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Krefeld: „Der Derbysieg wäre ein Traum“

Galopp : „Der Derbysieg wäre ein Traum“

Der Krefelder Jockey André Best startet am Sonntag mit Hengst Kellahen beim deutschen Höhepunkt im Galopprennsport.Beide gewannen schon vier Rennen.

Am kommenden Sonntag findet in Hamburg-Horn das Deutsche Derby der Galopper statt. 19 Pferde sind startberechtigt, darunter der von Hans-Albert Blume im Krefelder Stadtwald trainierte Hengst Palm Springs, der als Außenseiter in die Startbox einrücken wird. Aber auch unter den Jockeys sind Krefelder Interessen vertreten. Sattelkünstler Andre Best will sich mit 50 Jahren den Traum vom ersten Derbysieg erfüllen. Und seine Chancen darauf sind durchaus realistisch.

Andre Best wohnt mit seiner Frau in Oppum in einer schönen Eigentumswohnung. Vor einigen Jahren hat er als Jockey am Stall von Mario Hofer gearbeitet. Den beiden gefiel es in der Samt- und Seidenstadt so gut, dass sie hier sesshaft wurden. Inzwischen ist er als Jockey bei Trainer-Champion Henk Grewe in Köln beschäftigt und somit wurde die A57 seine zweite Heimat.

Sieben oder achtmal, so schätzt Andre Best, ist er bereits im Derby geritten, seine beste Platzierung war dabei 2006 ein 5. Platz mit Dark Dancer. Der Weg und die Geschichte zu seiner diesjährigen Derbyteilnahme muten teilweise märchenhaft an. Im Stall der Berliner Trainerin Sarka Schütz steht ein Hengst mit dem Namen Kellahen. Der lief 2019 dreimal in Rennen für zweijährige Pferde ohne, dass er sich dabei besonders hervortuen konnte. Beim dritten Start saß erstmals Andre Best im Sattel. Von seiner Art, den Hengst zu reiten, war die Trainerin so angetan, dass sie ihn auch weiterhin für Kellahen engagierte. Beim ersten Start 2020 in Berlin-Hoppegarten waren Kellahen und Best natürlich Riesenaußenseiter, was die beiden aber nicht daran hinderte zur Sensationsquote von 933:10 als Sieger über die Ziellinie zu gehen. Hier dachten noch alle Experten „das war reiner Zufall“, doch auch den zweiten Start in Hoppegarten gestalteten Andre Best und sein Schützling zu einem überlegenen Sieg.

Es folgten ein Sieg in Dresden und als vorläufige Krönung der Triumph in einer wichtigen Derbyvorprüfung in Hannover gegen einige Derbypferde aus großen deutschen Rennställen. Plötzlich war Kellahen einer der Favoriten für das Deutsche Derby, doch er besaß keine Nennung für das wichtigste Rennen im Leben eines Rennpferdes. Zum Glück gibt es aber die Möglichkeit einer Nachnennung, und die Besitzerin von Kellahen, Karin Bieskorn, nahm 65.000 Euro in die Hand und nannte ihren Hengst für das Deutsche Derby am Sonntag in Hamburg nach.

Das ist wahrlich viel Geld, doch auf den Besitzer des Derbysiegers warten stattliche 390.000 Euro und auch der Zweite bekommt noch 130.000 Euro. Die Frage, ob er nervös sei, beantwortete Andre Best mit einem klaren „Nein“. „Nach 30 Jahren Rennsport hat man viele Höhen und Tiefen erlebt. Ich bin sehr zuversichtlich, was die Chancen von Kellahen betrifft. Er ist ein Klassepferd, das sich immer weiter gesteigert hat. Wir beide werden am Sonntag unser Bestes geben und dann schauen wir mal, was am Ende dabei herauskommt“, bringt es der sympathische Reiter auf den Punkt.

Die Hamburger Rennen werden im Livestream unter www.deutscher-galopp.de frei zugänglich übertragen-