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Badminton: Juliane Schenks größter Sieg

Badminton : Juliane Schenks größter Sieg

Die Krefelder Badminton-Spielerin Juliane Schenk hat als erste Deutsche ein Turnier der Super-Series-Kategorie gewonnen. Die 29 Jahre alte Hülserin siegte bei den mit 200.000 Dollar dotierten Singapur Open.

Das hat vor ihr noch keine geschafft: Mit ihrem Turniersieg in Singapur hat Juliane Schenk Badminton-Geschichte geschrieben. Als erste Deutsche triumphierte die 29 Jahre alte EM-Zweite aus Krefeld bei einem Super-Series-Turnier. Am Sonntag setzte sich die für Berlin in der Bundesliga spielende Hülserin im Finale der mit 200 000 US-Dollar dotierten Singapur Open gegen die WM-Zweite Cheng Shao-Chieh (Taiwan) mit 21:11, 26:24 durch.

Bei den Singapore Open hatten sich die beiden auch schon mal gegenübergestanden. 2007 unterlag die Deutsche knapp im dritten Satz. Bisher hatte Juliane Schenk zweimal ein Endspiel in der Super Series verloren. Zuletzt unterlag sie im April bei den India Open im Finale gegen die Chinesin Li Xuerui. Fünf Wochen vor den Olympischen Spielen präsentierte sich Schenk nun in bestechender Form und kann in London nun sogar auf eine Medaille hoffen.

Bereits im Halbfinale hatte Schenk, die bei dem Turnier an Numer zwei der Setzliste gelistet war, eine überragende Vorstellung geboten. Gegen die Koreanerin Sung Ji Hyun, die Nummer acht der Welt, beendete sie ihre kleine Negativserie: Die letzten drei Aufeinandertreffen mit Koreas bester Badminton-Dame hatte Schenk stets verloren. Diesmal jedoch behielt sie die Oberhand. Auch vom verlorenen zweiten Satz, wo sie einen Matchball vergab, ließ sie sich nicht beirren. Nach einem Marathonmatch von einer Stunde und 22 Minuten war Sung mit 21:11, 20:22 und 21:12 bezwungen.

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"Es ist schön, dass ich so kurz vor den Spielen noch einmal ein richtiges Ausrufezeichen setzen konnte", sagte Schenk nach dem Premieren-Erfolg bei einem der zwölf höchstdotierten Turniere der Welt. Im Endspiel ließ sich die dreifache deutsche Meisterin nicht stoppen und rang die Taiwanesin in 52 Minuten nieder. Zuvor hatte die Asiatin sie bei Weltmeisterschaften schon dreimal aus dem Turnier geworfen, zuletzt 2011 im Halbfinale. Nun glückte Schenk die Revanche. "Ich habe immer daran geglaubt, dass ich meine Chance bekomme", sagte Schenk, die nach dem fünften Matchball jubelnd auf die Knie sank.

Womöglich zahlt sich nun die jahrelange Zusammenarbeit mit einer Mentaltrainerin aus. Denn Schenk, die bereits zwei Endspiele bei Super-Series-Turnieren verloren hatte, behielt diesmal die Nerven und wehrte im zweiten Satz gegen Cheng Shao-Chieh drei Satzbälle ab. "Der Zeitpunkt für den Erfolg ist genial", lobte Martin Kranitz, Sportdirektor des Deutschen Badminton-Verbands (DBV). Denn das Turnier in Singapur war der letzte große Wettkampf vor Olympia.

Schenk könne nun mit viel Selbstvertrauen nach London reisen. Auch dort möchte sie Historisches erreichen und die erste Medaille für den DBV holen. Bundestrainer Jakob Høi traut ihr den Coup in dieser Form durchaus zu. "Das kann sie schaffen", sagte der Däne. "Ich habe eine stetige Entwicklung hinter mir", betonte Schenk. Sie rückte in dieser Woche auf Rang sechs der Weltrangliste vor und hat nur noch vier Chinesinnen und eine Inderin vor sich. Bis auf eine Spielerin hat sie jede schon einmal geschlagen. Inzwischen habe sie "die Geduld aufgebracht, den nächsten Entwicklungsschritt abzuwarten", sagte sie. Bei den Spielen in Athen und Peking war Schenk jeweils frühzeitig ausgeschieden.

(RP)