HTC Blau-Weiß mit neuem Punkte-Rekord

Tennis-Bundesliga : HTC Blau-Weiß mit neuem Punkte-Rekord

Der Tennisbundesligist beendete die Saison mit dem bisher besten Ergebnis. Die meisten Spieler bleiben dem Stadtwaldteam erhalten.

Die Saison der Tennis-Bundesliga ist schon wieder Geschichte. Wie im Eilflug absolvierten die zehn Mannschaften innerhalb von nur fünf Wochen ihre Punktspiele. Der HTC Blau-Weiß erreichte wie vor drei Jahren mit Platz vier die beste Platzierung der Vereinsgeschichte. Allerdings legten die Krefelder nach Punkten in der Endabrechnung um zwei Zähler zu. „Das ist für mich entscheidend. Wir haben nur ein Spiel verloren. Die Platzierung ist nicht so wichtig“, sagte Olaf Merkel gestern bei seiner Analyse.

Natürlich wäre der Teamchef gerne Deutscher Meister mit seinem erfolgreichen Team geworden: „Dazu fehlte uns oft das notwendige Glück. Das gilt nicht nur auf dem Platz, sondern auch für den Kalender: „Wenn man an einem Termin Glück hat, trifft man auf einen Gegner, der seine besten Spieler nicht aufbieten kann. Wenn man aber auch sieht, wie eng es in der Bundesliga insgesamt zuging, hätten wir durchaus bis zum Schluss um den Titel mitspielen können, aber auch noch gegen den Abstieg kämpfen müssen. Letztendlich zählt, dass wir unseren Zuschauern wieder vier tolle Tennistage auf unserer Anlage bieten konnten.“

Unterm Strich lohnte sich ohne Zweifel die Arbeit des „Mister Tennis-Bundesliga“, der schon im vergangenen Spätsommer mit der Zusammenstellung seines Kaders begonnen hatte. Dank seiner langjährigen Erfahrung sowie mit viel Geschick und einem glücklichen Händchen schöpfte er die finanziellen Möglichkeiten sportlich optimal aus. Sein Konzept, ein kompaktes Team zu präsentieren, zu dem gute Spieler gehören, die auch ausreichend zur Verfügung stehen, zahlte sich besonders in dieser Saison aus. „Am vergangenen Wochenende konnte ich mir aus elf Spielern das Team zusammenstellen. Das gab es noch nie“, sagte Merkel.

Alle Neuzugänge waren sportlich ein Gewinn und passten menschlich sowie vor allem sprachlich zum Team. „Letzteres ist sehr wichtig für die Kommunikation. Jügen Melzer beschwert sich zwar immer, dass er in der Chatgruppe nichts mitbekommt, weil dort ausschließlich Spanisch die Sprache ist, aber aufgrund seiner Klasse und seiner Erfolge schauen die anderen Spieler immer noch zu ihm hinauf und freuen sich, zu seinem Team gehören zu können“, sagt Merkel.

Bis auf Inigo Cervantes (verletzt), Oldie Ruben Ramirez Hidalgo, der nur als Notnagel eingeplant war, und Publikumsliebling Maximo Gonzales, der nach dem Turnier in Wimbledon zum ersten Mal Vater geworden ist und daher nach Argentinien zurückkehrte, kamen alle anderen Spieler des 14-köpfigen Profi-Aufgebots zum Einsatz. Von den Neuzugängen kann Andrea Collarini eine makellose Einzelbilanz (4:0) aufweisen. „Das ist schon beachtlich. Denn bei den Turnieren war er zuletzt nicht so erfolgreich. Aber er hat mir gesagt, dass ihm die Bundesliga richtig Spaß macht und er sich bei uns sehr wohl fühlt“, erklärt der Teamchef.

Da sein Kopf lange vor und während der Saison nicht zur Ruhe gekommen sei, will Merkel jetzt erstmal ein paar Tage an der Nordsee ausspannen. Die ersten Weichen für das kommenden Jahr hat er aber schon gestellt. Das Gros seiner Spieler wird weiter im Stadtwald aufschlagen. Für Jürgen Melzer, dessen sportliche Zukunft noch nicht feststeht, ist bei den Blau-Weißen immer ein Platz frei. Ob der Teamchef wie in den vergangenen drei Jahren im Januar wieder bei den Australian Open auf Spielersuche geht, steht noch nicht fest. Schließlich ist er ehrenamtlich für den HTC tätig und muss die Reise selber finanzieren. Er hofft, dass sich vielleicht ein Sponsor findet.

Das Konzept von Teamchef Olaf Merkel zahlte sich in dieser Saison besonders erfolgreich aus.. Foto: Lammertz, Thomas (lamm)

Zusätzliche finanzielle Unterstützung kann der Traditionsklub aus der Bundesliga sehr gut gebrauchen. „Wir mussten unseren Etat diesmal etwas überziehen und können froh sein, dass einige Privatleute das ausgleichen. Ich hoffe, wir werden wieder mit einer schwarzen Null abschließen“, sagte Merkel. Der sieht im Marketing-Bereich zwar noch Luft nach oben, weiß aber auch, wie schwer es in Krefeld ist, neue Sponsoren zu finden. Daher sieht er auch „kaum die Chance“, sich sportlich zu verbessern: „Das können wir einfach nicht bezahlen.“

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