hat. Trotzdem, die Alternativen sind da und das ist ein gutes Zeichen für die Eagles, die nach der Pause in zwei Wochen auch wieder mit Henrik Schiffmann rechnen. Der volle Kader wird nun auch wichtig, denn dicke Brocken warten. Nach dem Vierten Minden kommen Leichlingen (2.), Menden (6.), Ahlen (5.) und die Dragons (3.). Die erste heiße Phase der Saison steht also unmittelbar bevor. Im Dezember wird die Tabellen zeigen, ob Krefelder Aufstiegsträume wirklich gerechtfertigt sind, oder das aktuelle Bild eher dem Spielplan geschuldet ist.

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