Jonathan Rommelmann, Michaela Staelberg und Laurits Follert starten bei Ruder-WM

Rudern : Krefelder Trio reist zur Ruder-WM

Jonathan Rommelmann, Michaela Staelberg und Laurits Follert vom Crefelder Ruder-Club gehen ab dem Wochenende bei den Weltmeisterschaften in Bulgarien an den Start.

In drei Tagen hat das lange Warten ein Ende - die Ruder-Weltmeisterschaft in Plovdiv beginnt. Vom 9. bis zum 16. September kämpfen die 46 DRV-Athletinnen und Athleten beim Saisonhöhepunkt in Bulgarien um die Medaillen. Insgesamt 900 Sportler aus 62 Nationen haben für die Regatta gemeldet. Drei davon kommen vom Crefelder Ruderclub: Laurits Follert sitzt im Zweier ohne Steuermann, Michaela Staelberg im Frauen-Doppelzweier und Jonathan Rommelmann im leichtgewichtigen Männer Doppelzweier, alles olympische Bootsklassen, und dementsprechend hart wird auch der Kampf ums Finale und die Treppchenpätze sein.

„Es ist heute recht windig und ziemlich wechselnder Wind, ich hoffe, dass bis zum ersten Rennen das Wetter wieder stabil ist“, berichete Jonathan Rommelmann am Donnerstag am Telefon, der mit seinem Partner Konstantin Steinhübel aus Würzburg bereits die ersten Trainingskilometer auf der Regattastrecke in Plovdiv absolviert hat. Beide müssen sich im 25 Boote umfassenden Feld einer harten Konkurrenz stellen. Kleinste Fehler werden in dieser Bootsklasse sofort bestraft, und mit den Europameistern aus Norwegen und den Worldcup Siegern aus Irland, gesellen sich noch die starken Boote aus Belgien, Italien, China Neuseeland und der Olympiasieger aus Frankreich. „Die Vorbereitung in Ratzeburg und Weißensee/Österreich lief gut. Wir haben viel an Sicherheit gewonnen und wollen unser Ergebnis von Luzern ausbauen und ins Finale“, sagte Rommelmann, der in Luzern/Schweiz, beim jüngsten World Cup nur knapp das Finale als neu zusammen gesetztes Boot verpasst hatte und deutlich das B-Finale entscheiden konnte: „In Luzern hatten wir noch Abstimmungsprobleme. Die haben wir bearbeitet und sind erheblich besser zusammen“, sagte Rommelmann, der voller Tatendrang den Rennen entgegen fiebert. Dabei hat das deutsche Duo mit einem Schnittgewicht von 70 kg, was sie nur auf die Waage bringen dürfen, auch zu tun.

Bereits über Bronze im Finale konnte sich Michaela Staelberg zusammen mit Carina Baer aus Heilbronn, beim zweiten World Cup in Linz freuen. In Luzern wollte Bundestrainer Marcin Witkowski nochmal die beiden im Doppelvierer an den Start bringen, es kristallisierte sich heraus, dass Staelberg und Baer aber die bessere Kombo im Frauen Doppelzweier sind. Im 17 Boote umfassenden Feld stoßen sie nun auf die Weltmeisterinnen aus Neuseeland und die Europameisterinnen aus Frankreich. Hinzu kommen noch die starken Boote aus Holland, Litauen, Großbritannien und China. „Das Finale und dann ein Treppchen Platz, das ist unser großes Ziel“, sagt Staelberg, die mit Carina Bär eine erfahrene Ruderin im Bug sitzen hat: Sie wurde 2016 Olympiasiegerin (im gleichen Boot wie die Krefelderin Lisa Schmidla) und holte 2012 bereits Silber bei Olympia, mehrfache Weltmeisterin darf sie sich auch nennen. Die Vorbereitung lief zusammen mit Rommelmann in Ratzeburg und Weißensee, auch das Frauen-Duo konnte gute Fortschritte erarbeiten.

„Ins Finale vorfahren, das ist super hart, aber genau das wollen wir schaffen“, sagt Laurits Follert. Der Krefelder Schlagmann gibt damit die Losung für seinen Männer Zweier ohne Steuermann aus, den er zusammen mit Paul Schröter aus Berlin rudert. Sie waren in der Saison schon immer nah dran, aber dann fehlte dem jungen Duo immer auf den letzten Metern die Erfahrung, um gegen die „alten Hasen“ in dieser Bootsklasse zu bestehen. „Wir haben nochmal intensiv unser Endspurtverhalten geübt“, sagt Follert, der sich im Zweier in Dortmund und in Völkermark/Österreich vorbereitet hat. Zu den Topfavoriten im Zweier zählen die Weltmeister aus Italien, die Europameister aus Tschechien und die World Cup Sieger aus Kroatien. Im 27 Boote umfassenden Feld tummeln sich aber mit Frankreich, USA, Großbritannien, Rumänien, Australien, Holland und der Ukraine alles potenzielle Finalanwärter - nur sechs Boote können im Endlauf mitfahren.

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