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Keyserlingk und Srumf bei der U20-EM

Leichtathletik : Keyserlingk und Srumf bei der U20-EM

Die beiden Leichtathletinnen des SC Bayer Uerdingen flogen am Dienstag mit der Nationalmannschaft nach Estland. Trainer Peter Quasten darf seine Schützlinge vor Ort nicht betreuen.

Für Anna Keyserlingk und Tessa Srumf begann am Dienstag das Abenteuer „Europameisterschaft“. Die beiden Leichtathletinnen des SC Bayer Uerdingen trafen sich mit insgesamt 90 Athletinnen und Athleten der deutschen U20-Nationalmannschaft am Drehkreuz Frankfurt, um von dort erst abends um 21.15 Uhr den Flieger nach Tallinn in Estland zu besteigen.

Die späte Ankunft in der estnischen Hauptstadt war das erste Problem, mit dem die beiden Junioren-Athletinnen umgehen mussten. Lockerung und Dehnung nach dem Flug, Bezug der Unterkunft und dann noch die Ruhe für einen erholsamen Schlaf finden - das waren durchaus Herausforderungen. Dabei hat „Neuling“ Keyserlingk das Glück, hierbei auf die Erfahrungen von Srumf zurückgreifen zu können. Immerhin war diese bereits vor zwei Jahren im schwedischen Boras als Nesthäkchen mit dabei.

Nachdem heute eine Besichtigung der Wege zum und der Abläufe im Kadriorg-Stadion ansteht, wird es für Keyserlingk am morgigen Eröffnungstag der Meisterschaft bereits ernst. Die Dreisprung-Qualifikation steht an. Hier gilt es, in nur drei Versuchen entweder die erforderliche Qualifikationsweite von 13,10 Metern zu springen oder zumindest zu den besten zwölf Springerinnen zu gehören, die dann am Freitag das Finale bestreiten. Die Hülserin strebt eine Platzierung unter den besten Acht an: „Nachdem im letzten Jahr die U18-WM in Rieti (ITA) Corona bedingt ausfiel, sagte ich mir - aufgeschoben ist nicht aufgehoben - und freue mich jetzt wahnsinnig auf meine erste internationale Meisterschaft.“

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Auf die Betreuung durch ihren Trainer Peter Quasten muss die 17-Jährige in Tallinn leider verzichten. Der Deutsche Leichtathletikverband sah sich nicht in der Lage, Akkreditierungen für Heimtrainer zu besorgen, auch wenn es ihn nichts gekostet hätte. Der Uerdinger Cheftrainer hierzu: „Anstatt den Athletinnen die bestmögliche Betreuung vor Ort angedeihen zu lassen, ist es schon Methode des DLV geworden, Heimtrainern das Gefühl zu geben, sie seien bei internationalen Wettkämpfen unerwünscht. Die Betreuung wird dann meist von Bundestrainern übernommen, die mit der Athletin noch nie trainiert haben und überhaupt nicht wissen, wie sie auf bestimmte Anweisungen reagiert. Das ist der falsche Weg, denn die Heimtrainer machen die Arbeit!“

Um zu gewährleisten, dass Keyserlingk eine möglichst störungsfreie direkte Wettkampfvorbereitung durchläuft und sich sicher fühlen kann, hat sie von Quasten einen dezidierten schriftlichen Plan mit den Abläufen ihrer Routine mitbekommen.

Für Tessa Srumf sind die Voraussetzungen andere. Als Sechste für die 4x400-Meter- Staffel qualifiziert, muss sie auf einen Einsatz im Vorlauf am Samstag hoffen. „Ich hoffe, Bundestrainer Thomas Kremer schont neben der 400 Meter Einzelstarterin Lara-Noelle Steinbrecher im Vorlauf noch eine weitere Läuferin. Dann darf ich laufen“ sagt die 18-jährige Lankerin. „Ansonsten steht für mich in zweieinhalb Wochen mit den Deutschen U20-Meisterschaften in Rostock ja noch ein weiterer Saisonhöhepunkt an.“