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Krefeld: 400-Seiten-Buch über Dauerbrenner Axnick

Fußball : 400-Seiten-Buch über Dauerbrenner Axnick

Der 52-Jährige gehört zu den bekanntesten Spielern in der Krefelder Amateurfußball-Szene. Als er vor zwei Jahren seinen runden Geburtstag feierte, schenkte ihm sein Patenkind eine Dokumentation seiner Zeit als Spieler und Trainer.

Am 24. Juli 2019 wurde Holger Axnick 50 Jahre alt. Von seinem Patenkind bekam er zu diesem Jubeltag ein 400 Seiten starkes Buch mit den Stationen seiner Fußball-Karriere, garniert mit Montags-Zeitungsausschnitten von 1991 an, geschenkt. Hier kann Spiel für Spiel genau nachgeschlagen werden, was so alles mit ihm und um ihn herum so passiert ist. In welchem Verein hat er gespielt, wer waren seine Trainer, wer schoss die Tore oder flog vom Platz bzw. was machte er nach seiner offiziellen Laufbahn als Spieler. Und was macht er nach seinem runden 50. Geburtstag?

Diese Antwort ist ganz einfach: Er jagt immer noch dem runden Spielgerät nach und zwar bei den Altherren von Preussen Krefeld. Hier sind seine Mitspieler unter anderem Heiko Jepp, Marcus Bister (Manager beim Landesligisten VfL Tönisberg), Andre Dix, Harald Kam, Michael Lurz, Andreas Polenski, Markus Schroers, Tom Vogels, Achim Zimmermanns oder Peter Intveen. Preussen ist für diese Ehemaligen, die weiß gott nicht alle auf Hubert-Houben gespielt haben, so eine Art Sammelbecken, weil es hier noch einen einigermaßen organisierten Spielbetrieb gibt - es gibt eine Ü32, Ü40 und Ü50 -, was heutzutage für Altherren-Teams nicht mehr die Regel ist.

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Für Axnick begann alles beim CSV Marathon Krefeld. Von da wechselte er für zwei Jahre zum BV Union, ehe es wieder zurück an die Edelstahl-Kampfbahn ging. Beide Clubs waren damals im Nachwuchsbereich eine gute Adresse. Von 1985 bis 1991 spielte er bei den Schwarz-Gelben in der Ersten, war nicht nur eine feste Größe, sondern ein absoluter Leistungsträger. Trainer und Förderer von ihm war der Leo Peters, mit dem er heute noch engen Kontakt pflegt. Interessant in diesem Zusammenhang: Als Offensivkraft rückte er so nach und nach immer weiter nach hinten. Der Hülser SV, damals wegen seines guten finanziellen Umfelds mit klaren Ambitionen zu Höherem berufen, wurde auf ihn aufmerksam. Trainer war Hans Struck und Torwarttrainer der legendäre Bayer-Keeper „Manni“ Kroke. Axnick war als konsequenter Innenverteidigung oder auch auf der Sechs auf Anhieb Stammkraft. Unvergessen die Nachbarschaftsduelle gegen den SV Thomasstadt Kempen.

Ganz hoch bis in die Verbandsliga (heute Oberliga), ging es dann mit Kurt „Kon“ Schramm als Trainer, der vorher noch selbst gespielt hat und dessen sportliche und berufliche Heimat Bayer Uerdingen war. Später machte sich Schramm, der heute am Tegernsee wohnt - in direkter Nachbarschaft zu Uli Hoeneß -, einen Namen als Spielerberater und war Entdecker und Berater von Lukas Podolski und anderen Kickern.

Nach elf Jahren in Hüls verdiente er sich bei seinem Stammclub CSV Marathon als Peters-Nachfolger die ersten Trainersporen. Anschließend stand im gleichen Job wieder der Hülser SV auf seiner Agenda, wo mittlerweile Hans Otten, der vorher in St. Hubert war, das Sagen übernommen hatte. Anfänglich als Coach der Zweiten, weil es bei den Grünhemden nach einem Zwangsabstieg wegen großer finanzieller Not für eine Saison keine Erste gab. Axnicks Hauptaufgabe: Das Zusammenstellen eines neues Teams für die Landesliga. Danach arbeitete er drei Jahre für die B-Junioren von Bayer Uerdingen und zum Schluss, mit mittlerweile 46 Jahren, noch eine Spielzeit bei Preussen Krefeld II. Ein Dauerbrenner im wahrsten Sinne des Wortes. Und das ist privat auch kaum anders. Über zehn Jahre ist er schon, in St. Tönis wohnend und beruflich als Fensterbauer tätig, mit seiner Sabine zusammen; eben ein Dauerbrenner. Und was ist mit heiraten? Ja auch und zwar im Juli nächsten Jahres.