Krefeld: Blau-Weiß rettet im Doppel einen Punkt

Tennis-Bundesliga : Blau-Weiß rettet im Doppel einen Punkt

Die Krefelder trennten sich am Sonntag zum Auftakt der Tennis-Bundesliga im Heimspiel vom Gladbacher HTC vor 1400 Zuschauern mit 3:3. Marco Cecchinato bezwang im Spitzeneinzel des Tages Philipp Kohlschreiber.

Einen Tennis-Krimi von aller erster Güte erlebten 1450 Zuschauer am Sonntag im Stadtwald. Die Mannschaft von Blau-Weiß Timberland Finance Krefeld lag in ihrem Auftakt-Heimspiel der Tennis-Bundesliga gegen den Gladbacher HTC nach den Einzeln mit 1:3 zurück und sah zu Beginn der beiden Doppel wie der Verlierer aus. Doch dank der tollen Unterstützung der Blau-Weiß-Fans retteten die beiden Doppel den Gastgebern den einen Punkt. Das war die Krönung eines tollen Tennistages mit sehr hochklassigen und spannenden Duellen. In vielen entscheidenden Phasen der Einzel fehlte den Gastgebern in diesem Niederrhein-Derby das notwendige Glück, um gewinnen zu können. Es war insgesamt das erwartet enge Duell zweier Teams, die im Kampf um die Meisterschaft ein Wörtchen mitreden dürften.

Bei der Vorstellung der Spieler auf dem SWK-Centercourt waren die Tribünen schon so voll besetzt wie selten zuvor. Die Zuschauer staunten nicht schlecht, dass die Gäste aus der Vitusstadt auch ihre Nummer eins Philipp Kohlschreiber mitgebracht hatten, der eigentlich nur bei den Heimspielen zum Einsatz kommen sollte. Auch die Blau-Weißen präsentierten eine Überraschung. Jürgen Melzer, der am Freitag in Wimbledon noch im Mixed auf Rasen stand, machte auf dem Weg zurück in seine Heimatstadt Wien Halt in der Seidenstadt.

Die Aufstellung beider Mannschaft deutete auf ein ausgeglichenes Duell hin. Jedes Team war auf zwei Einzelposition vom ATP-Ranking besser besetzt. Das galt für Simone Bolelli (ATP 186), der zum Auftakt auf den Kasachen Aleksandr Nedovyesov (ATP 200) traf. Die Entscheidung im ersten Satz fiel im Tiebreak. Dabei konnte Bolelli eine 5:2-Führung nicht ins Ziel retten und unterlag mit 6:8. Im zweiten Durchgang hatte er für kurze Zeit einen Durchhänger, den sein stark aufschlagender Gegner zum Sieg nutzte. Auf dem Nebenplatz lief es zunächst gut für Paolo Lorenzi (ATP 106), der gegen den Spanier Albert Ramos-Vinolas (ATP 99) mit 4:1 in Führung ging. Dann nahm der Italiener etwas Dampf aus seinem Spiel. Dadurch bekam sein Gegner Oberwasser, drehte den Satz und gewann. Im zweiten Durchgang hatte Lorenzi dann im Tiebreak Pech, als ihm der Schiedsrichter einen Punkt „klaute“.

Mit dem 0:2-Rückstand ging es dann in die zweite Einzelrunde, bei der keine Maus mehr auf die Anlage an der Hüttenallee passte. Dabei traf Marco Cecchinato im Spitzeneinzel des Tages auf Philipp Kohlschreiber. Noch vor Wochen hatte der Deutsche den Italiener beim ATP-Masters in Rom mit 6:3, 6:3 bezwungen. Diesmal drehte Cecchinato den Spieß mit einer starken Vorstellung um. Seine Leistung schmälert auch nicht die Tatsache, dass Kohlschreiber drei Wochen nicht auf Sand gespielt hatte und aus dem Urlaub angereist war.

Auf dem Nebenplatz lieferte sich Alessando Giannessi (ATP 160) mit dem Slowaken Andrej Martin (ATP 120) einen tollen Schlagabtausch, der die Zuschauer förmlich von den Sitzen riss. Der erste Satz, den der Italiener im Tiebreak gewann, war von Breaks geprägt. Im zweiten Satz war Martin der bessere Spieler. Im Match-Tiebreak leistete sich Giannessi beim Stande von 5:5 zwei leichte Fehler und holte danach keinen Punkt mehr.

Nach dieser Niederlage standen die Blau-Weißen mit dem Rücken zur Wand, aber ihre Fans wie eine Wand hinter den beiden Doppeln und sorgten für eine unglaubliche Stimmung. Aber nach dem jeweils ersten Satz deutete sich eine Derby-Niederlage für Krefeld an. Doch sowohl das Duo Cecchinato/Melzer als auch Lorenzi/Bolelli gaben sich nicht geschlagen und erzwangen den Match-Tiebreak. Dort ließen Cecchinato und Melzer nichts mehr anbrennen. Dagegen lagen Lorenzi und Bolelli gegen das deutsche Duo Kohlschreiber/Sandkaulen schon mit 3:5 hinten, als sie dann sieben Punkte in Folge machten und unter dem großen Jubel der Zuschauer gewannen. Danach stand die Anlage Kopf.

„Es lief heute eigentlich gar nicht für uns. Uns fehlten auch noch zu Beginn der beiden Doppel die glücklichen Punkte. Dann kippte das zum Glück noch“, sagte Teamchef Olaf Merkel. Kurze Zeit später erhielt er einen Anruf aus London von seiner neuen Nummer eins Christian Garin. Der Chilene kommt am heutigen Montagabend nach Krefeld und trainiert bis zum Heimspiel am Freitag gegen Kurhaus Aachen im Stadtwald.

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