Krefeld: Bockum verhindert zweistellige Niederlage

Spiel des Jahres für den Fußball-Aligisten : Bockum verhindert zweistellige Niederlage

1150 Zuschauer sahen am Dienstagabend einen couragierten Auftritt des Fußball-A-Ligisten gegen den Bundesligisten Fortuna Düsseldorf. Überschattet wurde das Spiel von einer schweren Schulterverletzung des Düsseldorfers Barkok.

Der Fußball-A-Ligist TSV Bockum stemmte sich am Dienstagabend im Freundschaftsspiel gegen Bundesligist Fortuna Düsseldorf erfolgreich gegen eine zweistellige Niederlage. Nur Sieben auf einen Streich gelangen dem übermächtigen Team aus der Landeshauptstadt vor 1150 Zuschauern. Ein Ehrentreffer blieb den Gastgebern wie schon vor zwei Jahren gegen die Elf von Trainer Friedhelm Funkel beim 0:7 verwehrt. Der Wettergott meinte es nicht gut mit den Bockumern, die mit ihren 60 Helfern den Zuschauern sehr gute Rahmenbedingungen boten. Eine Stunde vor Spielbeginn begann es zu regnen, was sicher viele Fans davon abhielt, sich die Fortuna anzuschauen. Während der 90 Minuten blieb es dann aber trocken.

Es dauerte keine sechs Minuten, da eröffnete Fortunas Neuzugang Kelvin Ofori den Torreigen. Doch wer jetzt mit einem Schützenfest rechnete, wurde enttäuscht. Die Bockumer, die spätestens in fünf Jahren in der Landesliga spielen wollen, wehrten sich nach Kräften, hielten stark dagegen und konnten die Niederlage bis zur Pause unerwartet in Grenzen halten. Dafür sorgte vor allem Torwart Bora Karahan mit einigen tollen Paraden. Und wenn er wie zweimal schon geschlagen war, rettete jeweils Maurice Kreutz in höchster Not. Ein Highlight war der Fallrückzieher von Ofori, der gegen den Pfosten knallte.

Nach der Pause schickte Funkel, der auf viele Stammspieler verzichtete, weitere Akteure seines zweiten Anzugs auf den Rasen. Auch die taten sich schwerer als erwartet. Treffer Nummer fünf ließ lange auf sich warten (68.). Hier und da ging ein Raunen durch die Zuschauer, wenn die Bockumer mal in den Strafraum der Fortuna kamen. Zwei Minuten vor dem Ende hatte Maurizio Garau-Serra die beste Gelegenheit zum Ehrentreffer. Nach einer scharfen Hereingabe kam er gegen Fortunas Torhüter Florian Kastenmeier einen Tick zu spät, um den Abpraller zu verwerten. In der Endphase musste der Bundesligist noch eine bittere Verletzung hinnehmen. Der in der Pause eingewechselte Torwart Leon Pietta, Bruder des Pinguine-Stürmers Daniel Pietta, prallte im Strafraum mit Aymane Barkok zusammen, der sich dabei eine schweren Schulterverletzung zuzog. Der Schiedsrichter entschied auf Elfmeter, den Dawid Kownacki sicher verwandelte. Trainer Funkel wirkte aufgrund der Verletzung seines Spielers hinterher schockiert: „Ich stehe noch ganz unter dem Eindruck der schweren Verletzung am Schultereckgelenk meines Spielers. Es war ein unglücklicher Zusammenprall. Wir haben ein paar Tore zu wenig gemacht. Es hätten mindestens fünf mehr sein müssen. Bockum hat mit viel Leidenschaft gespielt.“ Die Verantwortlichen der Fortuna kontaktierten unmittelbar nach Spielende Mannschaftsarzt Dr. Ulf Blecker.

Bockums Torhüter Bora Karahan sorgte mit einer sehr guten Leistung dafür, dass bis zur Pause nur vier Gegentreffer fielen. Foto: Jochmann/Jochmann, Dirk (dj)
Trainer Friedhelm Funkel stand während des Spiels neben der Auswechselbank und beobachtete das Geschehen nahezu kommentarlos. Foto: Schoofs

TSV-Coach Andre Rogge sagte nach dem Spiel: „Ich bin hochzufrieden. Unser Ziel war es, unter zehn zu bleiben und selber ein Tor zu erzielen. Ein Ziel haben wir erreicht. Wir wollten den Ball laufen lassen und nicht nur verteidigen. Das haben meine Jungs gut umgesetzt. Im Vordergrund stand heute der Spaß. Vor dem Tor der Fortuna waren wir wohl etwas zu nervös, deshalb hat es mit dem Ehrentreffer nicht geklappt.“

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