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In Krefeld kennt bei den CHTC-Damen in der 2.Bundesliga die Begeisterung kein Alter

Hockey : Hockey-Begeisterung kennt kein Alter

Bei den Hockey-Damen des Crefelder HTC ist Torhüterin Sonja Thüner in der 2. Bundesliga nicht nur wegen ihrer 51 Jahre die Nummer eins.

Das Damen-Hockeyteam des Crefelder HTC hat sich besonders zu dieser Spielzeit mit nochmals fünf Jugendspielerinnen extrem verjüngt, so dass Anna Causin mit 25 oder die 25-jährige Kapitänin Laura Schmitz inzwischen schon zu den erfahrensten Spielerinnen gehören. Umso mehr fällt die Krefelder Torfrau Sonja Thüner aus diesem Rahmen, die mit 51 Jahren auch in der 2. Bundesliga die klare Nummer eins ist. „Ich dachte, vielleicht sinkt meine Motivation durch die Coronapause und das eingeschränkte Training, bei meinem Alter denkt man doch mal ans Aufhören. Aber als ich das erste mal wieder auf dem Platz stand war klar, dass dies keineswegs der Fall war.“

Der Altersunterschied ihren übrigen Mannschaftskolleginnen spielt nur eine untergeordnete Rolle. „Uns verbindet der Sport, da ist es wichtiger welche Fähigkeiten du auf dem Platz hast und nicht wie alt du bist. Auch wenn es schon ein wenig amüsant ist, dass ich zum Beispiel Laura Schmitz in der Jugend selbst trainiert habe und dies jetzt schon sehr lange her ist.“ In ihrer langen Hockeykarriere hat die in Oelde wohnende Industriekauffrau für verschiedene Vereine gespielt, oft sogar mehrfach. Von ihrem Heimatclub TV Jahn Oelde zog es sie unter anderem nach Mönchengladbach, Raffelberg, Rüsselsheim und Hannover. Auch beim CHTC hat sie zwischenzeitlich schon mal gespielt. „Man trifft immer wieder auf die selben Leute oder Familien und lernt zahlreiche interessante Menschen kennen. Hockey ist für mich ein wichtiger Ausgleich.“ Die rund einstündige Anfahrt zu jedem Training nimmt sie dafür wohlwollen in Kauf.

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Ganz besondere Erfahrungen machte sie auch bei der Teilnahme an den Masters Turnieren, bei denen Teams im gehobeneren Hockeyalter ab 35 antreten. Bei der EM im niederländischen Rotterdam 2019 holte sie mit der W45-Mannschaft den vierten Rang und zeigte bei gleich zwei intensiven Penaltyschiessen ihre ganze Klasse. „Bei den Masterteams ist es einfach faszinierend, wie die Spieler trotz teils längerer Pausen toll zusammenspielen. Das Turnier in Rotterdam war was ganz besonderes.“ In eine ähnliche Kategorie gehört wohl auch die Hallenendrunde 2009 in der Duisburger Rhein-Ruhr Halle, an der sie mit dem Rüsselsheimer RK teilnahm. Nach einem Erfolg gegen SW Neuss musste sich die Torfrau in einem hochklassigen Finale dem Club an der Alster geschlagen geben, doch neben dem sportlichen Erfolg erinnert sie sich vor allem gerne an die Atmosphäre. „Die Stimmung war unglaublich. Es gibt nichts schöneres als eine volle Halle in der es so laut ist, dass man am Ende heiser ist, nur damit die Mitspieler einen verstehen. Zudem empfinde ich Hallenhockey als spannender, da dort so viel Aktion ist und ein Spiel jederzeit kippen kann.“

Auf die Frage, ob sich ihr Spiel im Laufe der Zeit verändert hat sagt sie: „Mir wird immer wieder attestiert, dass ich wohl eine große Ruhe ausstrahle, dabei bin ich vor jedem Trainings- oder Punktspiel aufgeregt. Aber natürlich profitiere ich von meiner Erfahrung und kann den Gegner vielleicht besser lesen.“ In der Jugend sei sie eigentlich als Notlösung ins Tor gerutscht. Von schlimmeren Verletzungen blieb sie in ihrer langen Karriere weitestgehend verschont, lediglich ein Sehnenabriss in der Schulter während ihrer Zeit beim GHTC steht zu Buche – sicherlich auch ein Grund dafür, dass sie immer noch auf dem Platz steht.

Thüner hat auch mal in den unteren Ligen gespielt, aber als sie vor zwei Jahren die Anfrage aus Krefeld kam, musste sie nicht überlegen. „Ich möchte noch gerne so lange wie möglich weitermachen, da es mir einfach immer noch unglaublichen Spaß macht und ich on fire bin. Eine ernstere Verletzung würde aber wahrscheinlich zum das Karriereende führen.“