Krefeld: Der Traum von der Deutschen Meisterschaft

Eiskunstlaufen: Der Traum von der Deutschen Meisterschaft

Antonia Storm zieht wieder die Blicke auf sich – sogar in Ägypten.

Auf die Frage, ob Antonia Storm eigentlich mal eine Eisprinzessin werden wollte, blickt die Eiskunstläuferin vom Eissport-Verein Krefeld zunächst in die Runde. Mutter Ruth eilt dann aber zur Hilfe: „Antonia hat zwei ältere Schwestern, die vor ihr mit dem Eiskunstlauf angefangen haben. Wenn Christina und Katharina auf dem Eis waren, dann stand sie als kleine Schwester immer mit an der Bande.“ Als die heutige Studentin der Sportwissenschaften im Alter von zweieinhalb Jahren in die Laufschule kam, war die Begeisterung, auf dem Eis zu laufen, endgültig geweckt. Mit drei Jahren war sie schon beim Vereinstraining des Schlittschuh Club Krefeld in der Fördergruppe für Talentierte rein gerutscht, ihre Vorbilder waren klangvolle Namen wie Tanja Szewczenko oder Nicole Schott, aber auch aus Krefeld gab es in Katharina Zientek jemanden, zu der die damals kleine Antonia hoch blickte.

2006 folgte der erste Start beim heimischen Ina-Bauer-Pokal mit Platz zwei. Ein Jahr später stand Antonia Storm dann ganz oben auf dem Siegerpodest. „Damals gab es den großen Wanderpokal, wo dann auch mein Name neben meinen großen Idolen eingraviert wurde. Der stand dann bei mir im Zimmer, da war ich richtig Stolz drauf“, erinnert sich Storm.

Im Alter von 15 Jahren merkte sie dann, dass ihre bisherige Leistung nicht mehr ganz ausreichte, um weiter nach vorne zu kommen. Der Übergang von Zweifach- auf Dreifachsprünge war  ohne intensives Training nicht zu bewältigen. Erst Schule, dann Training und Abends dann Hausaufgaben machen – das war der alltägliche Ablauf. „Natürlich habe ich auch mal geweint, dass ich nicht zu einem Geburtstag durfte“, erinnert sich Antonia. Doch es gibt auch Positives aus dieser Zeit zu berichten, denn die deutschlandweiten Teilnahmen an Wettbewerben wurden kurzerhand auch zu Familienausflügen genutzt. „Wir haben dann nicht nur den Sport genossen, sondern sind auch in den Städten, wo wie waren, shoppen gegangen oder haben sie einfach nur besichtigt“, sagt Mutter Ruth.

Auch als es auf das Abitur zuging, wurde ein passender Weg gefunden , beides zu kombinieren. „Die Schule war wichtig, aber ich hatte das Eiskunstlaufen noch in meinem Herzen“, sagt Antonia. Doch spätestens mit Beginn des Studiums 2016 wurde ihr klar, dass sie den Anforderungen nicht mehr gerecht wurde.  „Ich hatte für mich selber Orientierungsprobleme, immerhin ging es um den Sprung von der Junioren- in die Meisterklasse.“ Das Trainingspensum reduzierte sich auch bedingt durch den Studienort Paderborn, bei Wettkämpfen ging Storm nur bei kleinen Veranstaltungen an den Start.

Im vergangenen Jahr verbesserten sich die Bedingungen. Storm fand vor Ort die Möglichkeit, mehr Eiszeiten zu bekommen und wagte nach einer zweijährigen Pause ein Comeback im großen Rampenlicht. Zusammen mit Trainer und Choreograph wurden wieder Sprünge und Figuren einstudiert. „Ich bin fit und voll motiviert. Bisher bin ich zufrieden“, sagt Storm, die zum 14. Mal am Ina-Bauer-Pokal teilnahm. Dass sie im Kurzprogramm beim Doppel Flip patzte, kommentierte sie einfach nur mit „das passiert halt mal, wenn die Körperspannung weg ist“. Mit einer sehr guten und fehlerfreien Kür belohnte sie sich dann mit dem zweiten Platz.

Wie es mit ihr weitergeht weiß die 21-Jährige: „Ich will versuchen, in die Leistungsklasse I zu kommen und zum Abschluss vielleicht mal an einer Deutschen Meisterschaft teilzunehmen. Ich weiß auch wie viel an Arbeit und Schweiß dahinter stecken werden.“ Und um auf die Anfangsfrage zurück zu kommen: Einmal durfte sich Antonia schon  als Eisprinzessin fühlen, als sie im vergangen Ägyptenurlaub ihre Schlittschuhe mit dabei hatte und auf einer Eisfläche in einem dortigen Einkaufzentrum mit ihrer Darbietung die Besucherblicke auf sich zog.

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