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HSG Krefeld steht vor einem Neuanfang

2. Handball-Bundesliga : HSG Krefeld steht vor einem Neuanfang

Nach der Beurlaubung von Trainer Arnar Gunnarsson fackelten die Verantwortlichen vom Handball-Zweitligisten nicht lange. Sie schenkten Co-Trainer Felix Linden das Vertrauen, die Mannschaft zu vorerst zu betreuen.

In der Adventszeit geht es meist besinnlich zu, die Vorbereitungen auf das Weihnachtsfest laufen auf Hochtouren und Menschen freuen sich auf die Feiertage mit der Familie. Davon ist Handball-Zweitligist HSG Krefeld derzeit weit von entfernt. Wie schon beim KFC Uerdingen und den Krefeld Pinguinen haben auch hier die Mechanismen des Profisports gegriffen. Die vergangenen schwachen Auftritte forderten ihren Tribut, indem mit Trainer Arnar Gunnarsson das schwächste Glied in der Kette beurlaubt wurde.

Und wie der KFC und die Pinguine vertrauen die Verantwortlichen der HSG zunächst einmal dem bisherigen Co-Trainer, um die Mannschaft wieder auf einen guten Weg zu bringen. Felix Linden ist in dieser Aufgabe allerdings nicht zu beneiden. „Es ist keine einfache Situation, aber wir haben eine klare Aufgabenverteilung vorgenommen und bemühen uns jetzt, das alles in die Tat umzusetzen. In erster Linie geht es darum, das Spiel breiter anzulegen. Wir haben zuletzt viel zu viel durch die Mitte gespielt und waren zu ausrechenbar. Ziel ist es, alle Spieler einzubinden und breiter zu werden“, sagt Linden, der taktisch nur kleine Dinge ändern will. Beim Dienstagstraining informierte der Vorstand die Spieler, wie es vorerst weiter geht.

Mit Kapitän Tim Gentges stellte sich ein Leitwolf der Spieler als Co-Trainer zu Verfügung. „Mit Tim gibt es genaue Absprachen. Ich werde hauptsächlich viel Arbeit in die Videoanalysen stecken und aufgrund der daraus entstehenden Erkenntnisse mit ihm einen Matchplan für das Spiel gegen Hamburg erstellen“, sagt Linden, dem es sicherlich helfen wird, dass Gentges die Mannschaft schon länger kennt, weiter. Auch für die Spieler selber war die Situation der Trainerbeurlaubung nicht gerade schön, die Veränderung danach wurde aber von allen gut aufgenommen. „Unter Arnar war ja nicht alles schlecht, aber nun müssen wir unseren Fokus darauf richten, etwas anderes zu probieren, um die Wende herbeizuführen“, erklärt Gentges.

Das Team ist mehr zusammengerückt, das Vertrauen in das Trainerduo ist groß. Selbst die Meldung, dass Henrik Schiffmann zum Saisonende den Verein verlässt und nach Korschenbroich wechselt, sorgt nicht für Unruhe. „Dafür kennen wir uns alle schon viel zu lange untereinander. Schiffi ist absolut professionell eingestellt. Zuletzt hat er ja auch gezeigt was er kann“, nimmt Gentges den Kritikern, die nun meinen es beginne bei der HSG der Ausverkauf, wodurch die Motivation entsprechend sinken würde, den Wind aus den Segeln.

Als abgeschlagener Tabellenletzter stehen die Eagles nicht unbedingt unter Druck punkten zu müssen. „Wir haben uns vorgenommen den Zuschauern zu zeigen, dass noch Leben in uns steckt. Dabei ist das Ergebnis am Ende zweitrangig, was zählt ist die Art und Weise, wie wir uns präsentieren. Wir wollen unseren Fans und unserem Gegner ein gutes Spiel liefern. Und wenn dabei ein Punkt herausspringt umso besser“, fügt Gentges hinzu. Das Spiel am Samstag ab 19 Uhr gegen den HSV Hamburg soll der erste Schritt des Neuanfangs werden.