KFC Uerdingen muss den Kampf bei Rot-Weiss Essen annehmen

KFC Uerdingen: KFC muss den Kampf annehmen

Regionalligist Uerdingen bestreitet heute das Nachholspiel bei Rot-Weiss Essen. Die Konstellation ist brisant: Die Gäste drohen den Anschluss an die Spitze zu verlieren, die Gastgeber in den Abstiegsstrudel zu geraten.

Jetzt geht es Schlag auf Schlag. Mit einem enttäuschenden 1:1 ist der KFC Uerdingen in die englische Woche gestartet, und vom Papier her war das die leichteste Partie. Heute (19.30 Uhr) tritt die Mannschaft von Trainer Michael Wiesinger beim Erzrivalen Rot-Weiss Essen an, ehe es am Samstag zum SV Rödinghausen geht - zwei wahrlich unangenehme Auswärtsaufgaben. Ob Wiesinger das auch so wahrnimmt? Möglicherweise hat er eine gute Strategie entwickelt, um sich vor allzu großem Respekt zu bewahren. "Wir müssen uns ganz auf uns konzentrieren", predigt er. "Wir dürfen nicht auf die Gegner und die Tabelle schauen."

Also schauen wir auf den KFC. Dabei entdecken wir, dass die Mannschaft nach der Winterpause noch nicht wie erhofft in Schwung ist. Das schmeckt auch dem Coach nicht. Er kritisierte deutlich den Auftritt seiner Schützlinge in der ersten halbe Stunde gegen Verl. "Da waren wir nicht bissig, nicht aggressiv genug", sagt er. So sei der Gegner vor dem Gegentreffer nicht konsequent attackiert worden. "Es fehlt die Konstanz", sagt er. "Davon haben wir momentan zu wenig."

So wird heute Abend in Essen dringend eine verbesserte Einstellung benötigt, um zu punkten. "Essen ist ein Highlight-Spiel", sagt Wiesinger. "Da müssen wir Power auf den Platz bringen." An der Hafenstraße werden Spieler gebraucht, die Leidenschaft und Herz beweisen. "Allein mit fußballerischen Mitteln werden wir die Aufgabe nicht lösen, aber das gilt für alle Spiele in dieser Liga."

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Die Konstellation vor dem Duell der beiden Traditionsvereine ist brisant. Denn die Uerdinger benötigen drei Punkte, um Spitzenreiter Viktoria Köln auf den Fersen zu bleiben und mit dem ersten Sieg in diesem Jahr die langsam aus den Löchern kriechenden Kritiker zu beschwichtigen - wenngleich die aufkeimende Nörgelei beim Aufsteiger und Tabellenzweiten durchaus als mangelnde Fachkenntnis aufgrund jahrelanger professioneller Abstinenz abgetan werden kann. Die Essener - mit 7000 Zuschauern im Schnitt in diesem Ranking Ligakrösus - benötigen dringend drei Punkte, um nicht noch in akute Abstiegsgefahr zu geraten. Sie hatten am Freitag ihr Heimspiel gegen Wattenscheid 2:3 verloren. "Ich habe das gesehen", berichtet Wiesinger. "Eigentlich durfte es in dem Spiel nur einen Sieger geben: Rot-Weiss Essen. Aber so etwas gibt es im Fußball. RWE hat eine gute Mannschaft und wird gegen uns läuferisch und kämpferisch alles geben. Für die sind wir wahrscheinlich genau der richtige Gegner, um sich aufzurichten."

Im Arbeiterviertel Borbeck im Essener Norden wird heute Abend sicherlich kein Schönheitspreis vergeben. Entsprechend wird Wiesinger die Formation wählen und einstellen. "Wir haben jetzt zwei Mal Federn gelassen", sagt er. "Das gehört zu einer Entwicklung dazu, aber wir müssen gestärkt aus dieser Phase hervorgehen." Da könnte ein Erfolgserlebnis bei den Rot-Weissen durchaus behilflich sein.

(ths)