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HTC Blau-Weiß Krefeld steigt ab

Tennis-Bundesliga : Abstieg des HTC Blau-Weiß ist besiegelt

Der Krefelder Tennis-Bundesligist trennte sich im letzten Heimspiel vom TC Rosenheim mit 3:3. Die Entscheidung fiel erst im letzten Match-Tiebreak des Tages. Im nächsten Jahr wird das Team wohl in der 2. Liga an den Start gehen.

Der 12. August 2022 geht als schwarzer Freitag in die Geschichte des HTC Blau-Weiß Krefeld ein. Um 19.27 Uhr stand an der Hüttenallee nach dem letzten Doppel der Abstieg aus der Tennisbundesliga fest, und das ausgerechnet im Jubiläumsjahr der Liga. Das Gründungsmitglied aus dem Stadtwaldteam wehrte sich gegen den TC Rosenheim nach Kräften. Es reichte am Ende aber nur zum dritten Unentschieden der Saison. Damit bekommt das letzte Spiel am Sonntag beim TC Bredeney nur noch statistische Bedeutung. Im kommenden Jahr werden die Blau-Weißen höchstwahrscheinlich in der 2. Liga Nord antreten. „Wir haben schon mit einigen Sponsoren gesprochen, die uns weiter unterstützen wollen“, sagte der 1. Vorsitzende Olaf Stiller im RP-Gespräch.

Da freitags nie so viele Zuschauer an die Hüttenallee kommen wie an einem Sonntag und natürlich auch wegen der großen Hitze waren die Naturtribünen bei der Vorstellung der beiden Mannschaft nur dünn besetzt. Die Gäste aus Bayern waren mit einem starken Aufgebot angereist. Das zeigte sich gleich an Position vier, wo der Italiener Dalla Valle gegen den Franzosen Alexandre Muller (ATP 145) einen schweren Stand hatte. In beiden Sätzen kassierte er beim Stande von 2:2 das vorentscheidende Break und unterlag mit 2:6 und 3:6.

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Auch an Position zwei sah es zunächst nach einer Niederlage für Federico Gaio gegen den Norbert Gombos aus. Der Slowake machte zunächst deutlich mehr Druck. Im zweiten Durchgang bewies der Italiener dann sein bekanntes Kämpferherz und nahm das Heft erfolgreich in die Hand. So musste die Entscheidung im Match-Tiebreak fallen. Der war ein Wellenbad der Gefühle. Nach 1:3-Rückstand führte Gaio mit 6:3, kassierte aber wieder den Ausgleich (6:6). Dann zog der Italiener auf 9:6 davon und ließ sich den wichtigen und viel umjubelten Sieg nicht mehr nehmen.

Keinen guten Tag erwischte Andrea Arnaboldi an Position drei, der dem Tempo des Österreichers Sebastian Ofner nichts entgegenzusetzen hatte und klar in zwei Sätzen verlor. Im Spitzeneinzel des Tages traf Stefano Travaglia auf den Slowenen Aljaz Bedende. Der Italiener kam sehr gut ins Spiel. Nach seiner 3:1-Führung verlor er den Faden, wehrte beim Stande von 4:5 zwei Breakbälle zum Satzverlust ab. Dann rettete er sich in den Tiebreak, den er mit 7:4 für sich entschied. Im zweiten Satz brach die Gegenwehr des Rosenheimers, sodass Travaglia den wichtigen zweiten Punkt holte und damit weiter die Chance zum notwendigen Gesamtsieg bestand.

Vor den beiden Doppeln sorgten körperlich und geistig behinderte Tennisspieler bei einem Showmatch, dass auch sie mit der gelben Filzkugel umgehen können und erhielten dafür Applaus von den Rängen.

Bei der Aufstellung der beiden Doppel vertrauten die Blau-Weißen auf das Duo Travaglia/Arnaboldi, das am Sonntag beim Heimspiel gegen München das Duo Struff/Kohlscheiber bezwungen hatte. Im zweiten Doppel traten Gaio und Dalla Valle an. Die Gäste setzten mit Tristan-Samuel Weissborn noch einen Doppelspezialisten ein.

Zunächst waren die Blau-Weißen auf Siegkurs. Das Duo Gaio/Dalla Valle sicherte dem HTC mit einem Zweisatzsieg den dritten Punkt. Travaglia und Arnaboldi wehrten im Tiebreak des ersten Satzes drei Satzbälle ab, unterlagen aber mit 6:8. Im zweiten Durchgang ging Blau-Weiß mit Break in Führung, doch Rosenheim konterte zum 4:4-Ausgleich. Doch es gelang sofort das Rebreak und schließlich der Satzgewinn. Jetzt musste der letzte Match-Tiebreak des Tages entscheiden, ob die Krefelder noch eine Chance auf den Ligaverbleib haben. Doch das Duo der Gastgeber geriet schnell deutlich ins Hintertreffen. Es startete beim Stande von 3:8 noch mal eine Aufholjagd (6:8), doch die Rosenheimer ließen sich den Sieg nicht mehr nehmen, der für sie den Klassenverbleib bedeutete. Leider machte Arnaboldi wie schon im Einzel zu viele leichte Fehler.