HSG Krefeld verliert in Coburg mit 20:32

Handball-2.Bundesliga : Sieg im Bruderduell ein schwacher Trost

Rückraumspieler Felix Jaeger ist nach der 20:32-Niederlage der HSG Krefeld bei der HSC Coburg sehr enttäuscht.

Dass Handball-Zweitligist HSG Krefeld auch im sechsten Spiel bei der HSC Coburg eine Niederlage bezog war angesichts der favorisierten Gastgeber nicht überraschend. Doch die Art und Weise, wie das 20:32 (10:16) zustande kam, darf im Gegensatz zu den bisherigen Vorstellungen schon als kollektives Versagen der Mannschaft bezeichnet werden. Kapitän Tim Gentges gelang es zu selten, als Spielmacher der Partie seinen Stempel auf zu drücken. Trainer Arnar Gunnarsson muss sich den Vorwurf gefallen lassen, dass er mit Simon Ciupinski eine Alternative zu Gentges auf der Bank hat versauern lassen. Auch das Prunkstück des Teams mit der Abwehr erwischte einen rabenschwarzen Tag. Einzig Felix Jager war an diesem Tag mit seinen vier Toren ein Lichtblick bei der HSG.

Der 22-Jährige hatte einen besonderen Grund zur Motivation gehabt. Als die Spieler der HSG an der Coburg-Arena ankamen, wurden sie schon erwartet. Jaeger war am Vortag angereist und hatte noch morgens eine Klausur in der Nähe von Coburg geschrieben hatte. „Ich mache ein Fernstudium und da habe ich das so gelegt, das alles passte“, sagte der Rückraumspieler. Doch nicht nur deswegen genoss Partie eine hohe Aufmerksamkeit bei Jaeger, denn sein Zwillingsbruder Max, bei dem er auch übernachtet hatte, spielt für die Gastgeber. „Wir haben noch nie gegeneinander gespielt. Das war heute eine Premiere. Das wollten sich auch unsere Eltern nicht entgehen lassen“, sagte Jaeger weiter. Während Max von Beginn an spielte, musste Felix bis zur 15. Minute warten, schaffte es aber mit seinem Treffer zum 7:9 vier Minuten später den Rückstand zu verkürzen. Doch danach gelang es den Krefeldern nicht, sich weiter festzubeißen. Der Halbzeitstand von 10:16 sprach Bände, auch nach dem Seitenwechsel spielte Krefeld eher wie ein Lehrling gegen einen Meister. Auf der Tribüne war indessen Mutter Monika Jaeger hin und her gerissen: „Für mich als Mutter war das furchtbar, man gönnt ja Beiden den Sieg. Ich hatte einfach nur gehofft, dass sie gesund bleiben.“ Dass die Söhne in der zweiten Halbzeit direkt aufeinander trafen kommentierte Vater Gunnar mit den Worten: „Darauf sind wir vorbereitet gewesen. Letztendlich ist es so eingetreten wie ich mir vorher gedacht hatte.“ Was er damit meinte war, dass Coburg zwar haushoch gewinnt, Felix aber auf Tore bezogen das Zwillingsduell gewinnt. Nach dem Schlusspfiff gab es eine brüderliche Umarmung. „Die vier Tore bringen mir persönlich nicht viel, im Endeffekt haben wir verloren“, zeigte sich Felix Jaeger enttäuscht, während Max sagte, dass er im direkten Duell nicht seinen Bruder gesehen hatte, sondern einen Gegner.