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HTC Blau-Weiß Krefeld muss auf ein Wunder hoffen

Der Abstieg droht : Blau-Weiß muss auf ein Wunder hoffen

Der Krefelder Tennis-Bundesligist musste sich nach großem Kampf dem TC Großhesselohe mit 2:4 geschlagen geben und steht mit einem Bein in der 2. Liga. Luciano Daderi hatte das Stadtwaldteam zunächst in Führung gebracht.

Auch wenn 1020 Zuschauer am Sonntag im Stadtwald einen tollen Tennistag erlebten, war das Ende aus Sicht des HTC Blau-Weiß Krefeld sehr bitter. Denn nach der 2:4 (1:3)-Niederlage gegen den TC Großhesselohe aus München kann das Gründungsmitglied der Tennisbundesliga ausgerechnet im Jubiläumsjahr (50) nur noch auf ein Wunder hoffen, um den sechsten Abstieg aus dem Oberhaus zu verhindern. Dann muss am Freitag im Heimspiel gegen Rosenheim (13 Uhr) ein Sieg her und die Bayern am letzten Spieltag ihr Heimspiel gegen Neuss verlieren. Letzteres ist angesichts des vorzeitigen Klassenverbleibs des Niederrheinrivalen kaum noch zu erwarten. 

Die Krefelder hatten für das Duell gegen den Tabellenzweiten Großhesselohe ihre bestmögliche Aufstellung bereit. Doch das Aufgebot der Gäste war vom Papier her favorisiert. Die Blau-Weißen bildeten nach der Mannschaftsvorstellung einen Kreis und beschwörten ihren Teamgeist. Das spiegelte sich gleich in dem Auftritt des jungen Luciano Daderi wider, der an Position vier seinen Gegner Jozef Kovalik aus der Slowakei mit einer Glanzvorstellung aus dem Stadtwald fegte. „Ich war schon nervös. Aber die Zuschauer haben mich super unterstützt“, sagte der 20-jährige Italiener nach seinem Sieg. Leider steht der Youngster Freitag nicht mehr zur Verfügung, da er am Montag zu den US Open nach New York fliegt.

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Derweil lieferte sich an Position zwei Federico Gaio mit Philipp Kohlschreiber ein tolles Match, das an diesem Tag alleine das Eintrittsgeld wert war. Der Italiener spielte stark auf, kassierte aber ausgerechnet nach 6:5-Führung für den ehemaligen deutschen Davis-Cup-Spieler ein Break zum Satzverlust. Auch im zweiten Durchgang sorgte ein einziges Break gegen ihn für die Niederlage.

Die Blau-Weiß-Fans hofften nun auf einen Sieg von Andrea Collarini, der den ersten Satz gegen den Österreicher Dennis Novak im Tiebreak gewann. Doch sein Gegenüber steigerte sich enorm und ließ dem Italiener mit knallharten Vor- und Rückhandbällen keine Chance. Im Match-Tiebreak sah es zunächst nach einem Krimi aus. Doch beim Spielstand von 4:4 machte Novak fünf Punkte in Folge und sorgte so für die Vorentscheidung.

Ohne Chance war diesmal Stefano Travaglia, der im Spitzeneinzel des Tages auf Jan-Lennard Struff traf. Es war schon beeindruckend, mit welcher Sicherheit der deutsche Topspieler auftrumpfte und im Eiltempo gewann. Damit war nach den vier Einzel die Krefelder Niederlage so gut wie besiegelt. Denn die Gäste hatten noch Doppelspezialist Philipp Oswald mit an den Niederrhein gebracht, der sich an der Seite von Novak gegen das Blau-Weiß-Duo Daderi/Arnaboldi erst im Match-Tiebreak durchsetzte. Das gelang auch dem Duo Travaglia/Gaio, das sich gegen das deutsche Duo Struff/Kohlschreiber nach verlorenem ersten Satz (1:6) nicht aufgab und sich mit großem Einsatzwillen und Kampf den Sieg holte. Der reichte in der Endabrechnung aber nur noch zur Ergebnis-Korrektur.