Lokalsport: KFC setzt sich auch in Dortmund durch

Lokalsport : KFC setzt sich auch in Dortmund durch

Nach einem 1:2-Rückstand gewinnen die Uerdinger mit 6:2. Es ist der achte Sieg in Folge. 1000 mitgereiste Fans sind restlos begeistert. Noch zwei Siege benötigt das Team, um ganz sicher Meister der Fußball-Regionalliga zu werden.

Es kommt in Dortmund ganz gewiss nicht oft vor, dass die Fans des Gegners über 90 Minuten akustisch deutlich überlegen sind und ihre Mannschaft nach dem Schlusspfiff ausgelassen feiern können. Gestern war so ein Tag. Ausnahmezustand im Stadion Rote Erde, der Heimat des BVB 09. Natürlich war es nur die zweite Mannschaft, aber dennoch war es eine beeindruckende Machtdemonstration der Krefelder Fußballfans, die auch voll hinter ihrer Mannschaft standen, als sie wankte und in Rückstand lag. Doch der Spitzenreiter blieb in der Erfolgsspur und feierte den achten Sieg in Folge.

Dabei sah es für den KFC kurzzeitig überhaupt nicht gut aus. Viktoria Köln, der große Konkurrent im Kampf um die Meisterschaft, hatte tags zuvor mit 8:3 gegen Wattenscheid gewonnen. Die Uerdinger erwischten in Dortmund zwar einen guten Start, doch dann brach Unheil über sie herein. Dabei stand zwei Mal Schiedsrichter Waschitzki im Blickpunkt. Zunächst verhängte er einen Elfmeter gegen die Krefelder, als Chessa seinen Gegenspieler Rizzo nicht zur Entfaltung kommen ließ. Da hätte nicht jeder Unparteiische gepfiffen. KFC-Trainer Stefan Krämer nahm es hinterher gelassen: "Ich konnte es nicht sehen, Aber der Schiedsrichter pfeift Zweite Liga und wird es schon richtig beurteilt haben."

Wenig später lag der Referee aber höchstwahrscheinlich daneben, besser gesagt: sein Assistent. Der 2:1-Führung für die Borussia ging nämlich eine Abseitsstellung voraus. "Da bin ich mir relativ sicher", meinte Krämer. "Aber ich will mir noch einmal die Bilder ansehen." Und hätte der Dortmunder Pavlidis wenig später nicht nur den Pfosten getroffen, so wäre es für den KFC noch schwerer geworden. So aber erzielte Kapitän Mario Erb vor der Pause den wichtigen Ausgleich.

Mit einem Paukenschlag begann die zweite Halbzeit. Nach nur drei Sekunden schoss der Dortmunder Rizzi aus der eigenen Hälfte und Torhüter René Vollath lenkte den Ball im Rückwärtslaufen mit den Fingerspitzen noch gegen die Unterkante der Latte. Das Glück des Tüchtigen! Die Uerdinger drängten nun auf die Führung. Die Art und Weise, wie Tanju Öztürk das 3:2 erzielte, war symptomatisch. Mit großer Willenskraft setzte er sich durch und war eine Fußspitze eher am Ball als der Gegner. Ein Wirkungstreffer, denn die Gäste wurden nun von Sekunde zu Sekunde stärker und sorgten mit weiteren Treffern für ein Ergebnis, das die meisten eine Stunde lang für geradezu unmöglich gehalten hatten.

In der Mannschaft aber zweifelte keiner am Sieg. "Kein einziger", sagte Christian Müller. "Sonst wären wir nach dem Rückstand nicht so zurück gekommen. Wir haben ein Team, in dem jeder für den anderen da ist und das unbedingt in die Dritte Liga aufsteigen will. Das haben wir heute wieder bewiesen."

Die Uerdinger haben damit unter Trainer Krämer, der Mitte März Michael Wiesinger abgelöst hat, 28 von 30 Punkten geholt - eine unglaubliche Serie. Am nächsten Samstag erwartet der KFC den alten Rivalen Wuppertaler SV. Sollte Viktoria Köln sein Nachholspiel am Mittwoch in Aachen nicht gewinnen, könnten die Uerdinger bereits am Samstag mit einem Sieg Meister werden.

Seit Freitag steht auch fest, auf wen der KFC dann in der Relegation zur Dritten Liga treffen würde: auf den SV Waldhof Mannheim. Die Uerdinger hätten im Hinspiel am 24. Mai Heimrecht. Das Rückspiel ist am 27. Mai.

(ths)
Mehr von RP ONLINE