Lokalsport: Uerdinger Torfabrik

Lokalsport: Uerdinger Torfabrik

Seit Stefan Krämer die Mannschaft übernommen hat, läuft es beim KFC Uerdingen. Das belegen die Zahlen eindrucksvoll. Heute geht die Tore- und Punktejagd beim TuS Erndtebrück weiter.

Es ist wahrlich nicht so, dass der KFC Uerdingen Mitte März schlecht da stand. Trainer Michael Wiesinger hatte mit der Mannschaft aus 22 Spielen 42 Punkte geholt bei 27:17 Toren. Es war die stabilste Abwehr der Liga, doch in der Offensive lief es nicht wunschgemäß. Doch KFC-Präsident Mikhail Ponomarev sah das Ziel Meisterschaft in akuter Gefahr und zog die Reißleine - für viele überraschend, doch aufgrund der Resultate völlig richtig. Denn die Bilanz der Mannschaft unter dem neuen Trainer Stefan Krämer ist nahezu makellos, beinahe traumhaft: Sechs Spiele, 16 Punkte, 20:3 Tore. Doch es wird knapp. "Gut möglich, dass wir alle Spiele gewinnen müssen, wenn wir noch Meister werden wollen", sagte er. Das nächste Spiel ist immer das schwerste: Heute, 14 Uhr, beim TuS Erndtebrück.

Hatte der KFC in den vergangenen Wochen vielleicht ein besonders leichtes Programm? Dem ist gewiss nicht so, denn es waren darunter das Spitzenspiel gegen Viktoria Köln sowie die Auswärtsspiele in Aachen und Rödinghausen. "Der Trainer lässt frei aufspielen. Nur nach einem Ballverlust dürfen wir nicht abschalten", sagt Linksaußen Oguzhan Kefkir und fügt dann in bemerkenswerter Klarheit hinzu: "Jeder blüht auf, die Mannschaft wirkt gelöst."

Das ist eine Erklärung dafür, dass die Sturmflaute von einst zum Wirbelsturm geworden ist, zur Torfabrik. Dabei geht exakt die Hälfte der 20 Treffer seit Krämers Amtsantritt auf das Konto von Maximilian Beister (6) und Lucas Musculus (4). Das wiederum zeigt zweierlei: dass die Uerdinger zwei echte Torjäger haben, aber auch die anderen Spieler für Tore gut sind.

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Beisters Aufschwung ist dabei weniger überraschend. Der Ex-Bundesligaspieler, der erst im Januar kam, benötigt nach seiner mehrmonatigen Pause, in der er vereinslos war, einfach Spielpraxis. So kommt es nicht von ungefähr, dass er in den letzten fünf Begegnungen jeweils mindestens einmal getroffen hat. Derweil ist Musculus mit bislang elf Saisontore Vierter der Torschützenliste der Regionalliga, die von Marius Bülter (14) aus Rödinghausen angeführt wird.

Am Mittwoch gegen Wegberg-Beeck (3:0) durfte Beister nach einer Stunde vom Feld. Musculus stand nur in den letzten 20 Minuten auf dem Platz. Schließlich müssen die Kräfte angesichts der englischen Wochen dosiert werden. Gut möglich, dass er heute wieder von Beginn an zum Einsatz kommt. "Ich werde wahrscheinlich wieder zwei, drei Änderungen vornehmen", sagt Krämer.

Gestern Nachmittag ging es beim Abschlusstraining auf dem Kunstrasenplatz an der Grotenburg noch einmal intensiv zu. Das Tempo und die Konzentration waren hoch, die Mischung aus Bissigkeit und Spaß stimmte. "Die Vorbereitung war sehr gut", sagte der Trainer zufrieden, ehe es mit dem Bus ins Rothaargebirge ging. "Das müssen wir jetzt nur noch morgen auf den Platz bringen." Wenn das gelingt, sind die Chancen auf einen weiteren Sieg gegeben. Und der wird dringend benötigt, wenn es tatsächlich am Saisonende mit der Meisterschaft noch klappen soll.

(ths)