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Krefed: Indisches Nationalteam zu Gast beim CHTC

Hockey : Indisches Nationalteam zu Gast beim CHTC

Am kommenden Sonntag und Dienstag finden in Krefeld an der Hüttenallee Hockey-Länderspiele zwischen Deutschland und Indien statt. Wegen der Corona-Pandemie sind keine Zuschauer erlaubt.

Wer derzeit an der Hüttenallee spazieren geht, der hört zumindest teilweise wieder das vertraute Klacken der harten Hockey-Bälle, die auf die hölzernen Schläger treffen. Doch die Geräuschkulisse ist nicht immer wie gewohnt, denn neben dem Deutschen Nationalteam trainiert auch die Mannschaft Indiens derzeit am Stadtwald. „Sicherlich ist Krefeld von Indien aus nicht eben um die Ecke. Aber wir haben hier hervorragende Bedingungen für ein Trainingslager”, erzählt Graham Reid. Der 56 Jahre alte Australier ist Trainer des Teams.

„Wir hatten im Vorlauf der Pro-League, die für uns im April weiter geht, eigentlich den Gedanken in Mönchengladbach Testspiele gegen Deutschland auszutragen. Sie sagten dann aber, dass sie in Krefeld sind”, erzählt der erfahrene Übungsleiter, der das Team im Jahr 2019 übernahm, weiter. So entschied sich auch er mit seinem Staff für die Seidenstadt. „Als wir alles klar gemacht haben lag hier noch Schnee, aber die Vorhersagen waren gut. Dennoch haben wir etwas gezittert”, berichtet er schmunzelnd.

Der Grund für die Entscheidung trotz der fragwürdigen Witterungsbedingungen war aber vor allem die Ausstattung an der Hüttenallee. „Als wir gehört haben, dass hier der Tokio-Rasen liegt war für uns klar, dass wir hier trainieren wollen. Wir waren zwar schon einmal in Tokio selbst und haben dort getestet, aber je mehr Training man bekommt, desto besser. Jeder Rasen ist ein Stück anders. Die Bälle fangen, gerade auf älteren Spielflächen, an etwas zu hoppeln. Das ist hier anders. An dieses Geläuf können wir uns nun weiter gewöhnen”, erläutert Reid.

Sein Kapitän PR Sreejesh freut sich, endlich wieder spielen zu können. „Krefeld ist sehr schön ruhig. Ich weiß nicht, ob es mit Covid zusammenhängt, aber es sind viel weniger Menschen unterwegs, als in Indien. Das gefällt mir. Die Bedingungen sind perfekt, wir haben ein gutes Hotel mit tollem Essen, der Platz ist sehr gut, wir sind glücklich”, erzählt der Torwart mit bereits 234 Länderspielen. Dabei sind die Spiele gegen Deutschland am Sonntag und Dienstag wichtig. „Wir haben jetzt ein Jahr lang kein Spiel gehabt und praktisch nicht trainiert. Diese Probleme hat jedes Team, aber wir wollen dringend wieder rein kommen”, sagt der 34-Jährige. „Wir hätten gerne mehr Spiele gegen Deutschland absolviert. Aber sie haben am Wochenende ihre ersten Pro-League-Auftritte in den Niederlanden“, sagt der Trainer.

Die Pandemie hat das Team bislang gut überstanden. “Wir sind seit einem Jahr praktisch die ganze Zeit in einer Bubble und hatten kaum Kontakt zur Außenwelt. Nur über Weihnachten warend die Spieler zwei Wochen daheim, mussten danach aber erst einmal in Quarantäne”, sagt Reid. Die Lage in Indien werde langsam besser. „Wir hatten dort streckenweise über 100.000 Neuinfektionen am Tag. Jetzt sind wir im Bereich der 10.000, was für ein 1,2-Milliarden-Volk ein guter Wert ist. Trotzdem sind wir auch hier weiter fast komplett in einer Bubble”, erläutert der Übungsleiter. Darum konnten sie auch noch nichts von Krefeld sehen. „Bislang kennen wir leider nur den Trainingsplatz und das Hotel. Was wir aber aus dem Bus sehen ist schön”, sagt Sreejesh. Vielleicht kommt er ja irgendwann wieder – möglicherweise auch zu großen internationalen Spielen oder Turnieren, wenn es den zweiten Tokio-Rasen geben sollte. Das jedenfalls ist das Ziel der Verantwortlichen.