HSG Krefeld: Schiffmann freut sich auf den Weltmeister

2. Handball-Bundesliga : Schiffmann freut sich auf den Weltmeister

Am Freitag gastiert um 20 Uhr Bundesliga-Absteiger SG Bietigheim mit Weltmeister Michael Kraus bei der HSG Krefeld. Als Jugendlicher war der ehemalige Nationalspieler einst ein Idol, dem er nun in der Glockenspitzhalle gegenüber steht.

Henrik Schiffmann von der HSG Krefeld hatte sich sein erstes Jahr in der Zweiten Bundesliga sicherlich anders vorgestellt, als den Auftakt nach Fingerbruch zu verpassen. Fünf Spiele fehlte der Halbrechte, der sich nach seiner Verletzung zunächst wieder heran kämpfen musste. „Ich war ja längere Zeit draußen und musste mich mit meinen Mannschaftskollegen erst einmal neu abstimmen“, erklärt Schiffmann, dass es bei ihm anfangs noch nicht so lief wie er es sich gewünscht hat.

Dass es generell ein schweres Jahr werden würde, war ihm und den Teamkollegen durchaus bewusst. „Wir wussten von Anfang an, dass die Situation kommen kann, in der wir mehrere Spiele hintereinander verlieren. Man muss aber auch sehen, dass wir meist gegen Leute antreten, die als Profis in der ersten und zweiten Bundesliga gespielt haben. Wir dagegen betreiben Handball im semiprofessionell Bereich. Viele von uns gehen noch arbeiten oder studieren“, sagt Schiffmann weiter. Hinzu kam dann auch noch, dass sich das Krankenlazarett in den vergangenen Tag vergrößerte und beim Training unter der Woche zum Teil nur acht Feldspieler zur Verfügung standen. Negativ denken ist bei Schiffmann aber nicht angesagt, im Gegenteil: „Wir waren gegen Hüttenberg auf Schlagdistanz, sind aber aufgrund unserer dünnen Personaldeckung eingebrochen. Wir müssen halt das Beste aus unserer derzeitigen Situation machen.“

Mit der SG Bietigheim gibt der nächste Gegner am Freitag um 20 Uhr seine Visitenkarte in der Glockenspitzhalle ab. Dieser lässt bei Schiffmann die Motivation sicherlich noch etwas steigen. Im Kader der Gäste steht mit Michael Kraus ein Akteur, der einst vor zwölf Jahren immerhin mit Deutschland Weltmeister wurde und 2009 ebenfalls Gold beim Weltcup der Nationalmannschaften holte. Außerdem gewann er die Champions-League. Der 36 Jahre alte gebürtige Göppinger wechselte Anfang des Jahres nach Bietigheim und ist trotz des Abstieges aus der Bundesliga dem Verein treu geblieben. Nicht nur für die Zuschauer in Krefeld ist er fraglos der größte und profilierteste Spieler, den sie bislang auf dem Feld der Glockenspitzhalle erleben dürfen, auch Schiffmann fiebert dem Duell gegen eines seiner Idole entgegen. „Sicherlich wird das für uns alle auch ein besonderes Spiel. Ich habe die Spiele der deutschen Nationalmannschaft mit Michael Kraus als Jugendlicher immer im Fernsehen gesehen, und Freitag steht der mir als Gegner gegenüber“, freut er sich. Da bei der HSG wohl wieder mit einem kleinen Kader gerechnet wird, bekommt entsprechend auch Schiffmann wieder viel Spielzeit. Und hier gilt es Schritt für Schritt sein Leistungsvermögen weiter auszubauen, wohl wissend, dass kein Spieler während einer Partie durchgehend auf hohem Niveau spielen kann. „Wir müssen Kraus als Team verteidigen“, gibt Eagles-Trainer Arnar Gunnarsson die Parole aus.

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