Krefeld: Rückrundenvorbereitung ohne Musculus

Der Torjäger fährt nicht mit ins Trainingslager : Rückrundenvorbereitung ohne Musculus

Der Torjäger des KFC Uerdingen blickt Vaterfreuden entgegen und fliegt nicht mit in die Türkei. Die Zeichen stehen auf Abschied.

Um elf Uhr sollte am Sonntag das Training beginnen. Es begann auch pünktlich unter Leitung von Athletiktrainer Fabian Illner. Dominic Maroh und Kevin Großkreutz führten die Bewegungsgruppe an.

Ein paar Meter abseits standen Trainer Stefan Krämer, sein Assistent Stefan Reisinger und Lucas Musculus. Das Gespräch dauerte nur wenige Minuten. Dann ging der 27 Jahre alte Torjäger in die Kabine und packte seine Sachen. „Auf Wiedersehen“, sagte er, als er das Gelände der Grotenburg-Kampfbahn verließ. Doch das Wiedersehen wird ein Weilchen dauern. Er wird nämlich nicht am Montag in aller Frühe mit der Mannschaft ins Trainingslager in die Türkei fliegen, sondern sich seiner Frau widmen, denn die beiden erwarten in den nächsten Tagen ein Kind.

Ist das gleichbedeutend mit der Trennung von Musculus? Bereits im Sommer hatte der KFC dem Torjäger die Erlaubnis erteilt, mit anderen Vereinen zu verhandeln. Doch damals blieb er in Krefeld. „Er ist der beste Stürmer Deutschlands in der vierten Liga, jetzt hat er die Chance, sich eine Klasse höher zu beweisen“, hatte KFC-Präsident Mikhail Ponomarev gesagt und ihn motiviert. Doch Musculus konnte sich keinen Platz im Team erarbeiten. Seine Qualitäten im Strafraum waren nur selten gefragt. Nur 314 der 1800 Minuten kam er zum Einsatz, dabei erzielte er ein Tor gegen Meppen (3:2).

Dass Musculus nicht mit ins Trainingslager fliegt, ist nun mehr als ein Indiz dafür, dass die Zeichen auf Trennung stehen und der KFC in der Winterpause mindestens einen Stürmer holt. Ob Adriano Grimaldi vom TSV 1860 München kommt, der im Sommer ein Angebot des KFC ausschlug, sich aber bei den Löwen nicht wohl fühlt und wechseln will? „Dass wir uns umgucken, ist kein Geheimnis“, sagt Krämer, der jedoch eine Trennung von Musculus noch dementiert. Schließlich muss erst ein Nachfolger gefunden werden.

Während Musculus hofft, dass es für ihn im neuen Jahr besser läuft, hoffen die Fans der Blau-Roten, dass es ähnlich gut wie 2018 läuft. Was war das nach zwölf Siegen in Folge und dem Aufstieg in die Dritte Liga für ein schlechter Saisonauftakt! Doch nach der 1:3-Niederlage des KFC Uerdingen „daheim“ in Duisburg gegen Unterhaching folgte eine Hinrunde, die die Herzen der Fans höher schlagen und vom dritten Aufstieg in Folge träumen ließ. Platz drei war der Lohn.

Zum Rückrundenauftakt gab es dann in Unterhaching eine 0:4-Klatsche. Und jetzt? In der Hinrunde folgten drei Siege in Würzburg, gegen Meppen und in München. Knapp drei Wochen verbleiben Krämer, um seine Schützlinge auf das erste Punktspiel des Jahres gegen Würzburg (27. Januar, 15 Uhr, Schauinsland-Reisen-Arena) vorzubereiten. Und wenn es optimal läuft, könnte am 18. Mai der Aufstieg in die Zweite Liga gefeiert werden – oder es geht in die Relegation.

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