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KFC Uerdingen: 6930 Minuten in der Fremde

Grotenburg wurde 2018 gesperrt : 6930 Minuten in der Fremde

Die lange Heimspiel-Odyssee des Fußball-Regionalligisten KFC Uerdingen führte in die Stadien nach Duisburg, Düsseldorf, Lotte und Velbert. Jetzt ist die Vorfreude auf die Rückkehr groß.

Wenn der Fußball-Regionalligist KFC Uerdingen am 23. April in seine angestammte Spielstätte, die Grotenburg, zurückkehrt, geht eine fast vier Jahre währende Odyssee durch nicht weniger als vier unterschiedliche Stadien zu Ende. Die RP erinnert noch einmal an die einzelnen Stationen.

Duisburg 20 Spiele: Nachdem die Uerdinger am 5. Mai 2018 am vorletzten Spieltag der Regionalligasaison 17/18 den Wuppertaler SV 4:0 besiegt hatte, sperrte die Stadt die Grotenburg aus Sicherheitsgründen. Bereits das Relegationshinspiel zum Aufstieg in die 3. Liga gegen Waldhof Mannheim am 24. Mai 2018 musste in der Duisburger Schauinsland-Reisen-Arena ausgetragen werden. Es folgten die 19 Heimspiele der Drittligasaison 18/19. Unstimmigkeiten zwischen der Arenagesellschaft und dem Verein führten dazu, dass der Vertrag nicht verlängert wurde und der KFC zur folgenden Spielzeit nach Düsseldorf umzog.

Düsseldorf 30 Spiele: Gleich eine der ersten Partien in der Merkur-Spiel-Arena lockte am 9. August 2019 32.110 Zuschauer an, als die Uerdinger in der ersten Runde des DFB-Pokals Borussia Dortmund empfingen. Beim 0:2 aber blieb die Sensation aus. Es folgten die 19 Heimpartien der Drittligasaison 19/20 – davon schon etliche Spiele mit Coronaeinschränkungen.

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Da die Grotenburg auch weiterhin nicht spielfähig war, blieb der KFC zur Saison 20/21 in Düsseldorf. Nachdem der Streit um die Mietzahlung für ein coronabedingt abzusagendes Spiel zwischen der Betreibergesellschaft und KFC-Präsident Mikhail Ponomarev eskalierte, wechselte der Verein mit Billigung des DFB während einer laufenden Saison die Spielstätte.

Lotte 9 Spiele

Waren es nach Duisburg und Düsseldorf immer nur rund 25 Kilometer, ging es für die restlichen neun Spiele dieser Spielzeit ins knapp 200 Kilometer entfernte Lotte.

Velbert 18 Spiele: Auch zu Beginn der laufenden Saison 21/22 waren die Uerdinger weiterhin heimatlos. Aufnahme fanden sie in der vor einigen Jahren neu gebauten IMS-Arena der Spielvereinigung Velbert, die 3.000 Zuschauern Platz bietet. In dem rund 50 Kilometer von Krefeld entfernt liegenden Stadion absolvierten sie ihre bisherigen 17 Heimspiele der Regionalligasaison und – quasi als Test – eine Partie des Niederrheinpokals 20/21. Dabei unterlagen sie am 12. Mai 2021 dem MSV Duisburg mit 0:5.

In Summe sind das 77 Spiele oder lange 6.930 Minuten in der Fremde.

Der Ausblick: KFC-Trainer Alexander Voigt, der – obwohl er die Spielstätte noch nicht als Trainer kennt – freut sich auf die Rückkehr. „Der frisch verlegte Rasen, dazu die 2.000 Zuschauer im Rücken, wenn das keinen Schub gibt“, sagt er. Als Trainer noch nie aber als Spieler hat er diese Spielstätte bisher nur ein einziges Mal betreten,  und das liegt schon fast 24 Jahre zurück. Am 25. Oktober 1998 trennten sich in Uerdingens bis dato letzter Zweitligasaison der 1. FC Köln und der KFC vor 8.400 Zuschauern 2:2. Auf Kölner Seite als linker Verteidiger mit dabei Alexander Voigt. Zum Kölner Kader gehörten auch die Ex-Uerdinger Claus-Dieter Wollitz und Sebastian Selke. Und trainiert wurden der FC von keinem geringeren als Bernd Schuster. In Erinnerung ist diese Partie vielleicht auch deshalb, weil anschließend Modern Talking in der Grotenburg spielte und KFC-Präsident Herrmann Tecklenburg die Tickets für Spiel und Konzert nur zusammen verkaufen ließ.