KFC Uerdingen: Rodriguez strotzt vor Spielfreude

Dritte Fußball-Liga : Rodriguez strotzt vor Spielfreude

Der 28 Jahre alte Schweizer bereitet in Aalen die Führung vor und trifft auch selbst. KFC-Präsident Ponomarev hatte die Qualitäten des Mittelfeldspielers erkannt und ihn nach Uerdingen geholt.

Roberto Rodriguez wird von Woche zu Woche lebendiger und stärker. In Aalen war er beim 4:2-Sieg des KFC Uerdingen einer der auffälligsten Akteure. Er rannte, kämpfte, schimpfte und jubelte. „Drei Punkte waren unser Ziel“, sagte er unmittelbar nach dem Spiel. „Der Druck war da, schließlich war unsere Leistung gegen Braunschweig nicht gut. Entsprechend ist die Erleichterung sehr groß.“

Rodriguez hatte maßgeblichen Anteil am Offensivschwung der Uerdinger. Mit seinem guten Auge und seiner ausgefeilten Technik ist er immer in der Lage, einen klugen Pass zu spielen. Mehrfach setzte er Torjäger Osayamen Osawe so in Szene. Doch Rodriguez schlägt auch gute Standards. So trat er den Freistoß, den Osawe dann per Kopf zur Führung ins Tor verlängerte. Beim dritten Treffer lief der Schweizer mit und wurde von Osawe mustergültig bedient.

„In dieser Phase sind wir aber einfach noch nicht in der Lage, einen 3:0-Vorsprung locker herunter zu spielen“, sagte Rodriguez selbstkritisch. „Aber Aalen ist auch gut. Die Tabelle lügt, denn dass die Tabellenletzter sind, das ist nicht korrekt.“ So schön dieses Kompliment für den Absteiger auch war, wirklich trösten konnte es ihn nicht.

Roberto Rodriguez ergeht es wie vielen anderen Spielern auch. Nachdem er im Winter vom Europa League-Teilnehmer FC Zürich gekommen ist, hat er ein paar Wochen benötigt, um wirklich Fuß zu fassen. In Aalen spielte er erstmals gemeinsam mit Maurice Litka hinter der einzigen Spitze Osayamen Osawe. „Das hat doch ganz gut ausgesehen“, sagte der 28 Jahre alte Schweizer.

Rodriguez war ein Wunschspieler von Mikhail Ponomarev. „Ich hätte ihn gerne schon im Sommer geholt“, erzählte der KFC-Präsident. „Aber das war da noch nicht möglich. Vor einem Jahr konnten wir nicht garantieren, dass wir aufsteigen und in der Dritten Liga spielen. Und es war damals auch aufgrund der Ablösesumme nicht möglich. Jetzt war es möglich und ich bin sicher, dass er uns helfen wird. Hier ist er etwas unbekannt, aber er verfügt über Qualität.“

Der zweite Auswärtssieg in Folge – so wichtig er auch war – rief allerdings nicht ungeteilte Freude hervor. „Über den Dreier freue ich mich nicht wirklich“, gestand Dominic Maroh. „Dazu ist die Enttäuschung über die zurückliegenden Wochen einfach zu groß.“ Der Abwehrspieler war auch mit der Leistung nur teilweise zufrieden. „In der ersten Halbzeit war das richtig gut, da hätten wir auch 3:0 oder 4:0 führen können. Aber in der zweiten Halbzeit hatten wir wenig Ordnung. Da hat das ganze System nicht mehr gestimmt, da haben wir die zweiten Bälle nicht mehr bekommen.“

Der neue Trainer Heiko Vogel saß auf der Tribüne neben Geschäftsführer Nikolas Weinhart und hat sich fleißig Notizen gemacht. Auch ihm dürften Licht und Schatten nicht verborgen geblieben sein.

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