1. NRW
  2. Städte
  3. Krefeld
  4. Sport

"Im Kopf stehen die Reihen schon"

"Im Kopf stehen die Reihen schon"

Interview Reemt Pyka, Co-Trainer der Krefeld Pinguine, hat in der letzten Woche seine Prüfung für den A-Schein absolviert und will seine Erkenntnisse vom Lehrgang mit ins Vorbereitungsprogramm einbauen. Die jüngsten Testwerte der Spieler stimmen den 41-Jährigen zuversichtlich.

Eishockey Die Krefeld Pinguine gehen heute in der Rheinlandhalle zum ersten Mal während der Vorbereitung aufs Eis. Das Programm der kommenden vier Wochen hat Co-Trainer Reemt Pyka in den Sommermonaten in Abstimmung mit Chefcoach Rick Adduono zusammen gestellt. Der 41-Jährige war schon unter Martin Jiranek und Jiri Ehrenberger als Assistent auf dem Eis. Ferner profitiert er in diesem Jahr vom Wissen, dass er kürzlich beim A-Trainer-Schein-Lehrgang in Füssen sammeln konnte.

Haben Sie den A-Schein schon in der Tasche?

Pyka Noch nicht. Nach der Prüfung dauert das immer gut zwei Wochen.

Aber bestanden haben Sie schon.

Pyka Davon gehe ich aus. Ich habe jedenfalls keinen Termin für eine Nachprüfung bekommen.

Können Sie vom Lehrgang für die Vorbereitung bei den Pinguinen profitieren?

Pyka Klar, wir haben viele neue Sachen gelernt, die man einbauen kann. Das kostet häufig aber viel Geld, das viele Vereine nicht haben.

Vier Wochen Vorbereitung auf dem Eis sind knapp bemessen. Letzte Saison waren es zwei Wochen mehr.

Pyka Das kommt auf das Programm und die Anzahl der Spieler an. Letzte Saison sind wir viel gereist und hatten bis zu 30 Spieler auf dem Eis. Jetzt trainieren wir nur in Krefeld und spielen in der näheren Umgebung. Ferner können wir uns voll auf das Eistraining konzentrieren. Wir haben alle Tests, die Einkleidung und die organisatorischen Dinge erledigt.

Einige Experten behaupten, die Vorbereitung unter Martin Jiranek sei nicht hart genug gewesen. Das hätte die Saison deutliche gezeigt. Wird es diesmal härter für die Spieler?

Pyka Über ehemalige Trainer äußere ich mich nie. Rick Adduono wird schon die richtige Mischung finden. Ob das Training härter ist als letzte Saison, können die Spieler beantworten.

Sie haben das Sommertraining ausgearbeitet und in Krefeld geleitet. Wie fit sind die Spieler schon?

Pyka Ich habe die Ergebnisse von den Tests des letzten Wochenendes erhalten. Ich muss sagen, das lässt in den meisten Fälle hoffen. Auch unsere Neuzugänge haben sich im Sommer sehr gut vorbereitet. Seit unserem ersten Treffen haben wir beim Trockentraining viel für Ausdauer und Schnellkraft getan. Das ist bei den Jungs gut angekommen.

Wie sieht das Programm der nächsten vier Wochen denn aus?

Pyka In der ersten Woche werden wir zweimal täglich auf dem Eis trainieren und zusätzlich noch in den Kraftraum gehen. Danach wird fast immer einmal am Tag trainiert, allerdings in zwei Abschnitten von insgesamt zwei Stunden.

Kommen die beiden Spiele beim Turnier in Köln nicht zu früh?

Pyka Nein, Nürnberg hatte nach drei Trainingstagen das erste Spiel. Wie gesagt, die Jungs fangen ja nicht bei Null an und sind physisch in einer guten Verfassung.

Wo liegt in der ersten Phase der Schwerpunkt?

Pyka Wir werden in der ersten Woche sicher hauptsächlich im Ausdauerbereich arbeiten. Hier und da wird die Taktik schon eine Rolle spielen, das ergibt sich schon automatisch aus den Übungen.

Der Kader ist in der Breite viel kleiner als letzte Saison. Ist das für den Trainingsbetrieb ein Nachteil?

Pyka Nein. Ich persönlich bevorzuge sowieso kleiner Kader. Da kann man sich voll auf sein Team konzentrieren. Wenn Spieler ausfallen, haben wir ja die Möglichkeit, junge Spieler aus der DNL-Mannschaft mittrainieren zu lassen.

Wie groß ist Ihr Einfluss auf taktische Dinge?

Pyka Grundsätzlich steht unsere Taktik und wird sich im Vergleich zum Vorjahr nicht ändern. Beim Trainer-Lehrgang wurde deutlich, dass der direkte Weg zum Tor der beste ist. Die letzte Weltmeisterschaft ist dafür ein gutes Beispiel. Oft wird gesagt, das Team oder das Team hat den besten Aufbau. Es gibt bei fünf gegen fünf keinen besten Aufbau, es gibt nur einen Aufbau. Lediglich bei Über- und Unterzahl gibt es verschiedene Möglichkeiten, über die man diskutieren kann.

Besonders das Überzahlspiel war in den letzten Jahren häufig das Problem der Pinguine.

Pyka Zuletzt war die Quote gar nicht so schlecht. Aber warten wir mal ab, wie das in dieser Saison klappt.

Da die meisten Spieler in Krefeld geblieben sind, gibt es bei der Zusammenstellung der Reihen sicher keine Probleme.

Pyka Im Kopf stehen unsere Reihen schon. Wir werden schnell sehen, ob unsere Vorstellungen richtig waren.

H.-G. Schoofs führte das Gespräch.

(RP)