Krefeld: Comebacks bei der HSG bleiben ohne Erfolg

Handball-Zweitligist bleibt ohne Sieg : Comebacks bei der HSG bleiben ohne Erfolg

Beim Handball-Zweitligisten HSG Krefeld liefen Torhüter Frederik Stammer und Halbrechts Henrik Schiffmann nach langer Verletzung gegen Ferndorf wieder mit auf. Dennoch unterlag Krefeld mit 23:28.

Die HSG Krefeld läuft in der Zweiten Bundesliga weiterhin dem ersten Punktgewinn hinterher. Auch beim alten Rivalen aus Drittligazeiten, dem TuS Ferndorf, gab es für die Eagles nichts zu holen. HSG-Trainer Arnar Gunnarsson brachte es nach der Partie kurz und knapp auf den Punkt, warum sein Team mit 23:28 (10:16) verlor: „Unser Problem war, dass wir fünf oder sechs Zeitstrafen in der ersten Halbzeit bekommen und zehn Minuten in Unterzahl gespielt haben. Das war der eigentliche Unterschied, und den hat Ferndorf gut ausgenutzt. In der zweiten Halbzeit haben wir einmal sechs gegen vier in Überzahl gespielt, aber Ferndorf macht 3:1 Tore gegen uns.“

Knackpunkte bei der HSG waren die Abwehr in Überzahl, aber auch mit einem Mann mehr vorne gelang es nicht, richtig zu doppeln, um effektiver den Torabschluss zu suchen. Hinzu kam die insgesamt ruppige Spielweise, während der 60 Minuten gab es drei Rote Karten, unter anderem für Josip Cutura nach seiner dritten Zeitstrafe, sowie zwei auf Seiten der Gastgeber für Thomas Rink und Andreas Bornemann. Bornemann erhielt nach einem Foul an Dorian Wöstmann vier Minuten vor dem Ende zusätzlich noch die Blaue Karte. Der Krefelder lief in den Kreis, dabei erwischte der Ferndorfer ihn mit dem linken Arm am Kopf. Wöstmann lag minutenlang mit einem verrenkten Kiefer auf dem Boden und musste von Mannschaftsärztin Laura Ufermann behandelt werden. Zuvor hatten die Eagles schon in der 41. Minute einen Schockmoment: Abwehrchef Damian Janus war nach einem Blockversuch auf die Schulter gefallen, lief nach kurzer Verletzungspause aber wieder auf.

Einen anderen Grund für die Niederlage fand Halbrechts Henrik Schiffmann. „Wir haben uns sehr schwer getan gegen die Abwehr von Ferndorf, deren Verhalten sehr offensiv gewesen ist. Wir haben dagegen viel aus dem Stand gemacht, um das Spiel flüssiger zu gestalten. Das war sehr kräfteaufreibend und wirkte sich auch auf unsere Torausbeute negativ aus“, sagte Schiffmann, der trotz eines gelungenen Comebacks mit drei Toren unzufrieden war. Mit Frederik Stammer feierte ein weiterer Akteur der HSG nach langer Verletzung seinen Einstand in der Zweiten Liga. In der 23. Minute kam der Däne für den bis dato gut haltenden Norman Toth ins Tor: „Im Moment ist es schwierig die richtigen Worte zu finden. Ich sehe, dass wir immer in kleinen Prozessen dazu lernen. Aber momentan ist das noch nicht genug, um zu punkten. Ich kann leider nicht sagen, wieso das so ist.“ Angesprochen auf sein erstes Gegentor analysiert er aber haarscharf: „Ich habe im Vorfeld die Würfe der Spieler auf Video angeschaut. Bei dem Wurf hat Damian Janus gut geblockt, aber der Ball bekam nach dem Aufprall auf dem Boden noch soviel Spin, wodurch er die Richtung änderte und ich nur reflexartig reagieren konnte. Dabei habe ich mir den Ball selber ins Tor gehauen.“

Ganz so hängende Köpfe gab es trotz der Niederlage trotzdem nicht, denn am kommenden Freitag steht in der Glockenspitzhalle das Lokalderby gegen Bayer Dormagen an. Und da ging HSG-Trainer Gunnarsson in der Presskonferenz mit positiven Gedanken voran. „Wir holen den ersten Punkt gegen Dormagen“, sagte der Isländer selbstsicher. Dass die zweite Halbzeit mit 13:12 gewonnen wurde, dürfte seinen Worten noch den nötigen Motivationsschub verleihen, um noch konzentrierter vorzugehen.

HSG: Sammer, Toth – Schiffmann (4), Sario (1), Jaeger (1), Wöstmann 2), Cutura (1), Janus, Roosna, Vonnahme, Luciano (1), Gentges, Schulz (4/2), Hansen (3), Ciupinski (2), Brüren (4/2)
Zuschauer: 1053