2. Tennis-Bundesliga Aufbruchstimmung beim HTC Blau-Weiß Krefeld

Krefeld · Nach dem Abstieg aus der Tennis-Bundesliga peilt das Stadtwaldteam in der 2. Liga Nord den direkten Wiederaufstieg an. Dieses Ziel ist aufgrund der starken Konkurrenz schwer zu erreichen. Gaio und Travaglia bleiben dem Klub treu.

 Der Italiener Gian Marco Maroni gehörte schon im Vorjahr zum Aufgebot, kam aber wegen einer Verletzung nicht zum Einsatz. Jetzt mischt er wieder bei Turnieren mit.

Der Italiener Gian Marco Maroni gehörte schon im Vorjahr zum Aufgebot, kam aber wegen einer Verletzung nicht zum Einsatz. Jetzt mischt er wieder bei Turnieren mit.

Foto: IMAGO/Shutterstock/IMAGO/Roberto Bettacchi/SportReporter/LiveMedia/Shutterstock

Als für den HTC Blau-Weiß Krefeld in der vergangenen Saison nach dem letzten Heimspiel gegen Rosenheim trotz des 3:3 der Abstieg besiegelt war, wurde anschließend im Klubhaus trotz der Enttäuschung auf der After-Game-Party kräftig gefeiert und getanzt. Das soll auch am 6. August der Fall sein, wenn das Stadtwaldteam nach dem Heimspiel gegen den Suchsdorfer SV aus Kiel als Aufsteiger die Saison 2023 beendet.

Ob dann die Rückkehr ins Oberhaus des deutschen Tennis gefeiert werden kann, ist fraglich. Denn die Konkurrenz ist in der 2. Liga Nord stark. Von den zehn Teams gilt Rot-Weiß Köln alleine vom Papier her als Topfavorit auf den einen Aufstiegsplatz. Auch Blau-Weiß Aachen wird hoch gehandelt. Die Chancen der Krefelder sind zwar geringer einzuschätzen, aber nicht aussichtslos. „Wir wollen oben mitspielen und unserem Publikum, das uns über viele Jahre die Treue hält, was bieten“, sagte Teamchef Hajo Ploenes am Dienstag auf der Saison-Pressekonferenz des Klubs.

Die finanzielle Lage ist wie auch schon zu den meisten Erstliga-Zeiten nicht optimal. „Wir brauchen jetzt sechs statt vier Spieler. Wenn man dann zu den Hauptsponsoren kommt, wollen die wegen der 2. Liga weniger bezahlen. Dass die Mannschaft aber mehr kostet als in Liga eins oder möglicherweise sogar noch mehr, das ist für sie kein Grund“, sagte Ploenes. Trotz neuer Kleinsponsoren könne das nicht komplett ausgeglichen werden. Unterstützt wird er bei den Planungen wie im Vorjahr von seiner Tochter Claudia.

Während im Vorjahr die 50-jährige Zugehörigkeit zur Bundesliga nicht gekrönt werden konnte, soll das jetzt beim 100-jährigen Bestehen des HTC Blau-Weiß mit dem Aufstieg gelingen. Schon beim gelungenen Jubiläums-Festakt im Mai war eine gewisse Aufbruchsstimmung zu spüren. Zuvor hatte sich die Mehrheit der Mitglieder bei einer internen Umfrage für die Teilnahme an der 2. Liga ausgesprochen.

Die Mannschaft erhielt durch den Abstieg ein neues Gesicht. „Wir haben vom Ranking her ein sehr solides Team. Was uns in den vergangenen Wochen sehr gefreut hat ist, dass alle Spieler in der Weltrangliste höher gekommen sind. Besonders erfreulich, dass dies auch für unsere jungen Spieler gilt“, erklärte Hajo Ploenes.

Angeführt werden die Blau-Weißen vom Argentinier Francisco Comesana. Dessen Landsmann Mariano Navone besetzt die zweite Nicht-EU-Ausländer-Stelle. Von den zehn Neuzugängen machte Julian Ocleppo in diesem Jahr von 800 auf 300 den größten Sprung in der ATP-Rangliste. Der 25-Jährige gehört zu einem halben Dutzend Italiener des Teams. Besonders stolz sind die Verantwortlichen, dass Federico Gaio und Stefano Travaglia dem HTC die Treue halten und ihre Zusage sofort nach dem Abstieg gaben. Zum Einsatz kommt mit Tom Schönenberg, Patrick Elias und Gero Kretschmer auch ein rein deutsches Trio, das diese Saison bereits in der 2. Herren-Mannschaft des HTC aufschlug.

Nicht glücklich sind die Blau-Weißen mit dem Spielplan. Denn an den ersten drei Spieltagen ist das Team auswärts zu Gast. Zum Auftakt geht es am Sonntag, 9. Juli, zum Berliner Traditionsklub Blau-Weiß. Da wollen die Krefelder gleich mit einem sehr guten Team um ihre Nummer eins Francisco Comesana antreten. Auch das italienische Trio Gaio/Travaglia/Ocleppo ist eingeplant. Dazu sollen zwei Spieler des deutschen Trios aufschlagen. Mit Maximilian Flock und Luca Vogel gehören noch zwei Eigengewächse des HTC zum Kader-2023.

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