KFC Uerdingen: Zwei, die wissen, wie Aufstieg geht

KFC Uerdingen: Zwei, die wissen, wie Aufstieg geht

Vor fünf Jahren feiern Trainer Stefan Krämer und Christian Müller mit Arminia Bielefeld den Aufstieg in die Zweite Liga Jetzt wollen sie den KFC Uerdingen zur Meisterschaft in der Regionalliga führen.

Ein Trainerwechsel bedeutet im Idealfall immer einen Neustart. Das war beim KFC Uerdingen natürlich nicht anders, als Mitte März Stefan Krämer das Amt von Michael Wiesinger übernahm. Christian Müller hat von dem Wechsel profitiert, aber auch seinen Teil dazu beigetragen, in die Mannschaft zurückzukehren. Gegen den FC Wegberg-Beeck (3:0) und beim TuS Erndtebrück (2:0) gehörte er der Anfangsformation an. Gegen Wegberg traf er mit einem fulminanten Schuss zunächst nur den Pfosten, bereitete dann aber einen Treffer vor. In Erndtebrück erzielte er den zweiten Treffer.

"Wir wussten, dass es nicht einfach wird, aber wir hatten noch sechs Endspiele und sind die Aufgabe entsprechend angegangen", sagte Müller. "Wir haben uns viele Chancen erspielt und die Aufgabe erfüllt. Es sind drei wichtige Punkte." Und wie wichtig war das Tor für ihn? "In erster Linie sind es drei Punkte für das Team. Aber natürlich ist es für einen Offensivspieler in zweiter Linie auch immer wichtig, wenn er trifft."

In der Situation war das Tor für Christian Müller sicherlich sehr wohltuend, denn nachdem er im Oktober nach Uerdingen gekommen war, hatte er drei Wochen später in Wuppertal einen Nasenbeinbruch erlitten. Der warf ihn zurück, wie so manch andere Verletzung in seiner abwechslungsreichen Karriere, die ansonsten möglicherweise nicht so holprig und noch erfolgreicher verlaufen wäre.

Der ehemalige U21-Nationalspieler erlitt 2004 im Länderspiel gegen Polen einen Schien- und Wadenbeinbruch. Nach zweieinhalb Jahren Pause feierte er sein Comeback in der Bundesliga, in der er 17 mal spielte. 91 mal lief er in der Zweiten Liga auf.

  • Spieler des KFC Uerdingen freuen sich
    Fußball-Regionalliga : KFC Uerdingen ist Meister

Doch seinen größten Erfolg feierte Müller in der Dritten Liga, wo er in Bielefeld Trainer Stefan Krämer begegnete. Im Mai 2013 machten die Arminia mit einem 1:0-Sieg im Derby gegen Osnabrück den Aufstieg in die Zweite Liga perfekt. Daran denkt Krämer heute noch gerne zurück. "Ich weiß, was so ein Aufstieg bewirkt, was er mit der Mannschaft, mit dem Verein, mit einer ganzer Stadt macht", sagt er.

Nun sind sich Krämer und Müller in Uerdingen wieder über den Weg gelaufen. Doch es zählten nicht etwa alte Seilschaften, sondern die Leistung. Müller saß bei Krämers Einstand gegen Ryhnern (7:0) auf der Bank. "Ich kenne Mü aus Bielefeld und weiß, was er kann. Aber er war nicht in der körperlichen verfassung", berichtet der Coach. "Wir haben ein spezielles Programm für ihn erstellt, und er hat das super professionell absolviert."

Von den fußballerischen Fähigkeiten Müllers ist der Trainer nicht nur überzeugt, sondern angetan. "Offensiv ist er eine Waffe", sagt Krämer über seinen Schützling. "Wenn er nicht so oft so schwer verletzt gewesen wäre, hätte er viel mehr Spiele in der Bundesliga absolviert. Er hatte das Zeug dazu. Mü ist noch ein echter Straßenfußballer."

In Erndtebrück durfte Müller nach 63 Minuten das Feld verlassen, als der KFC 2:0 führte. Dabei hatte er nicht nur das Tor erzielt, sondern insgesamt eine gute Leistung gezeigt und bei Standards für Gefahr gesorgt. Scheint so, dass er gerade rechtzeitig in Schwung kommt.

(ths)