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Hülser SV: Der Aufsteiger in die Handball-Verbandsliga fühlt sich nicht als Meister

Handball : Hüls fühlt sich nicht so richtig als Meister

Die Handballer des HSV dominierten die Landesliga bis zum Abbruch souverän und hätten die Saison gerne zu Ende gespielt. Das war aufgrund der Corona-Pandemie nicht möglich und es gab auch noch keine rauschende Party.

Als Christoph Eickmanns und Florian Mayer im vergangenen Jahr die Verantwortung der Handball-Abteilung beim Hülser SV übernommen hatten, sorgten sie mit den Neuverpflichtungen gleich für einige Paukenschläge. Marcel Görden, der als Kapitän der HSG Krefeld den Aufstieg in die Zweite Bundesliga geschafft hatte, wechselte zum Landesligisten, um es künftig etwas ruhiger angehen zu lassen. In Christian Rommelfanger wurde ein weiterer Akteur mit Zweitligaerfahrung verpflichtet.

Zuvor musste allerdings noch die Relegation gewonnen werden, denn den Hülsern drohte der Abstieg in die Bezirksliga. Dies gelang problemlos und die Mannschaft wurde anschließend so stark aufgestellt, dass sie oben mitspielen sollte. „Bei Christian haben alte Seilschaften eine Rolle gespielt, dass er den Weg von Düsseldorf nach Hüls auf sich nimmt, nur um Landesliga zu spielen“, sagt Eickmanns, der zum größten Teil den alten Kader zusammen hielt, aber in Görden und Rommelfanger zwei Akteure mit enormer Zugkraft hinzu bekam.

Gleich vom ersten Spieltag an setzte der HSV eine Duftmarke für die Konkurrenz. Der erste Platz in der Landesliga war fortan durch die Hülser belegt. Doch zeigte sich schnell, dass es bei jedem Spiel auch hoher Konzentration bedarf. „Am vierten Spieltag lagen wir gegen Kaarst mit drei Toren hinten. Fünf Minuten vor Spielende wurde dann Marcel Görden eingewechselt, der verletzungsbedingt eigentlich geschont werden sollte. Das hat dann den Unterschied ausgemacht, wir haben noch mit einem Tor gewonnen“, erinnert sich Eickmanns.

Wie groß der Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft ist, zeigte sich dann auch im Lokalderby gegen die Turnerschaft St. Tönis II. Dort kam Stefan Wenders aus dem Urlaub vom Flughafen zur zweiten Halbzeit zum Spiel und war anschließend beim 29:24-Sieg der spielentscheidende Akteur.

Starallüren sind am Reepenweg fremd, jeder Spieler stellt sich, so gut wie er kann, in den Dienst der Mannschaft. Auch wenn es eine Niederlage gegen Süchteln gab, so wurde der Vorsprung an der Tabellenspitze doch kontinuierlich ausgebaut. Es schien nur noch eine Frage der Zeit, wann die vorzeitige Meisterschaft und der damit verbundene Aufstieg in die Verbandsliga gefeiert werden durfte.

Der vorzeitige Abbruch der Saison machte sie dann deutlich kürzer als gedacht. Der Hülser SV wurde zum Meister ernannt, aber eine Feier dazu bleibt bislang und vorerst aus. „Es fühlt sich irgendwie nicht so richtig an, dass wir Meister geworden sind. Wir hätten gerne vom ersten bis zum letzten Spieltag alle Spiele durchgezogen“, sagt Eickmanns, der über das vorzeitige Ende traurig ist. „Aber eine Meisterfeier wird es noch geben.“

Derweil laufen die Planungen für die kommenden Saison wieder auf Hochtouren. In Nico Biermann wurde ein neuer Trainer geholt. Der ehemalige DHB-Juniorennationalspieler erlitt schon drei Kreuzbandrisse, beendete sehr früh seine aktive Karriere und widmete sich seither seiner Trainerlaufbahn, die mit seinen 24 Jahren sicherlich noch am Anfang steht.

Einen größeren Umbruch wird es im Team geben, allerdings mit dem vordringlichen Anliegen, dass eigene Nachwuchskräfte wieder zurück nach Hüls kommen. „Wir wollen wieder etwas mehr Lokalität und heimische Identifikation bei uns haben. Ein erneuter Aufstieg wird nicht unser Ziel sein, vielmehr wollen wir eine gute Rolle in der Verbandsliga spielen“, sagt Eickmanns beim Blick in die Zukunft.