KFC Uerdingen: Maxi Beister - Freud und Leid

KFC Uerdingen: Beisters Freud und Leid

Der 27 Jahre alte Offensivspieler absolviert sein erstes Spiel über 90 Minuten seit über einem Jahr. Dabei kann er sogar zum Matchwinner werden. Die Spielweise in der Regionalliga überrascht den Profi nicht.

Maximilian Beister hat geduscht und wirkt nicht nur körperlich wieder frisch, sondern in seiner Analyse nach dem 3:3 des KFC Uerdingen bei der SG Wattenscheid 09 völlig klar und nüchtern. Dabei hat er sich noch wenige Minuten zuvor manch hitziges Duell auf dem Platz geliefert und dafür sogar eine Gelbe Karte kassiert.

Für Beister war der 18. Februar ein großer Tag. Nicht weil er zum ersten Mal das Uerdinger Trikot in einem Meisterschaftsspiel tragen durfte, sondern weil er erstmals seit über einem Jahr wieder ein Fußballspiel über die volle Distanz von 90 Minuten absolviert hatte. "Es war sehr anstrengend", sagte er. "Aber ich bin verletzungsfrei geblieben." Erleichterung klingt aus seinen Worten. Was für fast alle anderen Fußballer eine Selbstverständlichkeit sein mag, ist es für ihn nicht. Aus gutem Grund. Denn die Karriere des ehemaligen U21-Nationalspielers, der 2012 maßgeblich am Aufstieg von Fortuna Düsseldorf in die Bundesliga beteiligt und auf dem Weg nach ganz oben war, wurde im Januar 2014 jäh gestoppt. Der gefährliche Offensivspieler erlitt einen Riss des vorderen Kreuzbandes und einen Knorpel- und Meniskusschaden im linken Knie. Diese Verletzung warf ihn aus der Bahn. In den vergangenen drei Jahren wurde er in Mainz, bei 1860 München und in Melbourne sportlich nicht recht glücklich. Im Januar unterschrieb er einen Vertrag bis zum Sommer 2020 beim Viertligisten KFC Uerdingen.

Beister wusste genau, was auf ihn zukommt. Schließlich gehört er zu den ganz wenigen Fußballern, die mit 27 Jahren bereits ein Studium abgeschlossen haben - im Bereich Sportmanagement. Er hat die Herausforderung angenommen und will sich gemeinsam mit dem Verein wieder nach oben arbeiten. Der Weg dort hin ist schwierig, manchmal auch schmerzhaft. Nicht nur, wenn er abgegrätscht wird. Die robuste, bisweilen ruppige Gangart in der Regionalliga überrascht ihn nicht. "Da muss man dann knallhart gegenhalten, wenn die Ellenbogen fliegen", sagt er. "Aber Ellenbogen hin oder her, das muss man dann in dem Moment schlucken. Wir haben den Kampf als Mannschaft angenommen, und das ist gut."

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Auch Beister hat den Kampf angenommen. Und er hätte bereits in seinem ersten Meisterschaftsspiel für den KFC zum Matchwinner werden können. In der 67. Minute in Wattenscheid hatte er seine erste ganz große Szene und beim Stand von 3:2 die Möglichkeit zur Vorentscheidung, doch scheiterte er an Torhüter Steffen Scharbaum. "Ja, der Schuss war leider nicht drin. Der Torwart war noch mit der Hacke dran."

"Wenn wir das vierte Tor machen, gewinnen wir das Spiel", sagt Trainer Michael Wiesinger. "Natürlich wäre es wichtig gewesen, wenn Maxi den gemacht hätte." Aber sauer ist der Trainer ob der vergebenen Chance nicht. Er weiß, dass Beister noch nicht in Topform sein kann und bringt die notwendige Geduld auf. "Maxi braucht Spielpraxis." Die wird er bekommen, denn Beister soll der Spieler werden, der den Unterschied ausmacht. In Wattenscheid haben nur zwei, drei Zentimeter gefehlt und er wäre es bereits zum ersten Mal gewesen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das ist Maximilian Beister

(ths)