KFC Uerdingen: KFC zum Siegen verdammt

KFC Uerdingen: KFC zum Siegen verdammt

Trainer Wolfgang Maes appelliert an die Fans des Fußball-Niederrheinligisten, seine Mannschaft heute im Auswärtsspiel beim 1. FC Viersen zu unterstützen. Der Brasilianer Raiff stürmt von Beginn an. Ailton im Kader.

Fussball Der Stachel der Enttäuschung saß bei den Fans des KFC Uerdingen nach dem mageren 0:0 gegen Goch so tief, dass sie noch lange nach der Begegnung in der Grotenburg die eigenen Spieler beschimpften und beleidigten. Beinahe wäre die Situation noch eskaliert, weil sich die Akteure das nicht gefallen ließen. "Es kann nicht sein, dass unsere Fans die Mannschaft nach 15 Minuten auspfeifen und hinterher niedermachen", sagte Wolfgang Maes gestern.

"Alle wollen aufsteigen"

Daher appelliert der Uerdinger Trainer an die Fans, sein Team heute im Auswärtsspiel beim 1. FC Viersen (Anstoß 18.15 Uhr, Stadion Am Hohen Busch) und in den restlichen Punktspielen zu unterstützen: "Alle wollen aufsteigen. Das geht aber nur, wenn alle an einem Strang ziehen, auch wenn es mal nicht so gut läuft. Wir sind zum Siegen verdammt. Da dürfen wir uns nicht gegenseitig zerfleischen." Maes legt seine Hand dafür ins Feuer, dass seine Spieler alles probieren werden, um jedes Spiel gewinnen zu können. Das beste Beispiel dafür sei Regiep Banushi, der sich gegen Goch das Schienbein brach: "Er wollte unbedingt das Tor machen. Daher ist er so ungestüm zur Sache gegangen, obwohl er keine Chance hatte, an den Ball zu kommen. Das hat er jetzt sehr teuer bezahlen müssen. Das ist bitter für uns und ihn." Der Coach überzeugte sich gestern in der Helios-Klinik selbst von der Schwere der Verletzung: "Er ist wegen eines Blutstaus schon dreimal operiert worden und muss noch weiter operiert werden."

  • KFC Uerdingen darf aufsteigen - Fans jubeln

Dass sich die Uerdinger besonders in den Heimspielen so schwer tun, begründet Maes in erster Linie mit dem Platz: "Das ist kein Vorwurf gegen die Stadt. Aber dieser Rasen ist Gift für uns. Da ist kein vernünftiger Spielaufbau möglich." Zu allen Übel wird der Rasen kommenden Mittwoch durch das Pokalspiel des VfL Tönisberg gegen Drittligist Wuppertaler SV noch zusätzlich strapaziert. Einige Spieler hätten sogar schon vorgeschlagen, lieber auf Kunstrasen um Punkte zu spielen, was aus Sicherheitsgründen nicht erlaubt ist.

Der Platz in Viersen soll in gutem Zustand sein. Die Uerdinger erwartet eine Heimelf, die ähnlich wie Goch mit dem Rücken zur Wand steht und sich mit einer Mauer- und Kontertaktik ein Pünktchen erobern will. Für Banushi rückt der junge Brasilianer Raiff erstmals von Beginn an neben Erhan Albayrak in den KFC-Sturm. Gzim Rexhaj soll als zusätzliche Offensivkraft für Druck sorgen. Mit Ailton steht noch ein weiterer Stürmer Gewehr bei Fuß. Meas bescheinigte seinem "Star" gestern Trainingsfleiß. Wann er den Torjäger auf den Platz schickt, will er vom Spielverlauf abhängig machen. Sebastian Radtke fällt verletzt aus. Selim Özdemir ist angeschlagen.

(RP)
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