Lokalsport: KFC-Kapitän Erb ist der Garant für Stabilität

Lokalsport: KFC-Kapitän Erb ist der Garant für Stabilität

Der 27 Jahre alte Innenverteidiger ist die zentrale Figur beim Fußball-Regionalligisten. Im heutigen Spiel gegen den SC Verl will die Mannschaft an die guten Leistungen der Hinrunde anknüpfen.

Selten hat Mario Erb so oft zum Himmel geschaut und sich so für den Wetterbericht interessiert wie in den vergangenen Tagen. Gestern war er dann erleichtert. Es blieb trocken und war mit zwölf Grad auch mild. Heute soll es sogar noch etwas wärmer werden, und Regen soll es erst zum Abend hin geben. Damit steht fest, dass das Spiel zwischen dem KFC Uerdingen und dem SC Verl heute um 14 Uhr in der Grotenburg angepfiffen werden kann.

"Ich war auf dem Rasen", berichtet Mario Erb. "Ich will nicht sagen, dass es ein Teppich ist, aber in der Bundesliga haben wir zuletzt einige Plätze gesehen, die schlechter waren. Außerdem müssen beide Mannschaften darauf spielen." Allerdings ist die Ausgangsposition unterschiedlich, denn die Gastgeber müssen das Spiel machen, schließlich wollen sie das erste Liga-Heimspiel des Jahres gewinnen und ihre makellose Heimbilanz fortschreiben.

Die Vorbereitung war für Mario Erb ebenso wechselhaft wie für die Mannschaft. "Natürlich verliefen die vergangenen Wochen für mich nicht nach Wunsch", sagt er rückblickend. "Erst wurde das Pokalspiel eingeschoben, so dass wir nur vier Wochen hatten, dann war ich gesperrt, dann hatte ich eine Grippe. Da zieht sich die Zeit. Aber die Vorbereitung war für die gesamt Liga ungewöhnlich lang."

Und ohne Erb fielen ungewöhnlich viele Tore, vor allem Gegentore: 3:3 in Wattenscheid und 1:2 beim Testspiel in Köln - da wackelte die Abwehr wie nie zuvor in dieser Saison. Wenngleich Erb natürlich keinen Zusammenhang zwischen seinem Fehlen und den Gegentreffern herstellen möchte, so drängt er sich doch auf. Schließlich bildet Erb gemeinsam mit Christopher Schorch das Herzstück in der Abwehr.

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Daher nimmt Trainer Michael Wiesinger seinen Kapitän und Torhüter Rene Vollath vor dem Spiel gegen Verl auch in die Pflicht. "Wir brauchen gerade diese stabilen Faktoren", sagt der Coach. "In den vergangenen Wochen hat der ein oder andere ein paar Prozent weggelassen. Aber sie sind der Anker, an denen sich viele orientiert haben. Zu diesen Ankern gehören der Kapitän und der Torwart, aber das wissen sie, da haben wir drüber gesprochen. Dafür haben wir sie verpflichtet. Sie haben das Standing, das muss vorgelebt und auf den Platz gebracht werden."

Auch Erb weiß um die Bedeutung des Heimspiels. "Wir müssen gegen Verl stabil stehen und die drei Punkte holen, dann wird es auch wieder etwas ruhiger und es wird nicht mehr so viel erzählt", sagt er. Dabei dürfte die Stabilität die entscheidende Rolle spielen. Sie war bereits in der Hinrunde der Erfolgsgarant. "Als wir in der Hinrunde neun Mal in Folge ohne Gegentor geblieben sind, hatten wir auch das Quäntchen Glück", sagt Erb. "Das gehört einfach dazu. Im Fußball ist es doch tatsächlich so: wenn es läuft, hast Du auch das notwendige Glück, wenn es nicht läuft, fällt auch mal einer rein." So war es auch beim Hinspiel in Verl. "Da hätten wir früh mit 2:0 führen können, am Ende haben wir dann Glück gehabt", erinnert sich der Kapitän.

Dieses Glück will er heute möglichst nicht bemühen. "Wir müssen hinten gut stehen. Natürlich ist es nicht immer möglich, dass der Gegner gar keine Chance bekommt, aber wir müssen versuchen, ihn von unserem Tor möglichst weit weg zu halten. Daran arbeiten wir schon die ganze Saison."

Von daher ist die Marschroute heute klar: "Wir müssen Verl von unserem Tor weghalten, möglichst früh in Führung gehen, aber auch Geduld haben." Geduld eingeübt haben die Fußballer und die Fans in den vergangenen Wochen. Alle sind heiß, wollen gewinnen. Auch Erb, der jedoch daran erinnert: "Wir sind Aufsteiger, auch wenn wir andere Ambitionen haben."

(ths)