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KFC Uerdingen: Stürmer Grimaldi der größte Pechvogel

Schon wieder verletzt : Der größte Pechvogel heißt Stürmer Grimaldi

Fußball-Drittligist KFC Uerdingen muss erneut lange auf den 29-jährigen Torjäger verzichten. Seit seinem Wechsel zu den Blau-Roten absolvierte er lediglich 15 Ligaspiele. Osaymen Osawe absolviert individuelle Trainingseinheiten.

Wenn im Fußball der Titel des größten Pechvogels zu vergeben wäre, KFC-Stürmer Adriano Grimaldi würde ihn sicherlich unangefochten gewinnen.

Groß war die Euphorie im Januar 2019, als der knapp 1,90 Meter große Stoßstürmer vom Uerdinger Ligakonkurrenten TSV 1860  München nach Krefeld wechselte. Fünf Treffer in 19 Ligaspielen verhießen viel. Ein Neuner, der seinen robusten Körper einbringt, Bälle festmachen kann und selbst auch Torgefahr ausstrahlt – so kannte man ihn von seinen letzten Stationen. Der KFC stand auf Platz vier der Tabelle der Dritten Liga. „Der braucht nur den Fuß hinzuhalten und schon ist der Ball drin“, frohlockte KFC-Betreuer Andreas Bosheck, als er im Wintertrainingslager der Saison 18/19 im türkischen Belek von der  Verpflichtung Grimaldis erfuhr.

Eindreiviertel Jahre später muss eine – besonders für den Spieler selbst – mehr als ernüchternde Bilanz gezogen werden. 15 Spiele, in denen Grimaldi zwei Treffer erzielte, stehen zu Buche. Zweimal Riss des Syndesmosebandes, Sehnenanriss, Muskelfaserriss, die Liste seiner Verletzungen liest sich wie aus einem medizinischen Lehrbuch kopiert.

Besserung schien zu Beginn der Vorbereitung der Saison 20/21 in Sicht. Diese konnte der Deutsch-Italiener komplett absolvieren, stand im ersten Saisonspiel in Ingolstadt 90 Minuten auf dem Platz. Die Kritiker bescheinigten ihm eine gute Leistung.

Doch am Freitag vor dem vergangenen Spiel gegen den FC Bayern München II dann erneut eine niederschmetternde Diagnose. Muskelfaserriss an den Adduktoren, prognostizierte Ausfallzeit fünf bis sechs Wochen. „Das Telefonat, das ich da mit ihm geführt habe, hat eine Stunde gedauert“, berichtet Trainer Stefan Krämer, wie es ihm mit Mühe gelang, den Menschen Grimaldi wieder aufzubauen. „Ich bin Rheinländer und wir sagen, dass, wenn du sieben Mal hingefallen und wieder aufgestanden bist, Du auch dann wieder aufstehen musst, wenn du zum achten Mal hinfällst“, gibt Krämer eine rheinische Weisheit zum Besten.

Grimaldi ist 29 Jahre alt, eigentlich noch kein Alter,  um die Fußballschuhe an den berühmten Nagel zu hängen. Dass trotzdem alle Beteiligten die Frage beschäftigt, ob angesichts der Menge an Verletzungen Grimaldis Körper den Belastungen eines Fußballprofis gewachsen ist, liegt auf der Hand. „In letzter Konsequenz muss er das für sich selbst entscheiden“, sagt Krämer, der in seiner aktiven Fußballerzeit von schwerwiegenden Verletzungen verschont geblieben ist.

Grundsätzlich schmerzen Grimaldis Ausfälle auch die Mannschaft und den Verein. „Denn unser Spielsystem war schon sehr auf den Stürmertyp Grimaldi ausgerichtet“, sagt Krämer. „Und auf der Position haben wir ja nun auch nicht unzählige Alternativen.“ Eine ist Osaymen Osawe, den ebenfalls eine Muskelverletzung stoppte. Doch hier ist Hoffnung in Sicht, er  absolvierte schon wieder – wenn auch individuell – erste Trainingseinheiten.