Krefeld: Die große Wechselbörse im Fussball

Amateur-Fussball : Die große Wechselbörse

In der Nacht vom 30. Juni auf den 1. Juli endete die Wechselfrist. Die meisten Clubs haben ihre Kader wieder komplett; jetzt dürfen nur noch vereinslose Spieler hinzukommen oder die, die bis zum 31. August einen Amateurvertrag unterschreiben.

LANDESLIGA 2 Zu den in der vergangenen Saison schon weit vorne platzierten Mannschaften gehörte der 1. FC Mönchengladbach. Dort warfen wie von Geisterhand plötzlich fast alle wechselwilligen Spieler - und das waren weit über ein halbes Dutzend - nach der Verpflichtung von Frank Mitschkowski als neuem Trainer ihren angepeilten Brötchengebern zum Teil mit späten Absagen die Planungen über den Haufen. Der SC Kapellen/Erft mit drei Ex-Fischelnern im Aufgebot und dem SV Sonsbeck mit dem neuen Coach Heinrich Losing, tragen neben Teutonia St. Tönis und der SpVgg. Sterkrade-Nord, zuletzt ziemlich unerwartet auf Platz drei gelandet, in der neuen Spielzeit die Favoritenbürde. Überraschungen aus anderen Richtungen, wie zuletzt aus Amern oder Wesel-Lackhausen, sind natürlich nicht ausgeschlossen. Während der 1. FC deshalb weitgehend auf das eingespielte Team der Vergangenheit zurückgreifen kann, scheinen Kapellen, Sonsbeck und Teutonia noch einiges draufgepackt zu haben.

Und der VfR Fischeln? Mit über 20 Neuzugängen und dem Weggang langjähriges Stammkräfte - wobei bei dem ein oder anderen der Lack schon etwas ab war - hat der neue Trainer Karl-Heinz „Kalli“ Himmelmann wahrlich Pionierarbeit zu leisten. Aber solche Herausforderungen hat der 54-Jährige in seiner langen Laufbahn schon häufiger angenommen und bewältigt. Auffällig: Alle vier Oberligaabsteiger sind der Parallelgruppe zugeordnet worden.

BEZIRKSLIGA 3 Der 1. FC Viersen, der seinen Kader ziemlich runderneuert hat, und Absteiger VfL Jüchen-Garzweiler, deren neuer Trainer Marcel Winkens, vorher bei den A-Junioren des TSV Meerbusch in Amt und Würden, wo er sich dann auch kräftig an den Nachwuchsspielern bedient hat (und beim Mitabsteiger Odenkirchen), sind die klaren Aufstiegskandidaten in dieser Gruppe, die mit Teams aus dem Neuss-Grevenbroicher Raum auch fünf neue Gesichter dazu bekommen hat. Fast von alleine versteht sich, dass für die Neulinge SV Vorst und VfL Willich der Klassenverbleib ganz oben auf der Agenda steht. Um das Ziel zu schaffen, scheint bei den Willichern aber noch personeller Nachholbedarf zu bestehen. Aber noch ist ja nicht aller Tage Abend. Hinter den Kulissen jedensfalls ist noch einiges in Bewegung. Und ob die Mennrather, zuletzt erst in der Relegation gescheitert, wieder oben mitmischen werden (ohne Torjäger Sandro Meyer), bleibt ebenso abzuwarten wie die nach dem tollen Endspurt deutlich höher geschraubten Erwartungen der immer noch auf Wolke sieben schwebenden Brüggener. Und der SSV Grefrath? Der hat nach dem Abstiegskrimi gegen Lirich erst einmal richtig durchgeatmet. Auf den ersten Blick müsste das neue Team aber allemal in der Lage sein, die Spielzeit in einem ruhigen Fahrwasser zu gestalten.

BEZIRKSLIGA 4 Hier ist der VfL Tönisberg als Mannschaft aus dem Kreis 6 allein auf ganzer Linie. Und mit den Zweitvertretungen aus Sonsbeck, Straelen, Homberg und Kleve gibt es gleich vier Teams, die meistens ein Buch mit sieben Siegeln sind, weil oft nicht klar ist, wer da aus der Ersten runter geht. Während bei Repelen fraglich scheint, ob sie noch einmal an die gute letzte Saison anknüpfen können - was auch für Broekhuysen gilt -, will Absteiger GSV Moers direkt wieder hoch, und auch die Schwafheimer, wie wieder Mal der TSV Wachtendonk-Wankum, haben einiges vor. Beim FC Aldekerk ist mit Jannis Altgen vom Oberligisten 1. FC Kleve der frühere Torjäger zurückgekehrt.

KREISLIGA A Weil sich von den drei Absteigern keiner den direkten Wiederaufstieg auf die Fahnen geschrieben hat - wie immer gehen zwei hoch -, rücken die in der vergangenen Saison schon weit vorne platzierten Teams aus Kaldenkirchen und Schiefbahn ganz besonders in den Fokus. Vor allen Dingen die Klinger-Auswahl hat personell schön zugelegt. Auch der TSV Bockum hat sich einiges vorgenommen, was ohne Abstriche auch für die Zweite aus Amern gilt. Wie sich der FC Hellas Krefeld in seinem zweiten Jahr in dieser Klasse präsentiert - letzte Spielzeit gehörte er zu den Überraschungen -, bleibt ebenso wie die Waldnieler, wo viel passierte, abzuwarten. Neuaufbau und Orientierung heißt das Zauberwort bei Dülken, dem VfB Uerdingen und Strümp, was immer einen besonderen Reiz hat. Geräuschlos wie fast immer verlief das allgemeine Wechselspiel beim OSV Meerbusch, Rhenania Hinsbeck, Hülser SV oder Viktoria Anrath, die allerdings den Weggang von Stammkeeper Tim Hildebrandt zu kompensieren hat, was nicht leicht wird. Alle vier wollen aber auf jeden Fall nicht so lange zittern, wie zuletzt. Die Zweite von Union Nettetal, die nun offiziell als U23 firmiert, muss ähnlich wie der Dülkener FC, ziemlich neu auf die Beine gestellt werden. Bis da die ersten Punkte vergeben werden, bleiben sie die großen Unbekannten.

Die Zweite des VfR Fischeln muss auf den ersten Blick einige Lücken schließen, was aber bei dem großen Kader der Ersten nicht zum Problem werden sollte. Von den Aufsteigern gibt sich TIV Nettetal, allerdings auch gut aufgemotzt (Ergin, Hoffmann usw.), sehr selbstbewusst. Sie könnten im Aufstiegskampf für eine Überraschung sorgen. Dagegen backen die St. Töniser Vereine SV und Teutonia II eher kleine Brötchen, wobei sich beim Schüler-Team Neuzugänge wie Ger oder Sauter schon vielversprechend anhören. Der SV St. Tönis baut auch eine Klasse höher wieder auf seine Vollstrecker Maiko Becker und Nils van Afferden.

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